Beiträge von terriers4me

    Ich hab hier auch so eine Kandidatin, eine anderthalbjährige PR-Hündin, ironischerweise auch noch eine Kastratin, die sich mit Begeisterung jedes verfügbare Gramm abflitzt.

    Gefüttert wird sie frisch, und ich achte darauf, daß sie reichlich tierisches Fett bekommt, gebe also viel fettes Lammfleisch, grünen Pansen und regelmäßig Fischöle dazu. Der Hund sieht gut aus und ist ebenso fit, aber auf der sehr schmalen Seite, was ich für Alter und Rasse ganz normal finde.

    Als sie allerdings nach einer Krankheit unbedingt ein Pfund zunehmen sollte, habe ich das nur mit Extra-Kohlehydraten und Fett geschafft: mit gekochten Hafer/oder Hirseflocken plus Gänseflomen.

    Den "sticht der Hafer"-Effekt, den ich von Pferden tatsächlich kenne, hatte dieser Hund absolut nicht, das Temperament blieb unverändert. Das tierärztlich angeordnete Extra-Pfund haben wir in drei Wochen draufgekriegt. Seitdem lege ich einfach bei Hafer, Hirse oder Buchweizen zu, sobald die Rippen wieder zu sehr hervorkommen, und das klappt problemlos. Frischer, fettiger Kartoffelbrei geht übrigens auch recht gut. Ohne diese Extra-Kohlehydrate kann sie ihr Gewicht bei Mehrbelastung wie Schnee-Toben offenbar nicht halten.

    Vielleicht probierst du bei deinem Hund einfach mal aus, wie er auf kleine Getreide- bzw. Pseudogetreidemengen reagiert und entscheidest dann über die Futtersorten?

    Das ist ein sehr guter Rat: Fahr WEIT weg von zuhause, so daß du auf keinen Fall Besuch von/mit Momo bekommen kannst!

    Das wäre nämlich ein Hin und Her, das ihn tatsächlich sehr stressen könnte, auch, weil dich dann gestreßt, angestrengt und in einer Ausnahmesituation erlebt - und wenn der Hund "unglücklich" wirkt, hättest du auch noch einen 1a-Vorwand, die Reha abzubrechen...

    Tu euch das nicht an, fahr weit weg, konzentrier dich ganz auf dich und vertrau den beiden Männern. Die packen das schon!

    Glaub mir: sensibler und mehr in "Symbiose" lebend als meine blinde Hündin kann auch kein Aussie sein - und selbst die ist bestens klargekommen, sogar in anderer Umgebung, und hat mir absolut nichts nachgetragen. Hunde haben uns ja die schöne Fähigkeit voraus, einfach in der Gegenwart zu leben und sich der prima anpassen zu können.

    Bloß ich, ich hätte jeden hundelosen Abend am liebsten geheult - und ich habe ein bißchen das Gefühl, das könnte auch bei dir das Hauptproblem sein?

    Auch von mir ein: Fahr in die Reha, unbedingt!

    Ich kann dir überdies aus vielfacher eigener Erfahrung sagen, daß auch ein sehr an eine Person gebundener Hund gut zurechtkommt, wenn er liebevoll versorgt wird, erst recht im vertrauten Umfeld. Ich hatte immer sehr auf mich bezogene Hunde, die meist um mich waren, mußte die aber auch für Studium/Kur/Reha öfter mal mit meiner Familie allein lassen - also quasi dieselbe Situation.

    Jeder dieser Hunde ist nach etwas anfänglicher Verwirrung bestens damit klargekommen, vermutlich viel besser als ich mit dem hundelosen Leben -und keiner hat mir da je irgendwas "nachgetragen". Die Reaktionen bei meiner Rückkehr reichten von überschwenglicher Begeisterung bis zu einem quasi achselzuckenden "nett, daß du auch wieder da bist" - und dann war wieder Alltag, als sei nichts gewesen.

    Selbst der Hund, den ich freiwillig nie allein gelassen hätte, eine ältere, blinde und stoffwechselkranke Hündin, die total auf mich fixiert war, hat meinen dreiwöchigen Krankenhausaufenthalt bei ihrem vertrauten Herrchen prima überstanden und ist danach sofort zur Tagesordnung zurückgekehrt. Sie hatte allerdings ein Trost-Pfund abzunehmen - Herrchen konnte den "traurigen" Hunde-Blicken ja soooo schlecht widerstehen...

    Also faß dir bloß ein Herz und fahr, Momo und sein Chef werden das schon packen - und für dich gute Besserung!

    Auf jeden Fall sind es enorm kreative kleine Hunde, die ihre Besitzer gut fördern und vielseitig auslasten.

    Hab ich soeben wieder festgestellt, als der penetrante Geruch im Untergeschoß anzeigte, daß Terrier das große Stück Rinder-Kehlkopf zum Abendbrot doch nicht geschafft, sondern den Rest irgendwo verbunkert hatte.

    Absolut nichts, was in menschlichen Wohnräumen reifen sollte, nicht mal über Nacht, und als die üblichen Verstecke (Schuhe und Bücherregal-Ecken) Fehlanzeigen waren, war ich daher schon etwas nervös. Aber mit intensivem Schüffeln hab ich das Ding dann zwischen zwei Sofakissen doch noch gefunden - hätte mir vorher nicht träumen lassen ,daß ich so eine Begabung für die Nasenarbeit mitbringe!

    dann ist ja gut! Ich hab tatsächlich schon einige JRs angeboten bekommen, weil ihre Besitzer total entsetzt und angewidert waren, weil sie sich wie Terrier benahmen - um so besser, wenn dir vorher klar ist, was das bedeutet!

    "Sie war mein Lichtblick, meine Rettung, mein Sonnenschein. Und ich habe ihr all das vermittelt, ihr jeden Wunsch von den Augen abgelesen. Ich wollte, dass sie der glücklichste Hund der Welt wird (so kitschig das klingt ) und ich hatte das Gefühl, ihr niemals all das zurückgeben zu können, was sie mir durch ihre bloße Anwesenheit gegeben hat. Ich habe sie vergöttert..."

    Und genau DAS möchte ein Hund nicht, denn das ist in jeder Beziehung unfair: Da bürdest du ihr viel zu viel auf - sie ist kein Mensch, und eine göttergleiche Retterin schon mal gar nicht. Sie ist ein Hund - und das reicht.

    Denk mal mal darüber nach, sie einfach als Hund zu behandeln, fair, einfach und ohne all diesen Gefühls- und intellektuellen Ballast im Hintergrund jeder Regung, der ja er nicht ihrer, sondern deiner ist - vielleicht wird sie dann einfach ein glücklicher Hund...?

    Vielleicht verhinderst du das am besten, indem du gefühlsmäßig sortierest?

    Ich fühl mich auch mies, wenn mir bei meinem halbstarken Leinenzerrer dann doch mal der Kragen geplatzt ist, weil es einfach blöd und unproduktiv war - auch wenn der Hund es gottseidank nicht weiter übelnimmt.

    Kein Stück mies habe ich mich allerdings gefühlt, als ich besagtem Hund beim ignorierten Abruf gezielt und mit einem Brüller die Leine hinterhergepfeffert habe, als er fröhlich grinsend in Richtung Kumpels vorbeiwetzte und wirklich nur noch die gezeigte Mittelkralle fehlte. Da war mir nämlich völlig klar, daß ich den jungen Flegel gerade vor den bösen Folgen bewahre, die Abhauen nun mal haben kann. Daß ich also das deutlich kleinere Übel gewählt und im besten Interesse des Hundes gehandelt habe.

    Ich denke, das ist der Punkt: daß man sich vorher klar macht, was absolut sein MUSS, und dann auch wirklich dahinterstehen kann, mal den bösen Chef geben zu müssen, um das durchzusetzen.