Beiträge von Phantomaus

    Ich habe den Plan jetzt nicht so verstanden, dass das Nonstop-Programm für den Hund ist, sondern Programm, bei dem der Hund dabei sein darf.

    Bei der Arbeit sollte der Hund zum Beispiel gut entspannen können - und zum Beispiel einfach unter dem Schreibtisch liegen. Bei der Hausarbeit und dem ganzen Drumrum ebenso. Bei der Kinderbespaßung am Nachmittag werden wohl die Kinder im Vordergrund stehen (Hausaufgaben, Spielen, Malen - was man halt so macht) - und nicht der Hund, auch wenn der "dabei" sein darf. So verstehe ich das.

    Und klar hat sie schön viel Zeit für den Hund eingeplant und das kann bei so einen vollgepackten Tag auch echt nett sein: Wenn man morgens denkt "so, die Kinder sind untergebracht, jetzt gehen wir den schönen Weg zurück". Und man auch abends nochmal bei einer langen Runde in Ruhe durchatmen will. Dafür ist ein Hund wirklich großartig und ich kenne einige Mütter, die die Hunderunden genau deshalb so als Ausgleich schätzen.

    Erstmal: Ich habe keine Kinder, weiß also nicht, wovon ich rede.
    Aber ich kenne Leute, die das hinkriegen. Es ist aber schwer, wenn man zu Hause keine Aufsicht für die Kinder hat. Du schreibst ja, Dein Mann ist viel unterwegs...

    Mit dem Welpen musst Du alle naselang zum Pipimachen raus - da ist dann keine Zeit, noch Kindern Schuhe anzuziehen oder so. Da Du einen Garten hast, geht das wahrscheinlich, dass die Kinder mal 10 Minuten ohne Aufsicht drinnen bleiben, oder?

    Und den Welpen solltest Du nicht alleine lassen, der muss in der ersten Zeit immer mit. Da wird's dann schwierig mit Friseurterminen, Kindergeburtstagen und Co. Hast Du sonst noch Leute um Dich, die zwischendurch für Hunde- und/oder Kinderbetreuung zur Verfügung stehen?

    So, wie ich Deinen Plan lese, geht Deine "Freizeit" und ein Teil Deines Schlafes für den Hund drauf. Das ist schon anstrengend – sowas muss man wirklich wollen!
    Allerdings hast Du schön viel Zeit für den Hund eingeplant. Bei einem Welpen läuft das zwar anders, für den brauchst Du mehrere, aber viel kürzere Einheiten Zeit am Tag. Grob gesagt, alle zwei Stunden eine Viertelstunde. Das lässt sich aber mit Deinem Tagesablauf vereinbaren, denke ich.

    Später beim erwachsenen Hund passt das schon mit Deinem Plan. Sogar, wenn Du vielleicht abends um halb neun nur noch eine halbe Stunde gehen magst - und nicht zwei Stunden, wie eingeplant.

    Ich sehe das bei einer Gassifreundin, die gelegentlich ihre Kinder mit auf die Hunderunde nimmt – zum Beispiel, wenn Ferien sind. Das sieht schon anstrengend aus, wenn man ein quengeliges Kind dabei hat und eins, das nur Blödsinn macht und dazu noch einen Hund, der auch erzogen werden muss. Aber irgendwie können Mütter da auch mehr als andere Leute ;-)

    Ich stelle gelegentlich so einen Schafzaun auf, weil unser Garten nur eine "grüne Grenze" hat und zum Nachbargarten/Parkplatz hin offen ist. Mein Hund ist auch nur mit mir zusammen draußen und hat bisher dieses läppische Netz nie in Frage gestellt. Falls sie es doch mal tun sollte, ist das hier trotzdem noch eine ruhige Wohngegend und keine vierspurige Straße… Sowas spielt ja auch eine Rolle, wenn man ein Minimum-Sicherheitsmodell wählt.

    Bei Rüden darf man allerdings den gelegentlichen Wunsch, zu läufigen Hündinnen zu gelangen, nicht außer Acht lassen...

    Ohne zu wissen, wo Du noch geschrieben hast: Ich glaube nicht, dass die Reaktionen forenspezifisch sind. Da liegt sicher sehr viel an der Gruppendynamik. Ich habe das hier schon oft beobachtet, dass die ersten zwei Beiträge im Grunde darüber entscheiden, in welche Richtung ein Thread läuft. Außer er wird irgendwann so lang, dass die Leutchen vor dem Posten nicht mehr alles lesen ;-)

    Hätten die ersten beiden nicht erzählt, dass ihre Hunde da nix machen, sondern hätten stattdessen über die Radfahrerin gemotzt, hätte das Ganze hier auch schnell in die Richtung "solchen Leuten mal ein Stöckchen in die Speichen schmeißen" abgedriften können… :roll:

    Ich hätte es jetzt einfach so gemacht, dass ich ein extra gutes Leckerchen in die Box schmeiße, bevor der Hund überhaupt Luft holen kann zum Bellen. Und natürlich auch gelegentlich mal so zwischendurch, um das Ganze schön positiv zu halten.

    Oft weiß man ja schon vorher: "Jetzt geht das Gebell gleich los": Leckerchen fliegt, Hund witscht in die Box. Da wird dann auch nicht das Bellen belohnt.
    Und das kann man sogar machen, wenn man gerade z.B. am Telefonieren ist und in dem Moment keine Kommandos geben bzw. durchsetzen kann.

    Mein Hund verliert normalerweise schnell die Nerven, aber das hätte sie einfach so hingenommen.

    Ich kann das mit Sicherheit sagen, weil wir solche Beinahezusammenstöße sehr regelmäßig haben. Da, wo man bei uns schön mit dem Hund verwunschene Wege langlaufen kann, preschen auch Rennradler und Mountainbiker gerne durch.

    Mein Hund kann die vorraussichtliche Route von Radfahrern (auf einem klar erkennbaren Pfad!) und den Aufprallzeitpunkt sowieso nicht einschätzen und überlegt sich gerne im falschen Moment, dass sie jetzt mal auf der anderen Seite des Weges weiterschnüffeln will. Wenn ich da nicht auf Zack bin, hassen uns die Radfahrer auch.

    Wir müssen halt alle ein bisschen aufpassen. Manchmal merk ich's zu spät und manchmal bemerken uns die Radfahrer zu spät. Manche sind nett, manche genervt und manche sind nunmal rücksichtslos.

    Zitat

    Gibt es eine leicht verständliche Methode, die ich einem Mädchen von ca. 13(?) Jahren nahebringen kann deren -absolut unausgelasteter, unsicherer, aber sich in der Verantwortung fühlender, alles regeln zu müssen - Jack Russell bei Hunde/Menschenbegegnung immer wie ein Wahnsinniger bellt? Sie schreit dann meist genauso laut und haut ihm auf die Nase, hilft natürlich null.

    Du kannst ihr zum Beispiel erklären, dass der Hund nur versucht, sie zu beschützen und dass er dafür nicht angemotzt werden sollte. Diese Sichtweise hebt vielleicht auch das Image des Hundes in ihren Augen und sie behandelt ihn in solchen Situationen nicht mehr so blöd.
    Und dass der Hund besser mitkriegen würde, dass sie selbst ja überhaupt keine Angst hat, wenn sie sich zum Beispiel bei Begegnungen mit anderen Hunden vor ihren Hund stellt. Dann kannst Du ihr ja auch zeigen, wie Du das meinst und vielleicht übt ihr das sogar ein paarmal zusammen.

    Allerdings glaube ich, dass schon sehr viel größere Geister an dem Problem Leinenaggression gescheitert sind - ich weiß nicht, ob man da als Teenie ohne allzuviel Hundeerfahrung und dann auch noch bei einem Terrier wirklich viel ändern kann…

    Also Plan B: Sagen, dass man merkt, dass sie versucht, dem Hund das Theater abzugewöhnen. Aber dass einige Hunde einfach immer einen Lauten machen müssen und dass man da nicht viel dran machen kann. Dass so ein Jack Russel ja ein kerniges Kerlchen ist, der nicht so schnell aufgibt und den das nur noch krawalliger macht, wenn man ihn anbrüllt oder haut…

    Das Thema Auslastung würde ich erst später mal erwähnen, wenn man schon ein paarmal zusammen geplaudert hat. Fragen, was der Hund denn gerne macht - und darauf dann irgendwie aufbauen und Vorschläge machen, was man mit dem alles für lustige Sachen machen könnte.

    Wenn Euer Problem das "hinsetzen und nicht weiter wollen" ist: Man sollte natürlich weder am Halsband noch am Geschirr den Hund mitzerren. Beim Geschirr klappt das auch gar nicht, weil man es bei solchen Aktionen dem Hund praktisch "auszieht": Insofern ist ein Geschirr schon mal gut. :p

    Gelegentlich ziehe zwar auch ich meinen Hund ein paar Meter weiter, wenn sie bockt, aber bei einem Welpen würde ich das nicht machen. Der macht das nämlich nicht aus Bockigkeit, sondern weil es ihm zu gruselig wird, sich allzu weit vom sicheren Zuhause zu entfernen. Da würde ich ein Stückchen vorgehen (so weit die Leine eben reicht) und mich dann zur Seite gedreht hinhocken und den kleinen Hund zu mir locken. Oder aber den Fratz einfach auf den Arm nehmen und erstmal ein Stück weit von zu Hause wegtragen. Danach läuft er dann auch wieder selber mit!

    Mein Gott, sei froh, dass es (angeblich) ein Huhn war und nicht das zahme Karnickel der Nachbarskinder oder ein anderer Hund. Den Schaden kann man doch sogar problemlos aus der eigenen Tasche bezahlen.

    Selbst wenn Euch jemand eins reinwürgen will, weil Euer Hund regelmäßig ausbüchst: Die hätten Euch dafür viel stärker bluten lassen können. Zum Beispiel, indem sie den Hund einfangen und ins Tierheim bringen. Den dort wieder auszulösen ist nicht ganz billig.

    Dass ein Hund ein Beutetier reißt, kommt außerdem in den besten Familien vor und macht ihn nicht zu einer bösen Kreatur. Man sieht einem Hund auch nicht unbedingt an, dass er ein Tier getötet hat. Meine hat zum Beispiel einen Fasan auf dem Gewissen – da war hinterher auch kein Tropfen Blut und kein Federchen am Hund zu sehen...

    Zitat

    Das wäre da 5-7000 Mal klassisch konditionieren und dieses Signal reisst den Hund quasi vom Hasenhintern weg.

    Da wird man ja alt drüber, wenn man das so oft konditionieren will!

    Ich würde nicht so oft den Rückruf üben. Der Hund wird ja total genervt, wenn er alle 3 Minuten wieder herkommen soll und nie mal in Ruhe sein Ding machen darf.

    Hochwertig belohnen auf jeden Fall. Aber ich würde es auf drei, vier Mal pro Spaziergang beschränken. Dann ist die Belohnung auch noch was wert. Und der Hund denkt sich "Yeah - ich krieg ein Geschenk!!!" Und nicht "Boah, was will die Alte denn jetzt schon wieder…"

    Ich habe zusätzlich zum normalen Rückruf noch so einen Superrückruf (Pfeife) aufgebaut und habe das vielleicht 30 Mal konditioniert. Über einen Zeitraum von ca. 3 Monaten. Natürlich mit dem Besten Futter Aller Zeiten. Aber einen Superrückruf braucht man eigentlich nur, wenn es einen Reiz gibt, bei dem der Hund denkt "scheiß auf deine Leckerchen, ich fange mir jetzt einen Hasen."

    Für den Alltag reicht aber ein normales "Hier". Da gibt's bei uns eine mittelgute Belohnung und das langt eigentlich, um den Hund grundsätzlich unter Kontrolle zu haben. Bei uns nur halt nicht bei Wild.