Beiträge von terriers4me

    Wir haben genau das gerade hinter uns: Das Horn einer vorderen Zehenkralle beim Toben auf hartgefrorenem Grund halb aus- und hochgerissen - und zwar so heftig, daß da mit do it yourself nichts mehr zu machen war und der Tierarzt das verletzte Stück abnehmen mußte.

    Hund wurde also gestern sediert (keine Narkose!), ließ die Prozedur dann entspannt über sich ergehen und schlief den ganzen Nachmittag einen dicken Rausch aus. Muß übrigens ein primal Stoff gewesen sein, der Terrier war permanent am Wedeln.

    Wenn's also richtig heftig ist (was wir ja von hier aus nicht beurteilen können), würde ich garantiert nicht aufs Sedieren verzichten: Dem Hund meines Vaters hat mal ein TA eine verletzte Kralle ohne Betäubung "gezogen". Der Hund hat sich in Panik eingekotet und biß für den Rest seines langen Lebens beim TA um sich wie ein Rasender, wenn der nur in Beinnähe kam. Beim Krallenschneiden zuhause war er auch nicht mehr sehr kooperativ - um es mal vorsichtig auszudrücken.

    Wenn der Hund auf dem Zeh laufen muß (es also nicht die Daumenkralle ist), würde ich's auf jeden Fall vom TA behandeln lassen. Antibiotika brauchen wir übrigens bisher nicht, dafür muß ich die Pfote nach jedem Rausgehen in Schmierseifenlösung baden.

    Ist schon eine blöde Sache, vor allem bei einem lebhaften Hund - also ganz gute Besserung für deinen Labbi!

    Wo ihr gerade bei den Dobermännern seid - kennt sich hier jemand in Rassegeschichte aus?

    Reichskanzler Otto von Bismarck war ja für seine Doggen legendär, insofern wurde/wird auf Fotos jeder große Hund, den er bei sich hatte, pauschal als "Dogge" bezeichnet. In späteren Jahre hatte er aber auch einen Dobermann, der aber meist - siehe oben - als Dogge eingestuft wurde.
    Hier ist ein Bild - kann das der Hund rechts innen sein? Sieht fast so aus, oder? Deutlich zierlicher gegen die berühmte Dogge Tyras (außen)?

    http://schnauzerfoto.de/wp-content/upl…car-300x260.jpg

    So viele so interessante Bilder und Beiträge - danke!

    Hier ist dann mal zum Vergleich ein Hundetyp, der sich eher wenig verändert hat:

    Carlisle Tack, geboren 1884, stammte direkt von John Russells Terriern ab, war also ein Stammvater sowohl der Fox- als auch der Jack Russell Terrier:

    http://en.wikipedia.org/wiki/File:Carlisle_Tack.jpg

    Und hier ist zum Vergleich sein entfernter Nachfahre, 130 Jahre - also sehr viele Hundegenerationen - später:

    http://www.rednock.com/?page_id=1210


    Außer daß der Hund etwas "gefälliger" in den Linien ist, hat sich da nicht viel verändert - was wohl auch daran liegt, daß diese Hunde nach wie vor denselben "Beruf" haben.

    Würde man einen modernen Drahthaarfox-Nachfahren danebenstellen, wäre die Ähnlichkeit wohl weniger auffallend.

    Was den Mops angeht: Freunde von mit haben einen mittlerweile neunjährigen Ami-Mops, größer und kräftiger, als die meisten Möpse, die hier rumlaufen, und vor allem mit deutlich mehr Nase. Die ist bei ihm etwa so wie bei einem Boxer und verschwindet nicht etwa in irgendwelchen Gesichtsfalten. Atmet frei, schnarcht nicht und kann ausgiebig mit einem Terrier spielen, ohne umzukippen.

    Als er jünger war, hat seine Besitzerin irgendwann mal über den Versuch nachgedacht, ihn hier zur Zucht zuzulassen (volle AKC-Papiere hat er) und sich dafür mit einer erfahrenen Mopszüchterin in Verbindung gesetzt. Die Auskunft: Keine Chance, da zu groß, zu kräftig, nicht massig genug, zu athletisch, zu wenig "niedlich", zu wenige Gesichtsfalten und viel zu lange Nase. Das wäre absolut nicht das, was man sich in Deutschland unter einem Mops vorstelle. Inzwischen ist er kastriert.

    Ich hab mal ein Bild gefunden, das ihm im Typ ungefähr entspricht. Sowas wäre schon ein fitter kleiner Molosser, bei dem ich schwach werden könnte - aber meine Freunde würden ihren niemals hergeben...

    http://images.marthastewart.com/images/content…52_lewis_xl.jpg

    Meine erste Hündin hat es mal auf neun Tage gebracht, als ich ihr im Urlaub, weil damals nix anderes an Hundefutter zu kriegen war, Frolic andrehen wollte. Ganz gehungert hat sie nicht, weil sie einige Mäuse gefangen und gefressen hat, aber das rote Zeug hat sie auch mit völlig eingefallenen Seiten noch kategorisch verweigert - während die ganzen Dorfhunde verrückt darauf waren.

    Ich hab ihr dann schließlich erlauben müssen, sich am "Schweine-Eimer" zu beteiligen, aus dem der Hofhund fraß. Das hat sie mit Begeisterung und ohne böse Folgen getan, obwohl da Gottweißwas drin war - von Kaffeesatz über Salzkartoffeln bis Kotelettknochen.

    Und ich bin mir als die totale Hundehaltungs-Versagerin vorgekommen - ich hatte doch extra Hundefutter gekauft, um alles richtig zu machen, obwohl alle über mich gelacht hatten, weil ich soviel Aufhebens um einen Köter machte. Und dann das!

    Heute denke ich, meine Hündin war schlicht viel, viel schlauer als ich!

    Hier ist noch so eine Kandidatin, die bei Kälte rennt, tobt und springt wie eine Verrückte, von selbst überhaupt nicht aufhören würde und ohne Extra-Futter schnell an Gewicht verliert - ein Problem, das ich bei einer Kastratin eher nicht erwartet hätte.

    Insofern gibt's hier öfter gekochte Haferflocken mit Gänseschmalz extra - dann hält sie wenigstens ihr Sommergewicht. Das zusätzliche Pfund, das die TÄ gern auf dem Hund sehen würde, kriege ich im Winter aber sicher nicht drauf!

    Fell ist übrigens kurzes, festes Drahthhar mit reichlich Unterwolle, oberseits sehr dick, unterseits gerade so gut wie nackt, weil wg. US geschoren.

    Mach dir nichts draus, Gaby - ich weiß das auch nur, weil ich anno dunnemals jemanden für eine kynologische Zusatz-Prüfung zum Jagdschein abhören mußte - da bleiben dann die seltsamsten Sachen hängen...

    Ich bin ja nun zu Hochzeiten des Dackelbooms zur Schule gegangen, und insofern war mein erster Ausführ-Hund ein langhaariger Roter, sehr lieb, sehr gefräßig, sehr schmusig und ohne eine Spur dieser Schnappigkeit, die denen später als Rasse so ein bißchen den Garaus gemacht hat. Der hätte sich wirklich als Rentner-Hund ebenso geeignet, wie er uns Kindern alles verziehen hat, aber ein bißchen langweilig war er schon.

    Total bewundert hab ich später den Kurzhaardackel unseres ersten Tierarztes, einen vernarbten Profijäger, der passenderweise so hieß wie ein deutscher Kaiser. Ich habe nie - auch unter Terriern nicht - wieder einen Hund getroffen, dessen Selbstbewußtsein so in keinem Verhältnis zu seiner Körpergröße stand, und selten wieder einen so schlauen.

    Lag natürlich auch mit daran, daß in Herrchens Wartezimmer alle noch so großen Rüden sachte vor sich hinzitterten, und das schrieb dieser Dackel ganz klar seiner eigenen Furchtbarkeit zu. Er nahm solche Opfer dann gerne diskret grollend schon an der Haustür in Empfang, stakste mit ins Wartezimmer und patrouillierte da knurrend, an die Stühle pinkelnd und kratzend vor ihnen auf und ab. Herrchen fand das lustig, insofern durfte er, und den Falschen hat er sich nie ausgesucht - er war ja nicht blöd!

    Ein total geniales Viech, insofern: Sollte mir je ein Dackel passieren ,dann sicher ein kurzhaariger, ein richtiger "German Sausage Dog".

    Doch, das stimmt schon ein bißchen mit den Terriern - aber nur bei den Rauhhaarigen. Der "Ursprungs-Teckel" war glatthaarig, und das Rauhhaar verdankt er tatsächlich Terriereinkreuzungen, während der Langhaardackel Spanielblut führen soll.

    Deutsche Jagdterrier haben damit allerdings nichts zu tun, die sind als Rasse viel jünger als Dackel.