tagkam,
"Noe.....denn solche ungestuemen Zeitgenossen, ob mit oder ohne Beschaedigungsabsicht haendele ich selbst bevor sie an meine Hunde geraten."
Seh und handhabe ich normalerweise ganz genau so, und da Hund und ich prinzipiell auch andere Hunde erstmal mögen, hab ich in mehreren Hundehalter-Jahrzehnten gottseidank noch nicht einen Unfall oder richtig bösen Zwischenfall aus so einer Situation zu vermelden. Egal mit welcher Größe an der Leine/ankommend.
ABER: Es gibt leider auch diese Ausnahmesituationen, in denen du den Anrenner nicht handeln KANNST, ohne deinen eigenen Hund schwer zu verunsichern. Für mich waren das eben die ersten Wochen mit dem rasant erblindeten und komplett verunsicherten Terrier an der Leine. Da war plötzlich alles, was ich sonst tue, also der Schritt nach vorne, notfalls abblocken mit dem energischen "Hey!" Makulatur, weil die Blinde alles auf sich bezog und schon von jedem unverhofften Schritt meinerseits buchstäblich aus dem Gleichgewicht kam. Und ich wollte ihr ja nun gerade vermitteln wolte, daß Spazierengehen auch weiterhin sicher ist.
Da blieb mir dann eben wirklich nix, als anstürmende kleine Lästlinge wegzutreten, oder vielmehr: mit dem Fuß energisch auf Abstand zu halten. Da reicht es doch, den Fuß genau da zu haben, wo der Kleinkläffer angetobt kommt, und notfalls noch ein bißchen zu schubsen - von Anlauf-Nehmen und Durch-die-Gegend-Kicken reden wir hier keinesfalls! Und selbst sowas war nur kurz nötig, bald konnte die Blinde wieder "sortieren" und ich reagieren wie zuvor.
Aber es gibt sie eben doch, diese absolute Ausnahmesituation, und seit ich die so gut kenne, rechne ich bei mir unerklärlichen Reaktionen anderer Hundehalter immer damit, daß sie vielleicht auch in so einer stecken - meinem Hund hättest du die Blindheit auch nicht aus der Entfernung angesehen.