Hier ist ja schon sehr viel Hilfreiches gesagt worden, also nur nochmal das Eine, Entscheidende: Es geht meist eher darum, an sich selbst zu arbeiten als am Welpen - der nimmt seine grundsätzlichen Vorgaben im Moment noch von euch. Noch. Und leider gibt's da weder Abkürzungen noch Ausknopf - letztlich bist DU die, die das Zusammenleben bestimmt, und das mußt du jetzt lernen.
Ich weiß, wie schwer das sein kann. Ich bin nämlich von Natur aus auch nicht die Ruhigste, Geduldigste, habe aber eine absolute Schwäche für hochreaktive vierbeinige Raketen ,wie du dir da eine zugelegt hast. Da sind das Erlernen von Ruhe, Geduld und Konsequenz wirklich das A und O, wenn ihr am Zusammenleben nicht beide durchdrehen wollt.
Sieh es einfach als große Chance - deswegen hast du dir doch einen Welpen angeschafft? Noch hast du es mit einem kleinen, harmlosen Baby zu tun, dem du körperlich und geistig weit überlegen bist, und damit hast du die goldene Gelegenheit, die Regeln des Zusammenlebens vergleichsweise einfach festzulegen. Bei uns bestanden die übrigens vor allem darin, daß ICH SELBST regelmäßig völlig zur Ruhe gekommen bin, zum Beispiel am Schreibtisch, und der Welpe, nachdem er raushatte, daß sich da unter keinen Umständen irgendwas tat, einfach meinem Beispiel folgte und bis zur nächsten Aktivität runterkam. In diesem Alter sind sie ja noch schön schlafbedürftig, und wenn sie kräftiger und munterer werden, sind regelmäßige Ruhepausen schon ein eingespieltes Ritual - mein erwachsener Hund geht heute noch von selbst Mittagsschlaf halten.
Das, womit du es jetzt zu tun hast, ist wirklich noch vergleichsweise easy. Die dicken Erziehungs-Brocken hast du noch vor dir, sobald der junge Mann körperlich kräftig und unabhängig wird und entdeckt, wozu er auf der Welt ist. Dann wirst du heiß dankbar sein, wenn wenigstens die Grundlage stimmt - also viel Glück!