Beiträge von terriers4me

    Hier ist ja schon sehr viel Hilfreiches gesagt worden, also nur nochmal das Eine, Entscheidende: Es geht meist eher darum, an sich selbst zu arbeiten als am Welpen - der nimmt seine grundsätzlichen Vorgaben im Moment noch von euch. Noch. Und leider gibt's da weder Abkürzungen noch Ausknopf - letztlich bist DU die, die das Zusammenleben bestimmt, und das mußt du jetzt lernen.

    Ich weiß, wie schwer das sein kann. Ich bin nämlich von Natur aus auch nicht die Ruhigste, Geduldigste, habe aber eine absolute Schwäche für hochreaktive vierbeinige Raketen ,wie du dir da eine zugelegt hast. Da sind das Erlernen von Ruhe, Geduld und Konsequenz wirklich das A und O, wenn ihr am Zusammenleben nicht beide durchdrehen wollt.

    Sieh es einfach als große Chance - deswegen hast du dir doch einen Welpen angeschafft? Noch hast du es mit einem kleinen, harmlosen Baby zu tun, dem du körperlich und geistig weit überlegen bist, und damit hast du die goldene Gelegenheit, die Regeln des Zusammenlebens vergleichsweise einfach festzulegen. Bei uns bestanden die übrigens vor allem darin, daß ICH SELBST regelmäßig völlig zur Ruhe gekommen bin, zum Beispiel am Schreibtisch, und der Welpe, nachdem er raushatte, daß sich da unter keinen Umständen irgendwas tat, einfach meinem Beispiel folgte und bis zur nächsten Aktivität runterkam. In diesem Alter sind sie ja noch schön schlafbedürftig, und wenn sie kräftiger und munterer werden, sind regelmäßige Ruhepausen schon ein eingespieltes Ritual - mein erwachsener Hund geht heute noch von selbst Mittagsschlaf halten.

    Das, womit du es jetzt zu tun hast, ist wirklich noch vergleichsweise easy. Die dicken Erziehungs-Brocken hast du noch vor dir, sobald der junge Mann körperlich kräftig und unabhängig wird und entdeckt, wozu er auf der Welt ist. Dann wirst du heiß dankbar sein, wenn wenigstens die Grundlage stimmt - also viel Glück!

    So einen Reismix hab ich gerade im Urlaub gefüttert. War eigentlich klasse, leider hatte der Lauch, den mein Hund sonst nicht kriegt, doch wieder die gewohnte Bläh-Wirkung - insofern gab's dann auf Drängen der Ferienwohnungs-Mitbewohner die letzten Tage nur noch aufgekochte Haferflocken zum Fleisch...

    Wenn dein Hund da keine Probleme hat, sollte der aber eigentlich prima gehen - dann mußt du nur noch wg. eventueller Gewichtszunahme ein bißchen aufpassen, wie bei allen Kohlehydraten. Ich würde einfach abwechseln und auch mal was aus der eigenen Küche dazugeben - dann kann man sich auch ohne einschlägiges Studium halbwegs sicher sein, daß der Hund versorgt ist. Außerdem lieben die Viecher verständlicherweise auch mal Abwechslung im Napf.

    Falls du übrigens noch Lust hast, weiterzulesen, kann ich dir das Buch sehr empfehlen:


    Die Autorin ist Tierärztin, züchtet Rottweiler, hat also theoretische und praktische Erfahrung gleichermaßen. Vor allem kann sie viele Zusammenhänge auch mal so aufdröseln,daß sie ohne einschlägiges Studium verständlich sind, statt arme Leser mit Tabellen und Guru-Weisheiten nur noch weiter zu verwirren.

    Jedenfalls eine sehr spannende und informative Lektüre - welche praktischen Schlüsse man dann daraus zieht, bleibt einem ja selbst überlassen.

    Was übrigens die verdammenswerte Stärke angeht, sind zumindest hier die einheimischen Wildcaniden traurig uninformiert: Hier ist gerade der Mais milchreif und süß, und die Füchse schlagen sich, wie jedes Jahr, ebenso begeistert die Bäuche damit voll wie die Wildschweine.
    Man bedenke: mit MAIS! Da würden die Vertreter der reinen BARF-Lehre vermutlich glatt umkippen...

    Der zweite klingt gut, das sind so etwa die Gemüse, die mein Hund auch super verträgt.

    Beim ersten bleiben, als für den Hund verträglich, eigentlich nur Karotten über, sonst bezahlst du lauter fraglichen Kram. Ich hab komischerweise noch keinen Hund erlebt, der Rote Beete mag, und Erbsen als Hülsenfrüchte, Tomaten als Nachtschattengewächse und Lauch/Knoblauch als Zwiebeln sind alle nicht so toll für einen Hund. In kleiner Dosis vermutlich nicht "giftig", aber schwer verdaulich allemal, und Russells sind ja, was Magen/Darm anlangt, oft nicht so die Stabilsten. Mein Terrier würde von dieser Mischung zumindest fiese Blähungen kriegen.

    Was übrigens bei uns generell ein Problem ist: von reinen Fleisch/ oder Fleisch-Gemüsemahlzeiten gibt's gern mal Blähungen. Wenn dieser eigentlich ja minimale Getreideanteil im Futter ist, ist da absolut Ruhe. Weshalb genau ein paar gequollene Hirseflocken Fehlgärungen verhindern, werden dir hier wieder die Fachfrauen erklären können - auf jeden Fall funktioniert es das bei meinem Hund zuverlässig, völlig konträr zu allen Barf-Broschüren.

    Selbstmachen für einen so kleinen Hund erfordert eigentlich kaum zusätzliche Zeit.

    Frischfleisch auftauen mußt du ja eh, und die beiden Eßlöffel Hirse/Hafer/Buchweizenflocken, die mein Terrier dazu bekommt, packe ich dann abends gleich in eine Teetasse, über die ich morgens beim Teekochen auch gleich kochendes Wasser gieße. Bis zum Füttern sind sie dann gut gequollen. Die ebenfalls kleine Menge rohes Obst/gedünstetes Gemüse bleibt meist bei unserem Essen übrig (wie oft auch Reis, Nudeln oder Kartoffeln) oder ist eh im Haus, und wird dann mit der Gabel zerdrückt oder geht mal unter den Pürierstab. Oft für 2-3 Tage voraus - es sind ja immer nur Minimengen.

    Übrigens ist der ganze Kram nicht mehr oder weniger Bio als unser eigenes Essen, und ja: es gibt durchaus auch mal Menschen-Essensreste zum Frischfleisch, weil der Hund total drauf steht. Allerdings selten wg. der schlanken Kastraten-Linie. Öl, Kräuter & Co gibt's ebenfalls, wenn sie gerade zur Hand sind. Da hilft dir im Winter gern die Tiefkühltruhe - ein Minipäckchen gehackte Petersilie reicht ewig.

    Hab ich mal gar nix frisch zum Fleisch, mache ich's mir mit einem Sonderangebots-Babygläschen supereinfach. Die kleinen kosten hier 40 Cent und geben für sieben Kilo Hund zwei fertige Gemüseanteile. Und wenn selbst die nicht im Haus sind, überlebt der Hund durchaus mit Fleisch & Flocken. Hat meiner gerade, weil ich im Urlaub nicht so viel mitschleppen wollte.

    Beim Füttern kannst du den Kleinhunde-Vorteil wirklich voll ausspielen: die Minimengen Ergänzungsfutter zum Fleisch hat man eigentlich immer im Haus, und wenn mal nicht, stirbt das Tierchen auch nicht gleich weg. Beim Airedale war's da schon etwas aufwendiger, und für einen Riesen müßtest du vermutlich wirklich extra kochen - ob ich mir das zumuten würde, weiß ich auch nicht.
    Aber für einen Zwerg ist es wirklich superbequem, und der Terrier scheint die Abwechslung im Napf zu lieben und gedeiht bestens.