Beiträge von terriers4me

    DAS ist wirklich die ganz große Frage - aber ich denke, da hat sich in den letzten Jahren doch auch einiges getan?

    ...und was das Auswildern angeht, so stimmt es natürlich nicht, daß Zoos da keine entscheidende Rolle spielen können. Siehe zum Beispiel hier...

    http://www.durrell.org/

    ...die haben, soweit ich weiß, sowohl bei Papageien als auch bei Lemuren sensationelle Erfolge gehabt, und das Zucht/Auswilderungsprogramm immer bestens mit einem Zoo "zum Ansehen" verbinden können.

    Insofern gibt es doch zumindest Grund zu der Hoffnung, daß auch Zuchtgruppen sibirischer Tiger - vorübergehend? - besser im Zoo aufgehoben sind als in einem Umfeld, in dem sie ein enormes Risiko laufen, als Potenzmittel oder Jagdtrophäe zu enden.

    Vielleicht gibt's ja doch ein Umdenken, und sie können eines Tages in bessere Verhältnisse zurück. Daß die Gefangenschaft ihre Instinkte bisher nicht entscheidend beeinträchtigt zu haben scheint, hat Altai mit seinem punktperfekten Beutemachen bei der ersten Gelegenheit ja auf sehr makabere Weise vorgeführt...

    Lächerlich wird so ein ernstes Thema durch Heuchelei - und auf die hinzuweisen, dürfte dann wohl erlaubt sein.

    Ich sag's aber auch gerne nochmal ganz ernst: Bei diesem schrecklichen Unglück haben alle drei Beteiligten GLEICHERMASSEN mein volles Mitgefühl.

    Der Zoodirektor ganz besonders, dem es wohl kaum anders ergangen sein dürfte als es uns gehen würde, wenn wir plötzlich gezwungen wären, unseren eigenen Hund zu erschießen - ich denke nämlich, daß man zu "seinen" Tieren auch eine sehr enge Bindung haben kann, wenn sie nicht "schmusig" auf dem Schoß sitzen.

    Ich möchte mir lieber nicht vorstellen, wie es ihm oder der Familie der toten Frau mit diesem ganzen Alptraum jetzt geht - und ich kann uns allen einfach nur wünschen, nie in so eine Horrorsituation zu kommen.

    ...ja, vor allem dann, wenn sie auch noch in der Box sitzen, weil sie sonst aus unerklärlichen Gründen zerstören/hinpinkeln, während Frauchen zur Demo gegen die grausame Knast-Haltung von Zootieren geht (sorry, aber DAS konnte ich mir jetzt nicht verkneifen!)

    Zoo-Bashing ist wohl einfach deshalb so verlockend, weil man sich da wunderbar als Tierfreund profilieren kann, ohne daraus selbst irgendwelche Konsequenzen ziehen zu müssen.

    Ginge es um die Millionen und Abermillionen von Tieren, die in diesem unserem Lande sehr, sehr viel mieser dran sind als die in einem gutgeführten (!) Zoo, ginge es ja gleichzeitig ungemütlich dicht ans Eingemachte: ans Hunde- und Katzenfutterfutter aus Massentierhaltung, und vor allem - für Tierfreunde natürlich besonders schmerzlich - um die eigenen süßen Lieblinge, die vielleicht deutlich mieser leben als die umsorgte Tigerfamilie im Freigehege. Es ginge um all die Mäuse, Meerschweinchen, Hamster & Co, die in vielen Käfigen ihre Bewegungsstereotypien zeigen, damit die Besitzer was zum Streicheln haben, um Wohnungskatze, Großstadthund oder Boxpferd, deren Leben auch alles andere als artgerecht ist...und so weiter.

    Dann doch lieber den absoluten Maßstab an die Tierhaltung anderer anlegen....

    Irgendwelche Übrungen zum Abhaken gibt's da nicht, Respekt läßt sich nicht einüben.

    Es ist viel simpler: Er kommt aus demA lltag. Respekt bekommst du, wenn du dich in den Augen deines Hundes als Respektsperson benimmst - rund um die Uhr.

    Das ist praktisch eigentlich ebenso einfach: DU mußt diejenige sein, die Situationen überblickt und auch mal kontrolliert - also in seinen Augen zuverlässig ist.

    Du mußt ihm möglichst "zuvorkommen", also schon seine Absichten und Ansätze lesen können - daß nichts ein Tier mehr beeindruckt, werden dir nicht nur alle Hundehalter, sondern auch Reiter bestätigen können.

    Du mußt also, zum Beispiel, mögliches Fehlverhalten schon im Ansatz sehen und "ansprechen", und nicht erst,wenn er schon mitten dabei ist.

    Und du mußt, mindestens genausowichtig, auch mit Bestätigung zur Stelle sein, sobald er irgendwas "richtig" macht. Nicht die große Party, aber sowas wie ein nettes "gut!" als Feedback - einfach, damit dein Hund merkt, daß du jederzeit "bei ihm" bist und die Lage durchschaust. Sprich: eine ernstzunehmende Respektsperson.

    najira hat es sehr schön erklärt: Er ist WAHNSINNIG aufgeregt, weil er das Ding noch nicht einordnen kann, ihm aber durchaus schon klar ist, daß er etwas wesentlich Spannenderes vor sich hat als das übliche Spielzeug.

    Betatzen-Wollen ist die nächste Stufe der Erkundung, und ich würde das alles durchaus als Beginn einer Jagdsequenz verstehen.
    Hier hast du zum Vergleich meinen Terrier mit seiner allerersten Maus (ich hab das seelenruhig fotografiert, weil ich dachte, der Hund spielt mal wieder Jagen mit seinem Plastikblumentopf):

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    Da kannst du sowohl das aufgeregte Wedeln als auch das erkundende Drauftapsen prima sehen, die Anfänger-Unsicherheit und die hohe Konzentration des Hundes ebenfalls - wenn dir da irgendwas bekannt vorkommt, wäre ich verdammt vorsichtig. Ein Maulkorb wird deine Mäuse nämlich garantiert nicht schützen, sobald der Groschen bei Mozart fällt...

    Irgendwie auch schräg, oder?
    Jedes moderne Auto veranstaltet ein Höllenspektakel, wenn du bloß unangeschnallt losfahren willst - aber der nicht richtig verschlossene Schieber in einem Tigergehege verursacht keinerlei Warnton?

    Auf einen möglichst verfressenen Welpen zu achten, ist sicher kein Fehler - das macht das Leben eindeutig leichter.

    Meine alte JR-Hündin war das Cleverste und Eigensinnigste, was hier bisher rumgelaufen ist, mit Druck ging nix und Futterbelohnungen waren ihr schlicht scheißegal. Nahm sie nicht. Das machte es - vorsichtig gesagt - oft nicht gerade einfach, sie überhaupt zu beeinflussen.

    Die Züchterin ihrer Nachfolgerin hat sich folglich schlappgelacht, als ic h-zigmal besorgt gefragt habe, ob der Welpe auch WIRKLICH richtig schön verfressen ist - aber ich bin nach zehn Jahren mit einer "Unbestechlichen" wirklich heiß dankbar dafür.

    Lernen abseits von Konditionierung, also blitzschnelles, selbstständiges Problemlösen ist vielen Terriern ja in die Wiege gelegt, weil das für einen Baujäger eins DER Hauptzuchtziele war.

    Daß diese Typen dabei sogar sehr wohl bis zu einem gewissen Grad abstrakt denken können, bewies zum Beispiel meine jetzige Hündin mit neun Wochen auf dem ersten Spaziergang in unbekanntem Gelände. Wir waren unterwegs mit Schäferhund und Labrador, kamen an einen breiten, tiefen Bach mit steilem Ufer. Schäfer und Labbi sprangen rüber wie immer & schnüffelten angeregt auf der anderen Seite.

    Die zwei Kilo Russell scheuten vor dem unbekannten Hindernis zurück, peilten kurz die Lage - und rannten plötzlich blitzschnell und zielstrebig zehn Meter nach links. Da war die Brücke, da raste sie rüber und auf der anderen Seite strahlend zu den anderen.

    Das ging so schnell, daß uns Zuschauern wirklich der Unterkiefer runterfiel: Das Hündchen war noch nie hiergewesen, noch nie über diese Brücke gelaufen, konnte also nicht gelernt haben, wozu die gut war - und soweit ich weiß, war es sogar die erste Brücke ihres Lebens. Sie MUSSTE sich da also vorher ein abstraktes Bild gemacht haben, wozu das Ding gut war, denn in der Situation selbst hat sie keine Nanosekunde gezögert.

    Absolut faszinierend, sowas beim Problemlösen zu beobachten, aber du solltest dir schon überlegen, ob du genau das willst, vor allem als Zweithund. Diese Typen erspüren nämlich das Schlupfloch in den fremden Katzen-Garten ebenso gedankenschnell wie jede momentane Unachtsamkeit von dir, die es ihnen erlaubt, ihren eigenen Zielen nachzugehen (zum Beispiel dem Jagdausflug in besagten Katzen-Garten!)

    Manchmal sehnt man sich da schon sehr nach deinem Beispielhund, der vor der geschlossenen Terrassentür brav auf menschliche Hilfe wartet. Was ja auch ein sehr zielführendes, also "kluges" Problemlösungs-Verhalten sein kann. Unser Rüde wandte das regelmäßig vor dem Kühlschrank an, mit flehendem Blick zu Herrchen, und der spurte allerbestens - der Hund mußte nicht mal clickern!