Beiträge von Phantomaus

    Na klar darfst Du Dir das mal anschauen! Ich finde es ja selber immer wieder irre, was ein Hund so kann, wenn man ihn lässt :D.

    Und das Schöne beim Mantrailing ist ja auch, dass man mit Anfängern und Fortgeschrittenen zusammen trainieren kann - es ist ja jeder Hund einzeln dran und bekommt eine Spur, die zu ihm passt.

    Zitat

    Was ich nicht so teile, ist der Grundgedanke hier im Thread, dass Stadtleben viel damit zu tun hat, in Cafés und Restaurants rumzusitzen. Das mache ich mit meinem Hund nie.

    Cafés besuche ich auch eher selten. Aber es ist für mich viel bequemer dort, als auf Mäuerchen oder Bänken rumzusitzen, was ich relativ oft mache, wenn mein Hund mal wieder eine Pause braucht. Aber für den Hund ist Café eben Stress und nicht Entspannung, und deshalb hänge ich im Endeffekt meistens doch auf Parkbänken ab. Weil es da ruhiger ist und mein Hund sich ein Stöckchen zum Zerbeißen suchen kann und die Kauerei ihr hilft, wieder runterzukommen.

    Ich habe auch so einen Stresskeks hier. Gottseidank ist sie kein "echter" Stadthund, denn wir wohnen am Stadtrand und unsere langen Gassirunden finden im Grünen statt. Mein Büro ist zwar nahe an der Innenstadt, aber ich bin nicht gezwungen, sie in die Stadt mitzunehmen - ich mache das nur, wenn ich topfit, entspannt und gut drauf bin. Denn man braucht gute Reflexe und viel Geduld mit diesem Hund.

    Ich gehe trotzdem so oft wie möglich zu Trainingszwecken durch die Stadt und befahrene Straßen entlang, weil mein Hund mit Verkehr, Geräuschen und Menschen anfangs überhaupt nicht klar kam. Auch nicht in ruhigen Wohnstraßen. Ich nehme sie daher wann immer möglich auf Botengänge und zu kleinen Besorgungen mit. Ich kann dabei die Intensität der Stressigkeit variieren (zum Bäcker ist easy, zur Hauptpost am Bahnhof die Königsdisziplin). Anfangs waren auch die einfachen Strecken oft genug die Hölle für den Hund, weil ich nun mal nicht immer vorhersehen kann, ob irgendwo jemand mit Rollkoffer langläuft, eine Fahne draußen hängt oder - Gott bewahre - ein Fahrrad umfällt.

    Sie reagierte anfangs extrem auf Außenreize und war dann absolut nicht mehr ansprechbar. Völlig panisch, kompletter Tunnelblick, nur noch Flucht im Sinn. Ich habe Monate gebraucht, bis ich die schlimmsten Angstauslöser identifizieren und gezielt "entschärfen" konnte, weil man nicht unbedingt sofort drauf kommt, dass es das schreiende Baby im zweiten Stock bei offenem Fenster ist, dass den Hund zum Ausrasten bringt – und nicht etwa die Mülltonne da vorn oder der bellende Hund im Nebenhaus oder dieser komisch aussehende Fleck auf der Straße… alles war potentiell verdächtig.

    Mein Plan, sie durch dieses ständige Training insgesamt etwas entspannter werden zu lassen, ist schon irgendwie aufgegegangen - aber es hat viele, viele Monate lang gedauert und der Prozess ist noch nicht zu Ende. Wenn ich mal vier Wochen lang die Trainingsrunden ausfallen lasse, merke ich sofort, dass sie wieder nervöser ist.

    Die Leinenführigkeit hängt bei Jil eng mit dem Stresspegel zusammen und war deshalb in den ersten beiden Jahren eine Vollkatastrophe. Inzwischen ist das deutlich besser geworden, aber nach einer halben Stunde "Straße entlanglaufen" ist der Hund am Ende mit den Nerven und schmeißt sich wieder in die Leine. Da muss ich zusehen, dass ich sie nicht überfordere und rechtzeitig wieder in ruhige Straßen abbiege. Ein umfallendes Fahrrad kann sie inzwischen gerade noch verkraften, aber wenn dann noch irgendeine eine andere Kleinigkeit schiefläuft, war's das. Und dann kommt sie so schnell auch nicht wieder runter.

    Ich habe natürlich trotz allen Trainings keinen gelassenen Hund. Auch, wenn sie nicht mehr ständig ausrastet, ist die Stadt eigentlich zu aufreibend für sie. Sie würde sich niemals im Straßencafé hinlegen. Im Restaurant kann es sein, dass sie irgendwann mal für eine Minute liegt, aber mehr vor Erschöpfung und nicht zur Entspannung. Ein kleines Geräusch und sie steht wieder. Aber die Ohren sind dabei vorn und der Hund ist eher interessiert als nervös. Und das ist ja schon mal was!

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    Weiß denn hier jemand was über die Nebenwirkungen von Frontline, Advantix und co? Die Pharmaindustrie wäre ja dumm, wenn sie diesbezüglich Studien machen würden und es käme raus, dass das Zeug nicht ungefährlich ist ...

    Ohne diese Studien kommt kein Arzneimittel auf den Markt. Die Erforschung von Nebenwirkungen ist Pflicht, und es ist ebenso Pflicht, den Verbraucher über die Ergebnisse zu informieren.
    Die beobachteten Nebenwirkungen kann man als Verbraucher nachlesen, und zwar auf dem Beipackzettel. Wenn man gerade keinen zur Hand hat, auch online, z.B. für hier für Advantix: http://vetportal.bayer.de/omr/online/2770.pdf
    und hier für Frontline:http://frontline.de.merial.com/Pflichttext_Spot_on.aspx

    Das Zeug ist nicht ungefährlich und die Hersteller behaupten das auch nicht.

    Ich hatte mal eine Jägerin wegen verunfalltem Wild / unverkäuflichen Teilen angeschnorrt. Sie sagte mir, dass sie mir abraten würde, Wild roh zu verfüttern. Und das auch die Jäger selbst kein rohes Wildfleisch an ihre Hunde verfüttern würden - da wäre irgendwas mit irgendwelchen Parasiten im Muskelfleisch des Wildes. Ganz genau wusste sie es selber nicht. Aberglaube? Aujetzky (das wäre dann ja nur beim Wildschwein)? Oder einfach nur Risiko Wurmbefall? Es interessiert mich unabhängig von der Fütterungsmethode - mein Hund ist ein begeisterter Aasgeier und findet unterwegs ständig verstorbene Wildtiere – vom Reh bis zum Rotkehlchen ist da alles dabei...

    Worüber ich mich beim Prey-Modell wundere, ist allerdings auch der Fettanteil. Ich weiß, dass Hunde Energie aus Fett ziehen und große Mengen Fett verstoffwechseln können. Aber ein "normales" Beutetier in freier Wildbahn hätte doch niemals so einen hohen Fettanteil?