Beiträge von terriers4me

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    Durst und Dauerhunger sind für SARDS absolut typisch, meine Hündin hatte total jedes Sättigungsgefühl verloren. Das muß also kein Zucker sein - aber mit Cushing ist's wirklich oft gekoppelt. Was auch oft vorkommt sind momentane Verwirrung nach dem Schlafen und unmotiviert wirkendes Hecheln, vor allem nachts.

    Auf jeden Fall mußt du sehr aufpassen, daß sie dir mit dieser elenden Freßgier nicht dick wird - dann macht das vom Streßhormon-Bombardement ohnehin schon angestrengte Herz bald nicht mehr mit.

    Wir haben von Anfang an in etwas undurchschaubaren Situationen promptes "Sitz!" geübt, das nimmt erstmal etwas an Spannung raus. Natürlich mit Belohnung vor dem Weitergehen.

    Im Auslaufgebiet, wo kaum je ein Hund angeleint ist, machen wir's (ebenfalls freilaufend) ähnlich: Hund wird rangerufen und macht "Sitz". Ich peile die Lage - ist's ein Fremder, womöglich sogar doch ein Angeleinter, nehme ich sie erstmal an die Leine, bis ich ggfs. mit dem Besitzer geprochen habe. Ist's ein Spielkumpel, gibt's erst die Belohnung, dann noch einen Moment Sitzen, dann das OK zum Hinrasen.

    Klappt insofern gut und auch schon ziemlich(!) zuverlässig, zumal wir hier fast nur Kumpels treffen. Für meinen Hund heißt hier & sitz also generell erstmal "Komm, staub noch schnell Lob & Happen ab, bevor du spielen gehst!", und nicht "Ran hier, der Spaß ist vorbei!" - und für Lob & Happen ist sie grundsätzlich immer zu haben, kommt also entsprechend fix an.

    Da ich keine Schleppleine benutze, habe ich allerdings auch schon Durchstart-Versuche per Wurfkette abgestoppt, nachdem ich wirklich sicher war, daß der Hund wußte, was verlangt war, aber schlicht nicht wollte. War allerdings nur sehr, sehr selten nötig - inzwischen hat sich das Ritual gut eingespielt, und im Zweifelsfall leine ich lieber einmal öfter an.

    Hallo Iris,

    meine Hündin ist vor dreieinhalb Jahren auch achtjährig an SARDS erkrankt. Das ist leider viel mehr als "nur" die Erblindung, sondern auch eine hochkomplexe, so gut wie unerforschte Stoffwechselstörung. Was du beschreibst - sehr viel trinken und unmäßiges, ungesundes Allesfressen gehört oft zu den typischen Symptomen. Wenn du englisch lesen kannst, hilft dir Google da mit einigen interessanten Links weiter - auf deutsch gibt's da so gut wie nichts.

    Was du jetzt dringend tun solltest, ist, abklären zu lassen, ob deine Hündin an Cushing erkrankt ist (kommt oft zusammen), und wie es um das Cortisol-Profil steht. Übermäßiges Cortisol, also Streßhormon-Ausschütten - ist ja die Ursache der Erblinding, kann aber unbehandelt auch sonst noch reichlich Schaden anrichten.

    Über unsere Erfahrungen mit dieser Krankheit hab ich damals einen Artikel geschrieben, wenn du magst, mail ich ihn dir als PDF.

    Viele, viel Glück euch beiden - das braucht man leider.

    Ach, und übrigens: Russells hab ich in den letzten zwölf Jahren schon so einige bewegungslos, unterwürfig und verängstigt unter anderen Hunden hervorsortiert, OHNE irgendwen dabei zu treten übrigens. Die haben, so sie normalen Hunde-Umgang lernen durften, meist viel zu viel Grips, um im echten(!!) Ernstfall blindwütig "abzugehen". Arbeiten sollen sie nämlich vorrangig mit Köpfchen, daher schalten sie das normalerweise später aus als andere Terrier.

    Kann das sein, daß du sie hier mit den DJTs verwechselst? Unter denen gibt es tatsächlich so einige dieser potentiell suzidalen Typen - die sehen aber erkennbar anders aus...

    Liebe Schopenhauer,
    hätte ich in meinem Beispielfall also, statt selbst zu handeln, einfach den Besitzer der beiden meinen Hund täglich angehenden Bullys verklagen sollen? Er hat ja immerhin regelmäßig zugelassen ,daß "das Wohlbefinden" meiner Blinden "massiv beeinträchtigt" wurde? Ohne "vernünftigen Grund", dafür aber meiner Meinung nach sehr wohl aus "Rohheit" -denn diese Attacken total witzig zu finden, weil der kleine blinde Hund dabei immer so lustig wütend wird und verzweifelt in die leere Luft schnappt, ist, glaube ich kein wirklich vernünftiger Grund?

    OK, Ironie off - aber wollen wir die Kirche nicht doch lieber im Dorf lassen?

    Aus der Erfahrung mit meinem sehr lebhaften Terrier würde ich dir eher zu den Suchspielen raten - wenn meine sich wirklich körperlich auspowern darf bis zum letzten Tropfen Benzin, braucht sie hinterher deutlich länger zum Runterkommen.

    Dann ist sie zwar "eigentlich" richtig müde, un-eigentlich aber noch so voll Adrenalin, daß sie noch eine ganze Zeit rumkaspern muß, bevor sie schlafen gehen kann, ähnlich wie ein überdrehtes Kind. Wenn's zuviel war, was man ja bei diesem Typ in Action nicht merkt, versucht sie sogar noch, aufregungsfiepend die Bude umzudekorieren - und sowas willst du ja nun gerade nicht erreichen. Wenn wir stattdessen aber draußen eher was Konzentriertes, körperlich weniger Anstrengendes gemacht haben, verschwindet sie hinterher fast umgehend im Korb und pennt entspannt weg.

    Dein Schnauz hat doch offenbar sonst gut Programm, kommt also nicht generell zu kurz, da würde ich es vor Auspower-versuchen erstmal mit einem deutlich runtergefahrenen "Ruhetag" probieren. Meine Rakete mag sowas zwischendurch mal sehr gern und pennt dann ganz entspannt durch.

    Ich habe bisher erst einen länger live erleben dürfen, einen herrlichen Rüden, der etwa drei Jahre lang alle möglichen Wachstums-(hießt es jedenfalls)probleme hatte. Und als er dann endlich erwachsen war, begann er praktisch sofort wieder zu altern. Mit fünf, schon steif und staksig wirkend wie ein viel älteres Tier, starb er plötzlich an einer Herzgeschichte.

    Seine Besitzerin, Tiermedizin-Studentin, meinte, sowas sei absolut nicht selten in dieser Rasse. Ob das stimmt, weiß ich nicht, anschaffen würde ich mir da sicher eher keinen - obwohl es charakterlich und optisch wirklich ein Traumtier war.

    nettyfox,

    hast du einen? Und hättest du mal ein Bild? Pretty please? Ich hab hier sooo ewig keinen Foxterrier mehr gesehen!

    Modehunde waren die Drahthaarigen leider sehr wohl, und wie:

    http://www.jadu.de/florafaun/hund…foxterrier.html

    Hier auf dem Kontinent fiel der Höhepunkt der Foxl-Welle wohl etwa mit den ersten Tim & Struppi-Comics zusammen, also in die Dreißiger, aber bis in die fünfziger Jahre waren sie immer noch sowas von "in". Was eben zur Folge hatte, daß du noch in den Siebzigern reichlich zitternd nervösen, aggressiven, kläffigen Foxls begegnen konntest. Ich hab damals nur eine Ausnahme kennengelernt: ein Rauhhaariger, der bei einem Jäger arbeitete, ein Superhund war und heute wohl eher unter "Parson Russell"-Typ liefe.

    Wäre ja zu schön, wenn die Foxls sich inzwischen generell wieder erholt hätten (während die Russells gerade den Modehunde-Bach runtergehen), aber wie gesagt: hier gibt's rundum leider keinen mehr.

    Euer Eddy ist tatsächlich noch so ein Baby, daß er das körperlich nicht hinkriegen KANN. Selbst wenn er z.B. in eurer Gegenwart schon zwei Stunden oder mehr gut durchhält: Sobald er die ersten Male zu lange (für ihn!) allein ist, kommt ja erst die Aufregung dazu, und schließlich die nackte Angst: Er "weiß" ja in diesem Alter, daß er allein verloren ist. Wie wir alle wissen: Schiß kann heftig auf Blase und Darm schlagen - heißt nicht umsonst so. Dann wird der Druck für ihn so schnell so hoch, daß er da einfach nichts mehr regulieren kann.

    Wenn ihr ihm aber das Alleinsein ganz vorsichtig, also Stück für Stück beibringt (gute Anleitungen findet ihr hier, und sicher werden da auch noch viele nette User kommen und helfen), habt ihr ja diesen Aufregungs-Faktor schon ausgeschaltet: Ihr seid nicht so lange weg, daß der Lütte Angst kriegen muß - also muß er auch nicht so dringend, daß er's nicht mehr halten kann.

    Der Rest ist dann bloß noch Geduld und Übung. Das schaft ihr schon, wenn ihr's nur behutsam angehen laßt - und viel Spaß mit eurem Welpen!