Beiträge von Phantomaus

    Wenn sich eine zweieinhalbjährige Knalltüte benimmt wie eine mit 6 Monaten, dann ist sie halt noch ein Junghund. Zumindest im Kopf. Und wenn jemand ihren jugendlichen Übermut kommentiert, sage ich immer nur "tja, die muss noch viel lernen." Das reicht, um das verständnisvolle Wohlwollen des Fragenden dankbar anzuerkennen und ist nicht gelogen *seufz*.

    Hallo Schnüffis!
    Mein Hund hat auch Interesse an Nasenarbeit und wir machen derzeit Mantrailing (1-2mal die Woche) und Dummyspielchen (häufiger mal eine Freiverlorensuche beim Gassi). ZOS habe ich auch im Programm, das ist allerdings in letzter Zeit etwas zu kurz gekommen.

    Nun ist es so: Sie kann alles ein bisschen und nichts "richtig".
    Teilweise, weil wir noch am Anfang stehen (Mantrailing), teilweise, weil ich es im Aufbau falsch angefangen habe (Von vorsitzen, Dummy halten und dann abgeben habe ich am Anfang nicht gewusst... Jetzt habe ich einen Hund, der mit Dummy in der Schnute voll Karacho in mich reinrennt).
    Teilweise, weil wir noch an ein paar Details arbeiten müssten (eine "ordentliche" Anzeige bei der ZOS und all der andere Fortgeschrittenenkram (unsichtbar verstecktes Objekt, Trümmerfeldsuche, Päckchenstraße... können wir alles noch nicht).

    Jetzt reizt es mich trotzdem irgendwie, mit ihr Geruchsunterscheidung zu trainieren. Ich dachte dabei an verschiedene Filmdöschen mit unterschiedlichen Geruchsartikeln (Teebeutel, Gewürze etc) drin. Quasi als Memory-Spiel. Das kommt mir interessanter und vielseitiger vor, als immer nur dasselbe Feuerzeug zu suchen. Ich würde auch gern eine passive Anzeige mit Ablegen dabei üben.

    Spricht was dagegen, noch ein Nasenspiel anzufangen? Oder sollte ich erstmal versuchen, bei dem, was wir schon machen, auf ein Fortgeschrittenen-Level zu kommen?

    Falls nicht: Sollte ich die Geruchsunterscheidung so aufbauen wie beim ZOS oder besser ganz anders? Hat jemand einen Tipp oder eine Anleitung, wie man mit mehreren Gerüchen am Besten arbeitet?

    Die Kacktütentrageproblematik klingt für Noch-Nicht-Hundehalter schlimmer, als es im wirklichen Leben ist: Am Anfang des Spaziergangs in der Zivilisation ist man noch nah an Zuhause bzw. am Parkplatz, wo meist ein Mülli rumsteht. Geht man halt ein paar Schritte zurück.

    Beim Leinenspaziergang in bewohntem Gelände stehen alle paar hundert Meter Müllis rum. Man weiß bald, wo das ist und richtet die Route bei Bedarf kurz um.

    Wenn ich in der Wildnis bin, finde ich es okay, wenn der Hund ins Gebüsch macht. Wenn der Hund nicht ins Gebüsch, sondern auf den Weg macht, kick ich es mit einem Stock in die Brennesseln.

    Doof ist es nur, wenn der Hund sich den Grünstreifen vor dem letzten Haus vor der Wildnis aussucht. Aber weil man das auch irgendwann weiß, rennt man da ganzganz schnell dran vorbei, damit der Hund es sich nochmal für 100m verkneift.

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    Wie lange dauert es, bis die Mahlzeit, die ich heute morgen füttere wieder komplett ausgeschieden wird? Ist das unterschiedlich (also bis es ausgeschieden wird) je nachdem was der Hund frisst? (Also wird Fisch beispielsweise schneller verdaut als Muskelfleisch - wie siehts bei Kohlenhydrate aus?)

    Wenn ich mal was deutlich Buntes füttere (Möhre), sehe ich das nach 24 Stunden wieder. Ich kann mir nicht vorstellen, dass der nicht mehr zu definierende Matsch drumherum in unterschiedlichem Tempo durchläuft... wie sollte der Magen/Darm das auch sortieren?

    Edit: Andererseits kann es natürlich auch sein, dass unverdaulicher Kram den ganzen Prozess beschleunigt. Vielleicht gibt's dazu ja doch noch eine wissenschaftlichere Erklärung als mein Möhrenexperiment?

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    Schara weiss was der erhobene Finger bedeutet, nämlich Sitz. Mit Leckerchen in der Hand funktionierts auch prima, aber ohne ist es mehr so ne Zufallssache.
    Was soll ich machen wenn sie sich einfach hinstellt und zur Seite schaut wenn ich das Kommando gebe? Dann stehe ich da wie der Ox am Berg.
    Runterdrücken geht nicht, das tut ihr am Rücken weh (wegen dem Projektil).
    Was würdet ihr machen?

    Die sieht Dich wahrscheinlich schon, die will einfach nicht. Was machst Du denn üblicherweise, um ihre Aufmerksamkeit zu kriegen, wenn sie grade nicht guckt? Anstupsen? Falls da vorher schon ein Stupser war, kann es auch sein, dass sie mit dem scheinbar frechen Weggucken Meideverhalten zeigt - schwer zu sagen...

    Aber Du könntest das Kommando nochmal deutlicher machen, indem Du mehr Körpersprache reinbringst, also z.B. eine kleine Kniebeuge dazu machst. Das kriegt sie dann aus ungünstigen Positionen besser mit.

    Noch 'ne Fellfrage: Betrifft der Fellwechsel eigentlich das ganze Fell oder hauptsächlich Rücken/Flanken/Hosen - also die Stellen, wo auch Unterwolle ist?

    Beim Bürsten kommt nämlich nur da was raus. Dafür aber viel. An den Beinen/an der Brust/am Bauch haart sie nicht. Oder fast nicht. Oder kriege ich das nur nicht mit, weil an den Stellen die Schwerkraft schneller ist...?

    Noch jemand hier, für den die Beschreibung Deines Hundes vertraut klingt *meld*.
    Ich habe meine hochnervöse Knalltüte im letzten halben Jahr ca. 10-20% ruhiger gekriegt, vermutlich mit einer Kombination aus zwei Dingen – hatte beides mehr oder weniger zeitgleich angefangen und glaube nicht, dass es nur an einer Sache davon liegt:

    - Futterumstellung auf weniger Protein. Wurde hier auch schon genannt. Meine hat vorher doppelte Portionen proteinreiches Futter gefressen und kriegt jetzt stattdessen eine normale Portion proteinarmes Futter, dazu viel reines Fett und extra Kohlenhydrate (Reis, Kartoffeln), um auf die benötigte Energiemenge zu kommen.

    - Training: Ich war wegen der miesen Leinenführigkeit bei einer Fichtlmeier-Trainerin, die fünf Einzelstunden lang erstmal gefühlt mein Geld verschwendet hat, um mich und meinen Hund auf Fichtlmeier-Methoden zu prägen: Leinensignal für Sitz, dann noch eine so genannte Ruheübung mit Fuß auf der Leine. Und: Hund wartet mit Leine umgehängt an einem "persönlichen Gegenstand" von mir - Übungen, bei denen ich erst dachte "was für ein Quatsch. Mein Hund, der sonst nichts kann, kennt immerhin das Hörzeichen für Sitz. Und den Gegenstand zum Bewachen kann ich auch weglassen, wenn ich meinem Hund zwei Quadratmeter zum Faxen machen, Gras fressen und Buddeln zugestehe." Aber es schien mir ein artgerechtes Trainingskonzept aus Körpersprache, Lob und Grenzen setzen zu sein, also habe ich den Zirkus mitgemacht.

    Langer Rede kurzer Sinn: Der Quatsch hat uns geholfen. In Stressituationen weiß sie inzwischen, dass sie mit einem Sitz schonmal einen Teil des Problems (den Zug auf der Leine) los ist. Sie guckt mich sogar gelegentlich an, wenn sie unsicher ist und reagiert nicht mehr auf jeden mittleren Reiz mit Durchstarten.
    Und dieses seltsame "Bleib am Gegenstand" funktioniert erstaunlicherweise sogar in neuem Gelände einigermaßen. Laut meiner Trainerin übrigens eine gute Sache, um sich selbst erstmal aus der Situation rauszunehmen - auch, wenn man "nur" 5 Meter weiter steht und eine raucht (oder weniger ungesund: mit dem Handy spielt). Gibt offenbar dem Hund Gelegenheit, sich zu sammeln. Meine legt sich zwar ums Verrecken nicht innerhalb so einer Übung hin (muss sie auch nicht, wäre aber wünschenswert), aber sie wartet. Nicht beliebig lange, aber immerhin.

    Wenn "irgendwas anders ist" oder wir das erste Mal irgendwo sind oder sie eine bestimmte Erwartungshaltung hat, bleiben wir nach wie vor alle drei Schritte mit Leinensignal stehen. Aber es wird besser. Schritt für Schritt. Außerdem kriegt sich inzwischen schneller wieder ein. Und das ist ja auch was wert.