Das Beschwichtigen spräche nur bedingt dagegen - meine Russellhündin konnte durchaus beschwichtigen und gleichzeitig sehr energisch ihre Ziele weiter verfolgen. Die Situation war ihr zwar zuwider, aber das nahm sie dann eben in Kauf. Das kam dann wie so ein "Tut mir leid, daß du jetzt sauer bist, und ich hasse es, daß es Ärger geben könnte - aber es GEHT gerade nicht anders.."
Ganz eindrucksvoll war das, als sie zeitweise ums Verrecken den Spaziergang nicht abbrechen wollte: dann saß dieser Halbjahres-Zwerg mitten auf dem Weg, sah mir direkt in die Augen, wedelte und beschwichtigte nonstop: Naselecken, Pfoteheben, das ganze Repertoire. Aber sie stand trotzdem ums Verrecken nicht wieder auf, solange es Richtung Heimat ging, egal, was ich dann tat. Sie blieb sogar allein sitzen, wenn ich außer Sicht ging und beschwichtigte natürlich noch heftiger, wenn ich dann doch zurückkam - aber sie saß. Sie war dann wirklich "zwiegespalten", denn sie haßte das ganze Theater eindeutig. Aber trotzdem: das einzige, was sie zum Aufstehen bewegte, war eine Richtungsänderung genau dorthin, wohin SIE wollte.
Meinen Vater hat sie, wie gesagt, später auf diese Tour gut trainiert, für mich ließ sich das Problem damit lösen, daß ich sie dann eben unter den Arm geklemmt und weggetragen habe - das haßte sie wirklich. Nach ein paar solchen Erfahrungen gab sie diese Versuche zu meinem großen Glück auf. Wär's ein Bernhardiner gewesen, hätte ich echt nicht mehr weitergewußt...