Beiträge von terriers4me

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    Wenn der Totalentzug keine Option ist, bring doch erstmal Stück für Stück Ruhe in die Sache: Laß ihn z.B. erstmal beim Bringen, später auch beim Werfen einen immer längeren Moment absitzen.

    Dann hat er seinen geliebten Ball, aber eben nicht als einzufordernde Selbstverständlichkeit, sondern als verdiente Belohnung, und lernt gleichzeitig buchstäblich spielend Selbstkontrolle. Vielleicht kommt ihr so weiter, ohne das Spiel ganz aufgeben zu müssen?

    Ich genieße ja die Zeit mit meinem Schoßhündchen sehr, aber eins hab ich mir fest vorgenommen: Sobald ich ernsthaft älter werde, kommt vorsichtshalber doch lieber wieder ein Großer ins Haus.

    Die waren nämlich durch die Bank deutlich weniger fordernd und anspruchsvoll als ein Russell, DEUTLICH einfacher im Handling (man muß sich z.B. nicht so blitzschnell so tief bücken können...) und rundum deutlich weniger anstrengend und zeitintensiv.

    Und was das Durch-die-Gegend-Zerren angeht, dagegen gibt's doch tatsächlich ein Patentrezept: Erziehung!

    Meinen ersten Kleinhunde-Kulturschock habe ich gekriegt, als ich meinem noch sehr jungen Jack Russell ein halbes Kalbs-Kugelgelenk dagelassen habe, weil ich mal eben zum Friseur mußte. Ich dachte, die Kleine kaut solange außen an den Knorpeln rum, nagt das Fleisch runter, knabbert und lutscht gemütlich ein bißchen am Knochen und ist bestens beschäftigt. Ihre Airedale-Vorgängerin mit dem Kettensägengebiß hätte das genau so gehalten und sich ewig hingebungsvoll amüsiert, und die Kleine hatte gerade erst die Zähne gewechselt.

    Als ich nach einer Stunde wiederkam, war das Ding WEG, komplett weg, und der Hund im Verdauungskoma sah aus wie eine umgedrehte Schildkröte. Glücklicherweise ist außer Verstopfung nichts weiter passiert - aber das war das erste und letzte Mal, daß ich die Kau-Kapazität, die Zielstrebigkeit und den Größenwahn eines Kleinterriers derart fahrlässig unterschätzt habe.

    PS:Abendessen wollte sie übrigens nicht - da hat sie immer noch geschnarcht...

    Chris,

    du triffst mal wieder den Nagel auf den Kopf! GANZ GENAU SO ist es mir bei der Umstellung von Groß auf Klein auch gegangen - und ich war auch total baff, wieviele "technische" Schwierigkeiten sowas für Großhund-Gewohnte mitbringt.

    Ich hab mir übrigens längst angewöhnt, den Kleinen nicht ganz schulgerecht an der Leine VOR mir laufen zu lassen. Das beendet zumindest den größten Teil der blöden "von der Seite ins Bein"-Kollisionen, und vor allem habe ich da die Körper- und Schwanzhaltung von Fräulein Terrier allzeit im Blick und kann z.B. jugendliche Pöbel-Ansätze im Kein ersticken. Mal eben ins Halsband greifen ist ja bei diesem Kaliber leider nicht - also hab ich sie lieber komplett im Auge.

    War beim Rudel-Spaziergang (da gingen die Großen dann eng neben mir, die Kleine schräg davor) oder bei der Erblindung auch sehr hilfreich. Daß es mir beim jetzigen, sehr vorwitzigen Modell die Sache mit der Leinenführigkeit heftig erschwert, ist dann wieder eine andere (Kleinhunde)-Geschichte...

    Die "normalen" Grobheiten wären für mich auch absolut kein Grund, das Spiel meines selbstbewußten und fixen Siebenkilo-Terriers mit ihren geliebten Riesenfreunden abzubrechen. Daß sie mal fliegt oder hart gerempelt wird, stört sie absolut nicht, wenn sie für ihre Frechhheit etwas deutlicher auf den Rücken gedreht und unten gehalten wird, hat sie's verdient und lernt ab und zu sogar draus.

    Ganz, ganz fix bin ich aber, sobald die Situation kippt - und das sieht man, finde ich, dem "Opfer" ganz deutlich an.

    Wo meine von den einen Hunden hart-aber-herzlich Rempler oder Zwicker grinsend wegsteckt, sucht sie etwa bei zwei dauerkläffenden, im Duo gnadenlos mobbenden Aussies sofort Deckung und fängt an, sich heftig zu wehren. Da ist dann sofort Schluß, auch wenn die Aussie-Besitzer das anders sehen. Ebenso mit einem großen Junghund, der lange einer der Lieblingsfreunde war, jetzt aber, sobald sie quietscht, so hart zufaßt, daß sie hinterher blutet - und bei den Dreißigkilo-Dauerrammlern ebenfalls.
    Umgekehrt gilt selbstverständlich das Gleiche: Sobald sie Winzlinge so niederrüpelt, daß die echt Angst bekommen - Ende.

    Ich lasse sie allerdings auch diese ja nicht bösartigen, sondern wirklich nur trampeligen Hunde beim nächsten Spaziergang wieder begrüßen, wenn sie möchte (und sie möchte immer!) und, soweit die Situation ruhiger ist, auch durchaus wieder Spiele zu.

    Kurz: Ich würde das Eingreifen total vom "Opfer" abhängig machen. Ein bißchen Gerüpel und auch mal ein bißchen Angst schaden einem so selbstbewußten Teenie wie diesem absolut nicht - aber vor den echten Angsterlebnissen versuche ich sie zu bewahren. Bei einem sehr sensiblen, körperlich weichen Junghund wäre ich sicher viel vorsichtiger.

    Minja,

    ich find's toll, daß du dich hier weder hast abschrecken lassen noch pampig geworden bist, und ich bin mir sicher, sowas wird dir so schnell nicht wieder passieren. Zeig mir jemanden, der mit seinem Hund noch nie Mist gebaut hat - und ich zeig dir jemanden, der lügt. Wenn ich all die dummen Fehler zusammenrechne, die ich in über 30 Jahren Hundehaltung gemacht habe (und noch mache!), dann war's verdammt oft reines Glück, daß nie was Schlimmes passiert ist.

    Bei euch ist's ja gottseidank nun auch glimpflich ausgegangen, du hast mit Sicherheit draus gelernt, dann war's sogar zu was gut - und nun geht das (Hunde-)leben weiter!

    Nein, das ist bei SARDS-Hunden nicht so - da funktioniert ja gemeinerweise das ganze Auge noch völlig normal, nur die Verbindung zur Retina, also zum Hintergrund, ist abgerissen, und der Hintergrund selbst stirbt später auch ab. Das Auge reagiert aber weiter normal auf Lichteinfall, die Pupille zieht sich also auch zusammen, wenn's sein muß. Deshalb siehst du dem Hund die Blindheit auch so schwer an.

    Also keine Brille, was bei uns am Anfang aber sehr blöd war, war das Buddeln. Dabei hat sie offenbar die Augen erst nicht mehr zugemacht, bekam prompt Erde rein und gereizte Augen. Hat sie aber bald gelernt.