Beiträge von terriers4me

    Oh, wie ich das kenne! Meine Airedalehündin kam erst mit fünf Monaten zu mir, und bis dahin hatte sie, aufgewachsen bei einem alten Ehepaar, das mit den Hunden praktisch draussen auf dem Hof lebte, ganz fest gelernt, dass genau dieser Hof auch die einzige akzeptable Toilette war. Und daran hielt sie sich, mit genau dem Ergebnis, das du beschreibst.

    Ich hatte nur einen dicken Vorteil: der kleine Hund kam im schönen Sommer. Und so habe ich das Problem buchstäblich aussitzen können: Ich hab mir ein Buch mitgenommen und bin so lange im Wald sitzengeblieben, bis sie sich endlich löste. Mit fünf Monaten haben sie ja zum Glück noch nicht die Kontrolle von später, können also nicht ewig durchhalten, und reichlich leckeres Leberwurstwasser vor dem Spaziergang trug dazu bei, den Druck zu erhöhen.

    Trotzdem haben wir mehrere Wochen gebraucht, bis der Hund bereit war, sich umzustellen, und mit den Freudentänzen und Fütter-Orgien um jede Pfütze/jeden Haufen draußen habe ich mir in der Nachbarschaft den Ruf eingefangen, ziemlich gestört zu sein. (Aber immerhin soweit harmlos!)

    Das Prinzip saß dann soweit, aber sobald der Hund unterwegs Streß im Revier bekam, konnte man noch lange darauf wetten, dass sie alles zusammenkniff, bis endlich die sichere Gartenpforte hinter uns zuging, und sie sich mit einem fast hörbaren Seufzer der Erleichterung aufs sichere Grundstück hocken konnte....

    Meine Erfahrung damals: Von selbst gibt sich da nichts, im Gegenteil: die Angewohnheit verfestigt sich. Es hilft wirklich nur, erstmal hartnäckiger zu sein als der Hund - und ich wünsche dir viel Glück dabei!

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    Daher kam es ohne Leine nie zu Problemen.

    Es müßte wohl eher heißen: Daher kam es ohne Leine NOCH nie zu Problemen!

    Der Hund ist erst anderthalb, und ich würde hoch drauf wetten ,dass es spätestens mit dem Erwachsenwerden soweit ist, dass es ihm beim rabiaten Vertreiben von allem ,was er nicht im Revier haben will, völlig egal ist, ob angeleint ist oder nicht.

    Was für eine schräge Theorie - ich würde da eher sagen: Noch braucht er, weil jung, euren direkten Rückhalt (Leine) zum Lospöbeln, aber sicher nicht mehr allzulange.

    Bei uns kam die dem Hund vertraute TÄ nachhause. Wir haben uns dann nebeneinander aufs Sofa gesetzt, Hund auf meinem Schoß, und uns ein bisschen business as usual-mäßig unterhalten, während wir sie beide gekrault haben, was sie so sehr liebte. Fiel mir natürlich schwer, habe ich aber hinbekommen. Als Kümmel ganz entspannt war, bekam sie die Narkose, allerdings intramuskulär in die Hinterkeule, weil sie, hypersensibel wie sie nun mal war, war, beim Zuganglegen nur Angst und Streß bekommen hätte.

    Wir haben sie dann gestreichelt, bis sie wirklich tief weg war. Sie schlief absolut friedlich auf diesem ihrem Lieblingsplatz ein, dann musste ich aus dem Zimmer, während tatsächlich die Spritze ins Herz gesetzt wurde. Ich glaube,sie hat vorher sogar nochmal Narkose nachgegeben ,das weiß ich aber nicht mehr genau.

    Jedenfalls, so traurig das Abschiednehmen war, so ruhig und wirklich "rund" war das Ende an sich. Wie es diesmal laufen würde, weiß ich noch nicht, auf jeden Fall zuhause. Erbse hat aber viel weniger Angst vor dem Tierarzt, also könnte man da wohl Zugang legen und einfach Überdosis geben. Ich hoffe, wir haben noch Zeit bis dahin - aber damals war ich bei allem Kummer richtig glücklich, dass mein Hund ein so dermaßen friedliches Ende gehabt hatte.

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    Selten, aber möglich

    Etwas OT, aber ich muss gerade ziemlich grinsen Ich habe Bekannte, denen sowas theoretisch möglich wäre ,und die sogar lange Riesenschnauzer gehabt haben. Die haben sich im höheren Alter wieder einen Hund zugelegt - und zwar einen klitzekleinen Maltesermix.

    Aus keinem anderen Grund als dem, dass sie sich einfach in das quirlige Zwerglein verliebt hatten. Inzwischen freuen sie sich auch sehr am praktischen Vorteil: Endlich mal ein Hund, der in der Kabine mitfliegen darf - die Schnauzer mussten immer in den Frachtraum. Da half dann auch kein Gut....

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    (Und weise ich oft darauf hin, dass es auch alte Hunde in Tierheimen gibt, deren Lebenszeit absehbar ist und die zudem oft schlechtere Vermittlungschancen haben ...).

    ...und die man sich leider, dank der immensen, bei Hundesenioren kaum noch versicherbaren TA-Kosten, im Alter oft noch weniger leisten kann als vorher schon.

    Auf irgendwelche Tierschutz-Kostenübernahme-Zusagen würde ich mich nie verlassen, nachdem ich hier einen Fall mitbekommen habe, in dem das gründlich schief ging: als es drauf ankam, war der Verein aufgelöst und die Übernehmerin blieb auf genau den immensen Kosten sitzen, die sie sich eigentlich nicht leisten konnte.

    Ich bin schon acht Wochen nach dem Tod meines unvergesslichen Kümmel-Terriers ziemlich unerwartet zu einem Welpen aus ihrer weiteren Verwandtschaft gekommen. Als später die Papiere ankamen, habe ich beim Geburtsdatum der Kleinen doch gestutzt: Es war der Todestag ihrer Vorgängerin.

    Lacht mich aus, aber das habe ich als Zeichen genommen ,dass mein Kümmelchen da nochmal ihre kleinen weißen Pfoten im Spiel gehabt hatte (sowas hätte zu ihr gepasst!), und dass die Kleine genau deshalb ein ebensolcher Traumterrier werden würde wie sie selbst.

    Gut fünfzehn Jahre später kann ich sicher sagen ,dass ich mit dem zweiten absolut richtig lag. Und das erste? Tja.....

    Ich komme im Hunde-Umgang in keine Zweifels-Krisen mehr ,seit ich mir 2 Dinge ganz klargemacht habe:

    1.) Ich tue zwar, was ich kann, aber ich KANN nicht alles richtig machen. Kann kein Mensch.

    und 2.) und wichtigstens: Hunde haben uns seit 15.000 gemeinsamen Jahren unsere Fehler verziehen, meiner geht also sicher nicht daran kaputt, wenn ich, siehe 1.) nicht perfekt bin.

    Insofern: Ich mache mir da schon lange keinen Druck mehr, und seitdem klappt seltsamerweise vieles deutlich besser.