Beiträge von terriers4me

    Ich hab mir bei meinem Airedale da mal sowas wie den Overkill an Konditionierung geleistet: Dem jugendlichen Landei den ersten Innenstadt-Silvesterlärm ausgiebig mit dänischen Butterkeksen schöngefüttert, so etwa pro Kanonenschlag einen Kekskrümel.

    Der Hund war hin & weg (sowas gab's sonst NIE!), überstand alles bestens - und ließ fortan bei allem, was auch nur annähernd knallte, alles stehen und liegen, um wie eine Verrückte zu dieser Keksdose zu rasen und strahlend und wedelnd davorzustehen....sehr wirksam, aber ganz so viel hatte es eigenlich nicht sein sollen. *ggg*

    Hab gerade meinen Vater nochmal gefragt: Bei uns war's so, daß er den Schaden vom Auffahrenden ersetzt bekam und selbst nichts tragen mußte, weil bei großen Hund innerorts das harte Bremsen aus vergleichsweise geringer Geschwindigkeit voll gerechtfertigt war. Mit sowas wiederum hätte der Hintermann rechnen müssen - hätte ja auch ein Kind sein können.

    Die Versicherung des Auffahrenden hat sich dann an die Hundehalter-Haftpflicht gehalten, die ebenfalls zahlte, weil der aus der Kontrolle seiner Besitzerin entlaufene Hund ganz klar der Verursacher war (Tiergefahr!)und seine Halterin folglich haftete.

    Wir waren mal ziemlich in der Lage des Vorderen: Kurz hinter dem Ortsschild, von einer Landstraße gerade auf Stadtgebiet, sprang uns plötzlich ein Beardie aus einem Busch vors Auto. Mein Vater hatte schon abgebremst, als er den Hund dem Gebüsch über dem Bürgersteig schießen sah, mußte bei dem Sprung trotzdem hart bremsen, gottseidank nicht mehr aus hohem Tempo. Hintermann aufgefahren, kein Personenschaden, Autos gut verbeult.

    Gezahlt hat unseren Schaden die Versicherung des Auffahrenden, weil der den Sicherheitsabstand innerorts stark unterschritten hatte, aber soweit ich mich erinnere (lange her), mußte für dessen Schaden auch die Hundehalter-Haftpflicht mit einspringen. Insofern wurde ich sowas als Hundehalter auf jeden Fall melden. Schließlich ist der Hund der Verursacher der ganzen blöden Sache, und wenn jemand nett genug wäre, mein Tier nicht zu überfahren, würde ich keinesfalls wollen, daß er auf einem Schaden sitzenbleibt.

    In unserem Fall war die Hundehalterin eh sozusagen aktenkundig: Der Beardie, der auf der anderen Straßenseite wieder zitternd, aber unverletzt in den Büschen hockte, war Stunden vorher entlaufen und wurde schon polizeilich gesucht - insofern gab's auf diesem Umweg gleich noch ein Happy End.

    Da das hier gerade ganz aktuell ist: dasselbe wie sonst. Meinen unersetzlichen Hund gleichzeitig vermissen und dankbar sein. Sowohl für die gemeinsame Zeit als auch für das Geschenk, daß ich wenigstens den leeren Platz wieder mit einem - auf ganz andere Art - wunderbaren Tier füllen durfte. That's life!

    Wenn ihr Training und Arbeit in den Hund investieren wollt, wäre vielleicht auch ein Airedale-Terrier interessant? Paßt in der Größe, macht fröhlich alles mit, ist robust und verkaspert genug (und nicht zu schwer!) für die Kinder, aber auch Arbeitshund genug für jede "ernsthafte" Beschäftigung, wenn's einen der Erwachsenen wirklich packt.

    Nimmt man einen mit hartem Fell und trimmt regelmäßig selbst (leicht zu lernen) haart der Hund so gut wie überhaupt nicht, mein Airedale war der am wenigsten haarende Hund, den ich je hatte.

    Dagegen spräche allerdings, daß ein guter Airedale richtig Power, Terrierdickschädel und Jagd- und Schutztrieb mitbringt. Das ist allerdings besser zu handhaben als bei den kleineren Terrieren, da kommt der Gebrauchshund deutlich durch. Er ist viel eher bereit, zu kooperieren und eure Prioritäten zu übernehmen - aber diesen mitreißenden Terrierwitz hat er eben trotzdem.

    Schon ein Hund, der konstant erzogen und geführt werden möchte, auch sehr bewegungsfreudig - aber wirklich einer, für den sich jedes Engagement lohnt: Er ist einfach ein soo toller Allrounder!

    Ein verzeifeltes Mittel gibt's wohl, hab ich mal von einem alten Vogelzüchter gehört, der rund um seine Voliere regelmäßig Zugeflogene so einfing: mit einem schnellen Wasserstrahl aus dem Schlauch total durchnässen, so daß er auf den Boden muß. Pitschnaß ist der Vogel flugunfähig, dann kannst du ihn einsammeln. Bestimmt sehr stressig, aber dem sicheren Tod dann doch vorzuziehen.

    Nicht ganz einfach, denn 1. mußt du natürlich auf Anhieb treffen und 2. muß der Druck zwar so hoch sein, daß der Vogel so naß ist, daß er nicht mehr wegkommt, aber keinesfalls so hoch, daß er verletzt wird.

    Ich geb's einfach mal als Verzeiflungsmaßnahme ungeprüft weiter, drücke aber sehr die Daumen, daß ihr den armen Kerl in den Käfig locken könnt!
    (Übrigens mochten meine Kanaris absolut keine Kolbenhirse, ein Bad hätte sie viel eher gelockt!)

    Alles rund um Leistungslinien ist ja schon gesagt, mein persönlicher Zusatz-Tip wäre noch: Wenn's unbedingt Moderasse sein muß, dann einen Züchter suchen, der schon gezüchtet (und die Hunde möglichst gearbeitet) hat, BEVOR sie Mode wurden.

    Der ist nicht nur schon so lange dabei, daß er/sie Linien und Vorfahren der eigenen Hunde genau kennt, da ist auch die Chance am höchsten, jemanden zu finden, der wirklich der Hunde und nicht des schnellen Geldes wegen dabei ist. Risiko bleibt bei einem Lebewesen selbstverständlich immer, aber damit hab ich wirklich gute Erfahrungen gemacht. Die Suche kostet dann vielleicht einiges mehr an Aufwand - aber es geht ja ohnehin um einne langfristige Entscheidung!

    PS: In meiner Nachbarschaft gibt's übrigens einen ganz tollen, schlanken, als Rettungshund ausgebildeten und mit neun noch kerngesunden und fitten Labbi. Die Besitzer haben aber auch sehr, sehr gezielt gesucht und den Hund schließlich aus einer britischen Leistungslinie geholt - scheint sich wirklich gelohnt zu haben!