Beiträge von terriers4me

    Siehst du - das wird schon!

    Es ist nämlich verblüffenderweise wirklich so, daß du als Mensch den größten Teil Streß in so einen Start einbringst - der Welpe will ja eigentlich nichts mehr, als deinen Vorgaben zu folgen. Bestehen die aber aus unglücklichem Perfektionismus, bist du ständig angespannt, der Kleine "schlußfolgert" mit seinen feinen Antennen, daß es für so viel verborgene Unruhe sicher einen Grund gibt und hat ebenfalls zunehmend Streß. Den du dann wieder nicht einordnen kannst ("Hab ich da etwa was falsch gemacht?! Bin ich jetzt der kynopädagogische Totalversager???")...und so weiter, und so weiter. Teufelskreis pur.

    Entspannen und Druck rausnehmen ist da wirklich der beste Tip von allen: Du hast da jetzt einen niedlichen, unkomplizierten Zwerg, der gerne mit dir seine Hundewelt entdecken möchte. Das macht enorm viel Freude, und du mußt dabei NIEMANDEM irgendwas beweisen. Es ist nämlich DEIN Hund - und für alles, was du mit ihm anfangen möchtest, habt ihr jetzt ein Hundeleben lang so viel Zeit, wie du sie aufbringen möchtest. DU setzt dabei die Regeln, nicht irgendwelche buchschreibenden Supernannys - also kannst du es dir auch leisten, soviel Spaß an deinem Hund zu haben, wie du möchtest, und im Zweifelsfall auch mal gut über den Mist zu lachen, den jedes Lebewesen baut.

    Genau dafür ist der Kleine nämlich eingezogen: Um dir Freude zu machen und deinem Leben eine ganz neue Facette hinzuzufügen - nicht, um dich mit irgendwelchen Vorgaben zu peinigen. Es ist wirklich so einfach, wenn man es sich nur selbst erlaubt!

    Spar euch erstmal den Boxzirkus und nimm den Welpen notfalls mit ins Bett, damit ihr beide mal ein paar Nächte durchschlafen könnt. Da merkst du sofort, wenn er anfängt zu kraspeln, weil er muß, und ansonsten pennt er eben - das nimmt schon mal ganz viel vom Streß und schont die Halter-Nerven ungemein.

    Wenn du dann wieder ausgeschlafen bist, sieht die Welpen-Welt schon ganz anders aus - dann merkst du vielleicht auch, dass DU dir die meiste Panik machst, nicht der kleine Hund. Ist aber gar nicht nötig, denn der Welpe erwartet überhaupt keine Perfektion von dir und wird auch kein frühkindliches Trauma davontragen ,wenn du mal Mist baust. Hunde sind da sehr robust, wenn die Grundbeziehung stimmt, und der Kleine erwartet jetzt nichts von dir als Geborgenheit und Assistenz beim Weltentdecken - dafür brauchst du kein pädagogisches Diplom, einfach nur Spaß an der Sache und möglichst viel Humor.

    Da merkt man doch mal, wie sich die Zeiten geändert haben - vor so roundabout 10-15 Jahren war sowas selbst hier, im städtischen Umfeld, noch Normalität. Natürlich liefen nicht alle Rüden frei, aber ein paar Spezialisten gab's da immer.

    Normalerweise kannte man also seine Pappenheimer bzw. die Möchtegern-Lover der eigenen Hündin genau, insofern

    ...rief man a.) den Besitzer an und informierte ihn, wo Fiffi jetzt gerade vor der Haustür saß

    ...b.) wählt edie verschärfte Variante: arretierte Fiffi per Zweitleine und rief dann den Besitzer an, um ihn zu informieren, wo ...siehe oben

    Das reichte normalerweise. Auch wenn Fiffi meist ein paar Stunden später, spätestens aber am nächsten Tag wieder auftauchte - dann wußten aber zumindest die Besitzer, wo sie suchen mußten.

    Variante c.) Tierheim anrufen & Rüden abholen lassen hab ich nur ganz, ganz selten gemacht - ich erinnere mich da eigentlich nur an einen großen und komplett durchgeknallten, mir unbekannten Setter, der sonst ziemlich sicher plattgefahren worden wäre.

    Variante d.) nix tun & wegscheuchen, kam übrigens nicht in Frage.
    So haben wir unseren eigenen Rüden nämlich noch im Greisenalter verloren: Er war meinem Vater nachts abgehauen und blieb dann trotz intensiver Tag- & Nacht-Suche verschwunden, bis er eine Woche später tot auf Bahngleisen gefunden wurde. Wie sich später herausstellte, war er weit zu einer läufigen Hündin gelaufen, hatte dann den Rückweg nicht mehr gefunden & war noch tagelang rumirrend gesehen, aber von allem Leuten nur verscheucht worden...

    Knochen ist einfach der Inbegriff der Superbeute, da kannst du deinen Hund schon mal als Raubtier kennenlernen - nimm's also erstmal nicht allzu moralisch-tragisch, sondenr trainiert's einfach. Gute Tips hast du ja schon bekommen.

    Ich gehör ja zu den bekennend Grausamen, deren Hunde sich jederzeit alles wegnehmen lassen müssen - nachdem ich einmal einen entsetzlichen Todesfall mitbekommen habe, weil der Hund den (legalen) Knochen nicht ausgab, kenne ich da absolut nichts.

    Das war bis jetzt auch immer ganz undramatisch, weil wir das von Anfang an genauso geübt haben wir Anleinen oder Rankommen, und zwar so: Welpe hat Knochen, ich komme und nehme ihn mit einem freundlichen "Aus", schiebe was Leckeres in den Welpen, "inspiziere" den Knochen mit ein paar netten Worten und - ganz wichtig! - gebe ihn dann mit Lob zurück und lassen den Hund damit in Ruhe. So hat sich das einfach als Ritual eingeschliffen - ich kann an alles ran, aber der Hund erleidet nicht automatisch einen "Verlust", und alles ist kein Grund zum Aufregen.

    Ich war da wirklich froh drum, als meine Terrierhündin stoffwechselkrank wurde und erblindete, und eins ihrer ganz großen Lebens-Highlights dann der monatliche Zahnputz-Kalbsknochen wurde. Den mußte ich ihr unbedingt nach einer Zeit wegnehmen, damit sie keine Verdauungsbeschwerden bekam, und das wäre ohne dieses "Gewohnheitsrecht" wohl schwer geworden.

    Die Behinderte wollte nämlich absolut NICHT in Ruhe fressen, die wollte stilechten Raubtierspaß. Wenn sie konnte, schleppte sie das schwere Ding mit vollem Körpereinsatz nicht nur aus dem Haus nach draußen, sondern da möglichst dicht an die Gartengrenze, an einen strategischen Punkt, an dem sie die ganze Straße "im Ohr" hatte. Und dann ging der Spaß los: während sie raspelte, knurrte sie zusätzlich bei jedem Passanten wie eine Hyäne - das war wirklich Beutegreifer-Vergnügen pur. Notfalls wartete sie mit den Kauen sogar, bis endlich wieder jemand vorbeikam und die Show sich lohnte. Und an seltenen Glückstagen kam sogar mal ein anderer Hund...

    Hier ist ein Foto davon - beachte den Raubtierblick über der Megabeute:

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    Insofern: Knochen lädt Hunde offenbar extrem zur großen Show ein, weil das sowas Tolles ist - aber auch das läßt sich trainieren!

    Ich hab's getan, einfach aus Interesse dran, wie die Hunde der in Frage kommenden Züchter wohl "drauf sind" - du kannst ja oft aus der Art der Arbeitsprüfungen schon Rückschlüsse daraus ziehen, was das wohl für Typen sein könnten.

    Aber ganz ehrlich: für mich ist sowas immer auch eine Art ausgelebter Vorfreude - du kannst dich mit "deinem" eventuellen künftigen Hund sozusagen schon ein bißchen vertraut machen, ergänzend zum persönlichen Gespräch.

    Viele Züchter bieten solche Infos inzwischen online an. Hier ist eine Züchterwebsite, wo du sehen kannst, wie das funktioniert - einfach mal als Beispiel:

    http://www.rednock.com/?page_id=24

    Da hast du also die Hündinnen in der Zucht, kannst dir durch Anklicken eine "aussuchen" und dann sofort sehen, welche Gesundheitstests sie hat (hier sind es die auf rassetypische Probleme, Augen, Gehör und Kniescheibe, die damit minimiert oder sogar ausgeschlossen werden, je nach Erbgang), welche Show- oder Leistungstitel sie hat. Und darunter, im Pedigree, siehst du sogar das gleiche von ihren Vorfahren.

    So ähnlich kannst du das auch bei jeder anderen Rasse erwarten, wenn du einen Hund mit seriösen Papieren kaufen möchtest, natürlich verschieden je nach rassetypischen Anforderungen oder Problemen.

    Hundertprozentige Garantien gibt es natürlich für ein Lebewesen nie - aber auf diese Weise kannst du zumindest nachprüfen, dass alles Mögliche getan wurde, um den Hunden einen möglichst guten, also erbkrankheitsfreien Start zu ermöglichen - und damit hoffentlich ein langes, gutes Leben.

    Eigentlich ist doch alles wie immer: völlig vom individuellen Welpen abhängig.

    Handfütterung zum Beispiel wäre bei meiner kleinen Granate ein absolutes No-go gewesen. Einmal, weil sie selbst beim Leckerli auf dem Spaziergang so hochfuhr, daß sie es entweder sofort schwungvoll wieder ausk*** oder als geballte Ladung gegen Spaziergangsende. Begeisterung und Verdauung gingen bei ihr einfach nicht zusammen.

    Zum Überfluß war sie auch noch einer der weltgrößten Schlinger. Hätte ich sie da auch noch generell aus der Hand gefüttert, wäre sie in dieser ewigen Erwartung, es KÖNNTE ja vielleicht, eventuell, doch......irgendwie mal was geben, tagsüber nie zur Ruhe gekommen und hätte vermutlich auch heftige Verdauungsbeschwerden bekommen.
    Die brauchte unbedingt genau das Gegenteil: feste Futterzeiten mit ebenso fester Ruhepause danach, und die Sicherheit, daß es dann und dann was gab - und zwischendurch garantiert nicht. Nur so konnte sie schnell runterfahren und sich entspannen.

    Sie sind wirklich alle verschieden. Insofern: Ich würde den Welpen einfach abholen und mich die ersten paar Tage schlicht am Beobachten freuen - der Kleine wird sowieso von sich aus deine Nähe suchen. Dann siehst du schon, ob du eher den Phlegmatiker oder den Hibbel, den Schüchternen oder den Draufgänger erwischt hast und kannst dich an alles Weitere entspannt rantasten.

    Verbindliche Vorgaben gibt's da nicht, und das ist ja gerade das Tolle: Das ist jetzt DEIN Hund - und folglich habt ihr für alles genau so viel Zeit, wie du sie euch gönnen möchtest.

    Ich find die reinen Gemüsegläser für den Urlaub superpraktisch.

    In einer Ferienwohnung ist es irgendwie blöd, 50 Gramm-Gemüseportionen extra für den Hund zuzubereiten. Und da das verwöhnte Vieh von eingeweichtem Trockenkram Blähungen kriegt, die den Urlaubsfrieden ernsthaft gefährden, gönnen wir uns den Luxus.

    Umstellen dauert so etwa ein halbes Jahr, jedenfalls laut Tierklinik, und bei meiner Russellhündin kam das auch recht genau hin.

    Kompensieren tun blinde Hunde übrigens am meisten über den Tastsinn - dir ist doch sicher auch schon aufgefallen, daß dein Hund jetzt die Pfoten anders setzt, eben "tastender"? Insofern hat sich das bei uns sehr bewährt, vor der Treppe oben und unten jeweils so eine rutschfeste Schmutzfangmatte auf den Holzfußboden zu legen - der Terrier hatte blitzschnell raus, daß dieser Untergrundwechsel die Treppe ankündigt und ist dann so gut wie gar nicht mehr gefallen.

    Draußen haben wir dasselbe gemacht: unmittelbar vor dem Einfahrtstor einen Streifen Kies gelegt. Damit konnte der Hund bald wieder im gewohnte Tempo zur Grundstücksgrenze flitzen, ohne dabei ins Tor zu rasseln. Kamen die Pfoten auf den Kies, wurde sofort gebremst.

    Was bei uns übrigens überhaupt nicht geklappt hat, war die Sache mit den Glocken - das hat den armen Hund regelrecht in die Flucht geschlagen.
    Ich hab mir stattdessen angewöhnt, drinnen erstmal ein bißchen fester aufzutreten (was bald nicht mehr nötig war) und überdies zu sagen, wohin ich gehe, ob die Treppe "rauf" oder "runter" - dann konnte sie selber entscheiden, ob sie mitkommen oder lieber auf dem Sofa bleiben wollte.

    Draußen hab ich einfach vor mich hingesummt oder -gesungen, so daß der Hund mich gut orten konnte - da war ich dann manchmal schon dankbar, wenn wir in einsamen Gegenden spazierengingen...

    Bei uns war der Zweithund der Sohn der Ersthündin.

    Konflikte gab's überhaupt keine, die beiden lebten reibungslos nebeneinander her - aber mehr auch nicht. Sie waren sich gegenseitig wurscht und jede/r wäre einzeln sehr viel glücklicher gewesen. Der Tod seiner alten Mutter dürfte für den neunjährigen Rüden einer der schönsten Tage seines Lebens gewesen sein: von da an blühte er total auf.