Beiträge von Phantomaus

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    Er kam zu mir mit 12 Wochen, aus dem TH. Er schon 2x zurück gebracht.


    Meine war 5 Monate alt und ich bin auch die dritte Stelle. Die ganze Tragweite des "Problems" habe ich damals komplett unterschätzt. Man denkt halt "So ein junger Hund kann alles noch lernen. Natürlich ist sie wild, natürlich ist sie ängstlich, natürlich orientiert sie sich nicht an mir. Die hat ja auch was mitgemacht, die muss erstmal ankommen und Vertrauen fassen, das wird schon…"

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    Er ist 7, wird dauernd als Welpe eingeschätzt weil er so hibbelt und tut.


    Ist hier auch so. Auch, weil sie für einen Labrador so schmal ist. Das Schöne ist, dass fremde Leute deshalb ganz oft Verständnis aufbringen: "Der ist noch jung, was?"

    Bei den Reaktionen der Leute habe ich allerdings schon oft gedacht, dass es wirklich hilft, einen hellen und "nett" aussehenden Hund zu haben. Natürlich habe ich mir auch haufenweise negative Reaktionen eingefangen, aber wenn sich ein Boxer, ein Schäferhund oder ein Dobermann so aufgeführt hätten, hätte es sicher mehr Probleme mit meiner Umwelt gegeben.

    Für die Zukunft - und falls der Hundegott mir doch nochmal so einen Härtefall zuteilt - werde ich allerdings ganz sicher drauf achten, dass der Hund ein Format hat, das ich sicher halten kann. Nichts über 30 Kilo ;-).

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    Ich hab ja einen - ehemaligen - Angsthund und werde bei der Anschaffung des nächstes extrem darauf achten, nicht wieder so ein Exemplar zu erwischen. Aber blöd wäre, wenn ich dann an einen hyperaktiven Hund gerate ;) )

    Ich habe hier eine Kombination aus beidem: Einen extrem hibbeligen und nur halbwegs rehabilitierten Angsthund. Bestimmt ist in ihrer Vergangenheit alles mögliche schiefgelaufen. Aber das erklärt weiß Gott nicht alles an ihren verhaltenstechnischen Besonderheiten. Dadurch, dass sie anfangs so panisch war, habe ich meine Erwartungen ohnehin massiv runtergeschraubt und war auch nicht in Versuchung, sie mit drastischen Methoden zu bändigen. Aber beim nächsten Hund werde ich auch darauf achten, dass er etwas argloser und vertrauensvoller an die Welt herangeht. Ich mache mir da keine Sorgen, dass ich dann einen hyperaktiven Hund erwische - da vertraue ich wirklich darauf, dass der Blitz nicht zweimal einschlägt!

    Ich habe mit diesem Hund unglaublich viel gelernt, aber wahrscheinlich wird mir das meiste davon beim nächsten Hund nichts nützen, weil der einfach vollkommen anders ticken wird :roll:

    Mit den Hundeschulen ist das so eine Sache - die verhaltensoriginellen Hunde sind einfach etwas spezielle Fälle, die man nicht nach Schema F erziehen kann. Das hört man ja auch hier heraus, dass jeder eine individuelle Art gefunden hat, wie man seinen Hund ansprechen, führen oder eben managen kann. Und welche Defizite man einfach ignoriert. Da probiert man natürlich eine Weile rum, macht 1000 Wiederholungen mit dieser Methode, es klappt nicht, man gibt es dran und/oder wechselt nächsten Methode - der Prozess dauert nun mal länger als die Hundeschule geöffnet hat :p .

    Oh. Mein. Gott. Es gibt also noch mehr von der Sorte...

    Wenn ich meinen Hund beschreiben soll, sage ich immer "stell Dir ADHS plus Autismus vor". Sie steht immer unter Strom und sie lebt in ihrer eigenen Welt. Sie ist extrem unsicher, wenn etwas neu oder anders ist. Sie kommt nur zu Hause/im Büro zur Ruhe und legt sich nirgendwo sonst hin. Sie läuft auf bekannten Strecken sehr unterdurchschnittlich an der Leine, in unbekanntem Gelände kann man die Leinenführigkeit komplett vergessen. Sie rennt gegen Autos und Fußgänger, wenn sie von irgendwas abgelenkt ist. Sie kann nicht auf einem Mäuerchen Sitz machen ohne runterzufallen und springt mit einem Bauchplatscher über Gräben, weil sie die Distanz nicht richtig abzuschätzt. Sie kennt keinen Schmerz.

    Sie sprengt jede Hundeschulgruppe mit ihrem Gehampel. Halbwegs konzentriert ist sie nur bei Suchspielchen: Dummytraining, ZOS, Mantrailing - sowas macht ihr Spaß. Aber Unterordnung: Fehlanzeige. Vorausschauend handeln (z.B. schon mal vorsorglich auf die Decke gehen, wenn ich den Napf fülle): Kann sie nicht.

    Sie frisst doppelt so viel wie andere Hunde, aber sie ist auch intensiver unterwegs als andere Hunde. Nachdem zwei Schilddrüsenuntersuchungen keinen Befund ergeben haben, habe ich den Proteingehalt im Futter gesenkt und füttere für den Energiebedarf noch extra Fett und Kohlehydraten zu. Ich bilde mir ein, es hätte was gebracht...

    Ansonsten trainieren wir jeden Tag an "ganz normaler Hund". Wobei sich die Definition von "normal" mit der Zeit ja auch an die vorhandenen Gegebenheiten anpasst. Es wird also subjektiv besser...

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    Wenn er nur Abends Futter bekommen würde, müsste er ja zum einen eine riiiesige Portion bekommen und zum anderen hätte er bestimmt den ganzen Tag Kohldampf - und wenn Diego Hunger hat wird er unausstehlich :roll: :D

    Eine Freundin füttert ihren Hund genau deshalb nur abends. Sie steht in der Woche um halb sechs auf. Wenn sie dann den Hund füttern würde, hätte er immer um die Zeit Kohldampf und würde sie auch am Wochenende pünktlich wachnerven. Daher kriegt der immer nur abends was… Das ist ein großer Hund und sie findet es auch unabhängig von den praktischen Überlegungen insgesamt besser, wenn der mit seiner Riesenportion im Bauch erstmal die Nacht über pennt.

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    Wo ist bei einer Hündin die Kastrationsnarbe? Beziehungsweise kann man die immer erkennen?


    Die fängt in etwa da an, wo die letzten Zitzen sind, wenn ich mich recht erinnere. Man kann sie aber zumindest bei meiner Hündin überhaupt nicht mehr sehen - obwohl sie kaum Fell am Bauch hat, ist die Narbe so gut verheilt, dass man sie nicht wiederfindet.

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    Ich hab ihr jetzt ne Leine drangemacht und bring sie immer wieder auf ihren Platz zurück (soviel zum Thema Lernen...) aber da bellt sie dann munter weiter, wartet bis ich wieder sitz und macht sich wieder auf den Weg.

    Hat jemand einen Tipp parat? Ansich bin ich bei sowas ja seeeehr ausdauernd aber ein bellender Hund plus Lernen ist dann doch irgendwie frustrierend :verzweifelt: . Und so eine richtige Strategie hab ich da auch nicht.

    Liebe Grüße!

    An sich ist das schon eine brauchbare Strategie - aber sie lernt das natürlich nicht so schnell wie Du es jetzt bräuchtest. Ist halt doof gerade mit der Prüfung, ich weiß, das das nervt und man dann nicht die ganz große Geduld für 1000 Wiederholungen solcher Übungen hat. Kannst Du zum Lernen woanders hingehen, wo sie keine Hunde hört? Oder den Hund mit einem Freund auf eine laaange Gassirunde schicken? Ihr einen dicken Knochen hinlegen, damit sie beschäftigt ist? Nachts lernen?

    Mein Hund ist auch kein Kuschelhund und sie kommt sich nur anschleimen, wenn sie was will. Meistens Futter :p.
    Also finde ich das nur heimlich niedlich und ignoriere es, wenn sie den Kopf auf's Sofa legt und mich anseufzt. Wenn ich ganz gemein bin, kraule ich sie dann und tue so, als ob ich nicht wüsste, dass sie ganz sicher nicht zum gekraultwerden vorbeigekommen ist.

    Bei Spielaufforderungen ist das so eine Sache, auf die ich mal eingehe und mal nicht - je nachdem, wie ich drauf bin. Ich fühle mich aber quasi verpflichtet, eine Runde mitzuspielen, wenn ich sie mit einer Kuschelattacke belästige und sie dann wegläuft, um ihr Zerrseil dazuzuholen. Streicheln ist ihr echt zu doof, aber rangeln findet sie toll. Und wenn's mir nur drum geht, den Hund mal zu knuddeln, kann ich ja genausogut auch mit ihr spielen...

    Knallerei zu Halloween gab es hier definitiv in den vergangenen Jahren noch nicht, das hätte ich gemerkt!!! Aber heute hat es uns auch kalt erwischt - der Hund ist vor Panik ausgetickt wie schon lange nicht mehr. Gottseidank hatte ich sie gerade an der Leine.

    Ich hoffe bloß, dass die Blagen ihre Munition heute komplett verfeuert haben und dass die nicht noch einzelne Teile tagelang aufsparen wie nach Sylvester...

    Wenn man es unbedingt will, geht sowas bestimmt, aber ein Hund macht es unglaublich viel komplizierter, als es ohnehin schon ist. Man muss halt die komplette Planung auf den Hund abpassen - die Strecke, die man pro Tag fährt, kann auch nicht wahnsinnig lang sein - auch nicht, wenn der Hund nicht die ganze Zeit selber laufen muss, sondern z.B. einen Fahrradanhänger hat.

    Dann muss man die Streckenführung noch so wählen, dass der Hund sich z.B. nicht auf Schotterpisten wundläuft oder im Hänger durchgerüttelt wird. Und so ein Hund braucht ziemlich viel Schlaf am Tag - die kommen mit 8 Stunden längst nicht hin. Und da sind wir auch schon beim Thema Unterkunft - nicht bei allen Campingplätzen, Hostals o.ä. sind Hunde erlaubt. Da würde ich die größte Schwierigkeit sehen.

    Und man muss einen Haufen Kram extra für den Hund mitschleppen. Hundeanhänger, Liegeplatz, Futter für ein paar Tage plus kleiner Hund sind schätzungsweise mehr als 20 kg extra Gewicht - das merkst Du in den Beinen ;-)

    Und ein Hund wäre der frühestens! mit zwei bis drei Jahren körperlich und erziehungstechnisch so weit, dass er so eine Tour unbeschadet mitmachen könnte. Es gibt auch Hunde, die man für solche Aktionen gar nicht gebrauchen kann. Meinen zum Beispiel... Die ist topfit und hört auch ganz gut. Aber sie würde spätestens nach einer Woche einen Nervenzusammenbruch kriegen, weil sie sich bei so vielen ständig wechselnden Eindrücken nie richtig entspannen könnte.