Beiträge von terriers4me

    So einen Reismix hab ich gerade im Urlaub gefüttert. War eigentlich klasse, leider hatte der Lauch, den mein Hund sonst nicht kriegt, doch wieder die gewohnte Bläh-Wirkung - insofern gab's dann auf Drängen der Ferienwohnungs-Mitbewohner die letzten Tage nur noch aufgekochte Haferflocken zum Fleisch...

    Wenn dein Hund da keine Probleme hat, sollte der aber eigentlich prima gehen - dann mußt du nur noch wg. eventueller Gewichtszunahme ein bißchen aufpassen, wie bei allen Kohlehydraten. Ich würde einfach abwechseln und auch mal was aus der eigenen Küche dazugeben - dann kann man sich auch ohne einschlägiges Studium halbwegs sicher sein, daß der Hund versorgt ist. Außerdem lieben die Viecher verständlicherweise auch mal Abwechslung im Napf.

    Falls du übrigens noch Lust hast, weiterzulesen, kann ich dir das Buch sehr empfehlen:


    Die Autorin ist Tierärztin, züchtet Rottweiler, hat also theoretische und praktische Erfahrung gleichermaßen. Vor allem kann sie viele Zusammenhänge auch mal so aufdröseln,daß sie ohne einschlägiges Studium verständlich sind, statt arme Leser mit Tabellen und Guru-Weisheiten nur noch weiter zu verwirren.

    Jedenfalls eine sehr spannende und informative Lektüre - welche praktischen Schlüsse man dann daraus zieht, bleibt einem ja selbst überlassen.

    Was übrigens die verdammenswerte Stärke angeht, sind zumindest hier die einheimischen Wildcaniden traurig uninformiert: Hier ist gerade der Mais milchreif und süß, und die Füchse schlagen sich, wie jedes Jahr, ebenso begeistert die Bäuche damit voll wie die Wildschweine.
    Man bedenke: mit MAIS! Da würden die Vertreter der reinen BARF-Lehre vermutlich glatt umkippen...

    Der zweite klingt gut, das sind so etwa die Gemüse, die mein Hund auch super verträgt.

    Beim ersten bleiben, als für den Hund verträglich, eigentlich nur Karotten über, sonst bezahlst du lauter fraglichen Kram. Ich hab komischerweise noch keinen Hund erlebt, der Rote Beete mag, und Erbsen als Hülsenfrüchte, Tomaten als Nachtschattengewächse und Lauch/Knoblauch als Zwiebeln sind alle nicht so toll für einen Hund. In kleiner Dosis vermutlich nicht "giftig", aber schwer verdaulich allemal, und Russells sind ja, was Magen/Darm anlangt, oft nicht so die Stabilsten. Mein Terrier würde von dieser Mischung zumindest fiese Blähungen kriegen.

    Was übrigens bei uns generell ein Problem ist: von reinen Fleisch/ oder Fleisch-Gemüsemahlzeiten gibt's gern mal Blähungen. Wenn dieser eigentlich ja minimale Getreideanteil im Futter ist, ist da absolut Ruhe. Weshalb genau ein paar gequollene Hirseflocken Fehlgärungen verhindern, werden dir hier wieder die Fachfrauen erklären können - auf jeden Fall funktioniert es das bei meinem Hund zuverlässig, völlig konträr zu allen Barf-Broschüren.

    Selbstmachen für einen so kleinen Hund erfordert eigentlich kaum zusätzliche Zeit.

    Frischfleisch auftauen mußt du ja eh, und die beiden Eßlöffel Hirse/Hafer/Buchweizenflocken, die mein Terrier dazu bekommt, packe ich dann abends gleich in eine Teetasse, über die ich morgens beim Teekochen auch gleich kochendes Wasser gieße. Bis zum Füttern sind sie dann gut gequollen. Die ebenfalls kleine Menge rohes Obst/gedünstetes Gemüse bleibt meist bei unserem Essen übrig (wie oft auch Reis, Nudeln oder Kartoffeln) oder ist eh im Haus, und wird dann mit der Gabel zerdrückt oder geht mal unter den Pürierstab. Oft für 2-3 Tage voraus - es sind ja immer nur Minimengen.

    Übrigens ist der ganze Kram nicht mehr oder weniger Bio als unser eigenes Essen, und ja: es gibt durchaus auch mal Menschen-Essensreste zum Frischfleisch, weil der Hund total drauf steht. Allerdings selten wg. der schlanken Kastraten-Linie. Öl, Kräuter & Co gibt's ebenfalls, wenn sie gerade zur Hand sind. Da hilft dir im Winter gern die Tiefkühltruhe - ein Minipäckchen gehackte Petersilie reicht ewig.

    Hab ich mal gar nix frisch zum Fleisch, mache ich's mir mit einem Sonderangebots-Babygläschen supereinfach. Die kleinen kosten hier 40 Cent und geben für sieben Kilo Hund zwei fertige Gemüseanteile. Und wenn selbst die nicht im Haus sind, überlebt der Hund durchaus mit Fleisch & Flocken. Hat meiner gerade, weil ich im Urlaub nicht so viel mitschleppen wollte.

    Beim Füttern kannst du den Kleinhunde-Vorteil wirklich voll ausspielen: die Minimengen Ergänzungsfutter zum Fleisch hat man eigentlich immer im Haus, und wenn mal nicht, stirbt das Tierchen auch nicht gleich weg. Beim Airedale war's da schon etwas aufwendiger, und für einen Riesen müßtest du vermutlich wirklich extra kochen - ob ich mir das zumuten würde, weiß ich auch nicht.
    Aber für einen Zwerg ist es wirklich superbequem, und der Terrier scheint die Abwechslung im Napf zu lieben und gedeiht bestens.

    Ich möchte dich hier bestimmt nicht weiter verunsichern, missionieren oder sonstwas - aber meiner Erfahrung nach sind Russells sehr "sparsame" Hunde, die bei zuviel Fleisch, kombiniert mit zuwenig Leistung, gern Probleme bekommen.

    Ich hab's bei meiner eigenen Hündin erlebt, die ich frisch füttere: Aufgezogen habe ich sie mit etwa 70 % Fleisch und 30 % Gemüse/Getreide, und sie ist prima gediehen. Aber kaum, daß das Hauptwachstum abgeschlossen war, begann sie sich plötzlich immer wieder zu kratzen, ohne daß sich eine Ursache erkennen ließ. Zu dieser Zeit habe ich, eben weil sie ausgewachsen war, den Anteil von Frischfleisch in der Ration auf knappe 50 % gesenkt - und prompt war die Kratzerei weg.
    Bekommt sie jetzt mal kurzfristig mehr, weil ich z.B. im Urlaub die Reinfleischdose nicht ewig stehen lassen wollte, kratzt sie nach wenigen Tagen wieder. Fleischsorte ist dabei egal. Ich bin keine Ernährungs-Fachfrau wie viele hier, die dir genau erklären könnte was da passiert, aber es ist ganz deutlich, daß ihr Stoffwechsel mit zuviel Protein "überfordert" ist.

    Ihre Züchterin erzählte Ähnliches aus britischen Jagdzwingern. Dort bekommen die Terrier oft nur Fleisch am Stück, also ganze Tiere. Geht prima, solange sie im Winter hart arbeiten - arbeiten sie außerhalb der Saison nicht, gibt's bei dieser Ration sehr häufig böse Hautprobleme.

    Ich würde bei einem so leichtfuttrigen Hund also wohl generell mit Fleisch ein bißchen vorsichtig sein - bei uns gibt's auf 7,5 Kilo Hund etwa 100-125 Gramm Frischfleisch täglich, dazu nochmal ebensoviel Gemüse & Getreide, und wir kommen so bestens klar.

    Eigentlich ganz einfach: er ist Frühaufsteher, weil du drauf eingehst - und je eher der tägliche Spaß losgeht, desto schöner für ihn.

    Ähnliche Versuche hat jeder meiner Welpen/Junghunde mit wachsendem Selbstbewußtsein mal unternommen - wäre es nach meiner jetzigen Hündin gegangen, wären wir vermutlich irgendwann kurz nach Mitternacht zur ersten Runde aufgebrochen. Die hat zeitweise auch ganz energisch versucht ,den Tagesanfang nach vorn zu verschieben, noch ein Stückchen und noch ein Stückchen....

    Glücklicherweise bin ich aber dermaßen morgenmuffelig, daß es mir absolut nicht schwer fällt, so eine kleine Nervensäge mit einem unmißverständlich ärgerlichen Knurrer wegzuschieben, mich ignorant wieder im Bett umzudrehen und stur weiterzuschlafen. Wenn ein Hund wirklich muß, sind die Signale ja doch deutlich anders, als wenn's nur um Action und einen vorverlegten Morgenspaziergang geht!

    So hat auch Fräulein Terrier schnell kapiert, daß um gewissen Urzeiten keine (KEINE!) Aufmerksamkeit oder gar Bespaßung zu holen ist und sich das Aufstehen folglich absolut nicht lohnt. Sie hat aufgegeben, und inzwischen ist sie längst die von uns beiden, die länger schläft.

    Bei uns war's also nur eine kurze "Versuch macht klug"-Phase - und ich würde tippen ,daß es bei euch genau dasselbe ist - dein Hund ist ja nicht blöd, und ausprobieren, ob da was geht, kann er ja mal...

    Was diese ewig auftauchende Tränendrüsen-Geschichte angeht: Einen Seestern schmeißt du wieder ins Wasser, überläßt ihn sich selbst und damit ist die glorreiche Tierschützer-Rettungstat abgeschlossen.

    Bei einem Hund geht sie mit dem "Reinschmeißen" ins völlig Fremde gerade erst los, kann gut und gerne 15 Jahre dauern und eine in jeder Beziehung unerwartet teure Verantwortung werden - wie ihr gerade festzustellen beginnt.

    Das ist der kleine, aber entscheidende Unterschied, und insofern hab ich noch nie verstanden, was das eine mit dem andere zu tun haben soll. Euch und dem armen Hund wünsch ich trotzdem sehr viel Glück.

    Amen, Chris - besser kann man's nicht zusammenfassen.

    Ich laß meinen Hund übrigens auch gern mal draußen buddeln und hatte deswegen noch nie Streß. Ist nämlich ganz einfach: Ich FRAGE den Besitzer des abgeernteten Feldes vorher, ob's stört, wenn wir zum Wühlen in seine Maisstoppeln gehen oder mal am umbrochenen Feldrand entlang, bevor wieder eingesät wird.

    Das ist wirklich überhaupt kein Problem, im Gegenteil: die meisten Bauern sind ausgesprochen nett und klönen auch gern mal eine Runde. Falls sie weniger freundlich sind, sollte man sich als Hundebesitzer vielleicht einfach mal überlegen, ob sie nicht sehr gute Gründe haben, bevor man sich aufregt....