Echt? Jeder Hund? Ich kann mir das gar nicht vorstellen. Klar gibt es unter den Hunden auch Heulsusen und Kirmesschläger, aber es gibt ja auch noch was dazwischen... Und sogar wenn man eine Heulsuse hat, gerät die ja nicht immer nur an die Schlägertypen...
Man ist da als Halter glaube ich auch immer ein bisschen blind - wenn mein süßer Hund in einen anderen Hund reinbrettert, neige ich auch dazu, zu denken "die spielt doch nur etwas ruppig" oder, falls das nicht glaubwürdig ist *hust* "der andere hat angefangen!". Genauso, wie die Halter vom umgeschmissenen Hund wahrscheinlich entweder denken "mein Hund ist zu gutmütig für diese Knallcharge" oder aber "die blonde Rockerbraut sucht wieder Streit".
Was ich damit sagen will, ist, das Hunde auf verschiedene Weise kommunizieren und dass wir längst nicht alles mitkriegen. Wenn man seine Pappenheimer kennt, kann man bestimmten Situationen aus dem Weg gehen, bei anderen deeskalierend eingreifen und wieder andere Situationen gelassen mitansehen. Dafür muss man es aber einschätzen können, was gemeines Mobbing, was ein handfester Streit und was gerechtfertigtes Maßregeln ist.
Denn gerade die Gelassenheit ist wichtig, weil man dann selbst Souveränität ausstrahlt. Du klingst sehr besorgt, und auch wenn das eigentlich etwas Gutes ist, machst Du es Deinem Hund bei Hundebegegnungen damit noch schwerer. Dein Hund merkt, dass Du bei jedem entgegenkommenden Hund Angst hast, dass er ihm was tut und geht schon mal vorsorglich in die Defensive. Kann das sein? Dann würdest Du sein "Selbstbewusstsein stärken", wenn Du selber lernst, die Situation richtig einzuschätzen.