Beiträge von Phantomaus

    Ich habe eine ganze Weile lang aus der Hand gefüttert - aber nicht einfach so, sondern gegen Arbeit bzw. für gute Kooperation.

    Das hat für uns sehr gut funktioniert und ich sehe immer noch zu, dass ich mindestens die Hälfte des Futters unterwegs loswerde. Das hat den schönen Nebeneffekt, dass mein Hund mich unterwegs nicht komplett vergisst, flott und begeistert auf den Rückruf reagiert und außerdem zwischendurch mal was "sinnvolles" zu tun bekommt.

    Würde ich das nicht machen, hätte ich einen Hund, der nur durch's Gebüsch stromert und sein eigenes Ding macht – und dabei für jedes Karnickel einen längeren Umweg in Kauf nimmt.

    So rennt sie zwar auch mit ordentlichem Abstand vor mir her und sieht zu, dass sie unterwegs was erlebt, bleibt aber immer mal wieder stehen und guckt, wo ich bleibe. Und wenn ich was von ihr will, ist sie zur Stelle. Finde ich prima so.

    Ich bin allerdings irgendwann dazu übergegangen, die Reste ihrer Ration in den Napf zu packen, um ein eindeutiges Zeichen zu setzen, dass für heute der Spaß zu Ende ist. Damit sie nicht noch mit einem halben Auge wach bleibt, um zu schauen, ob vielleicht noch irgendwas Lustiges und Leckeres stattfindet.

    Wenn jemand nach 2 Jahren seinen Hund abgeben muss, würde ich denken, dass so jemand selbst gern die ganze neue Familie kennenlernen möchte, um das beste mögliche Zuhause für den Kleinen zu finden. DAS ist für mich die Sache, die hier stinkt.

    Wer bereit ist, seinen Hund der ersten Person mitzugeben, die genug Geld mitbringt - das ist nicht die Herangehensweise von jemandem, der seinen Hund liebevoll und gut aufgezogen hat.

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    Ja das mit der Würstchenfährte finde ich ja klasse ! So wie ich sie kenne wird sie der Fährte allerdings nicht nachgehen sonder kreuz und quer über die Wiese laufen und dann die Wurst finden :lol:

    Ich bin hier nicht die Fährtenexpertin, aber am Besten ist der Hund dabei angeleint!
    Dann kannst Du sie nämlich durch Dein langsames Tempo zu mehr Konzentration "zwingen". Damit sie eben nicht die Nase in den Wind hält, rumhopst und das Würstchen irgendwie findet, sondern lernt, gezielt und sorgfältig einer Spur nachzugehen. Anfangs musst Du sie da wahrscheinlich noch etwas anleiten, damit sie auch "richtig" sucht und findet und keinen Quatsch nebenbei macht. Am Besten liest Du Dich dazu selber erst etwas ein. Nasenarbeit ist eine prima Sache, aber weil man als Mensch auf dem Gebiet nicht allzu viel kann, baut man es sonst schnell falsch auf.

    Mach das Klickertraining wesentlich kürzer. 5 x 1 Minute ist viel besser. Und lass es langsam angehen. Namen lernen ist ja schön und gut, aber versuch nicht, da jetzt schon groß was anderes anzugehen.

    Denkspiele sind wahrscheinlich auch noch eine Nummer zu groß für sie. Was machst Du denn da? Leckerchensuche geht wahrscheinlich mit so einem kleinen Fratz, aber mehr würde ich noch nicht machen. (Leckerchensuche finde ich persönlich für einen Labbi aber auch eher unnötig. Die rüsseln doch sowieso ständig auf der Suche nach Fressbarem rum – ich würde das nicht noch fördern wollen…)

    Ansonsten passt das schon, denke ich. Beim Pipi draußen bringt den Hund an den langweiligsten Baum/die doofe Stelle am Rand und wartet einfach 5 Minuten ab (keine verbindliche Zeitangabe!). So eine doofe kleine Ecke hat sie relativ schnell so weit erkundet, dass die Aufregung nachlässt und sie mal pullern kann. Es hilft, wenn man anfangs immer dieselbe Stelle ansteuert.

    Das Programm kommt mir recht normal und nicht besonders aufputschend vor. Natürlich könnte man es an der einen oder anderen Stelle etwas ruhiger gestalten und immer mal wieder für ein paar Augenblicke etwas Ruhiges mit ihr üben, bevor sie wieder losbrettern darf, aber im Großen und Ganzen scheint mir das alles im Rahmen zu sein. Sicher machst Du ja auch noch andere Übungen als Leckerlisuchspiele mit ihr. Oft können sich die aufgedrehten Hunde bei der "richtigen" Arbeit ja durchaus konzentrieren.


    Wenn Du sagst, dass sie erst im letzten Jahr so nervös geworden ist, würde ich mir aber andere Gedanken dazu machen:
    - Hat sich bei Euch irgendwas verändert? Tagesablauf, Umzug, Arbeitszeiten, Partner, Futtersorte?

    - Ist der Hund gesund? (z.B. die Standard-Frage nach der Schilddrüse. Ich weiß nicht, ob da was dran ist. Ich habe das bei meinem Hibbelhund auch schon zweimal unter dem schallendem Gelächter von 2 verschiedenen Tierärzten checken lassen und beide Male ohne Befund…)

    - Was und wieviel fütterst Du genau?
    In dem Alter ist mein Hund nämlich merklich "normaler" geworden. Ich schiebe das auch auf eine umgestellte Fütterung - ich füttere seitdem relativ proteinarm. Außerdem vermeide ich Mais im Futter, das ist auch so eine Sache, die angeblich ungünstig für nervenschwache Hunde ist. Ist das vielleicht ein Ansatz?

    Es ist ja teilweise so schlimm, dass man andere Leute warnen muss:

    In der Stadt. Adrett angezogene Mittfünfzigerin kommt begeistert angewieselt: "Oh, sooo ein hübscher Hund - darf ich mal streicheln?"
    Ich druckse rum: "Hmm, nunja, ich würde es ehrlich gesagt nicht empfehlen…"
    Dame ungläubig: "Der beißt doch sicher nicht?"
    Ich: "Nee, aber die haart ziemlich doll. Und mit der schwarzen Wollstrumpfhose und dem Samtjäckchen können Sie danach nirgendwo mehr hingehen…"

    Bei Freunden zu Besuch. Jemand knuddelt den Hund.
    Ich: "Ähem. Wenn Du den Hund so feste durchrubbelst…"
    *Freundin guckt erschreckt und besorgt, will ja den Hund nicht kaputt machen…*
    Ich weiter: "… dann würde ich das nicht gerade auf dem Teppich machen. Von den Fliesen kriegst Du die Haare viel besser ab!"

    Bei Bekannten mit picobello-Wohnung:
    Ich: "Wenn ich den Hund mitbringen soll, setzen wir uns am Besten direkt in den Garten"
    Sie: "Glaubst Du, die würde hier reinpinkeln?"
    "Pff. Natürlich nicht. Aber Pipi könnte man einfach wegwischen – die Haare bleiben für immer!"

    Ja, der Tunnel kostet in der Regel mehr als 200,- EUR, jedenfalls wenn man zu normalen Zeiten und im Sommer fahren will. Dieses Jahr kostet es uns für 2 Personen und einen Hund fast 300,- EUR, letztes Jahr haben wir es für 250,- hingekriegt.

    Ich hätte nichtmal ein Problem damit, meinen Hund auf der Fähre ein paar Stunden allein im Auto zu lassen, aber mein Freund hat sofort Hurra geschrieen, als unsere Nachbarin uns den Tunnel empfohlen hat. Dem wird auf einer Fähre nämlich immer schlecht.

    Ich bin trotz des hohen Preises top zufrieden mit dieser Einrichtung, es ist wunderbar unkompliziert und man ist ruck-zuck auf der Insel. Und Mensch und Hund können dabei gepflegt im Auto sitzen bleiben. Als wir noch keinen Hund hatten, sind wir immer geflogen: Das war noch teurer, also so what.

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    Wie reagiert ihr, wenn ihr irgendwo Menschen mit einem TT arbeiten seht? Egal ob jetzt Hundeplatz oder sonstwo. Lasst ihr diejenigen machen, zeigt ihr an oder was macht ihr?

    Ich labere die Leute an. Und zwar nicht mit Vorwürfen, sondern erstmal ganz spielerisch, so im Stil "oh, was hat der denn angestellt, dass er das tragen muss?"
    Durch die Antwort kann ich die Leute dann schon ein bisschen besser einschätzen. Und dann frage ich arglos weiter, bringe nebenbei ein paar Argumente und erzähle von Hunden, bei denen das mit dem TT nicht geklappt hat bzw. später voll nach hinten losgegangen ist.

    Es hilft sehr oft, die Leute etwas nachdenklich zu machen, denn den Meisten ist gar nicht klar, was sie ihrem Hund damit antun. Die sehen das eher als so einen "harmlosen, kleinen Knuff". Ungefähr so, als ob man einen Tannenzapfen schmeißt. Die wollen ihrem Hund nicht wirklich wehtun und überdenken es danach hoffentlich auch.

    Und die "wer nicht hören will muss fühlen"-Fraktion beeindrucke ich hoffentlich mit den Horrorgeschichten, wo der Hund durch Fehlverknüpfung plötzlich bissig gegen andere Hunde/Kinder/Radfahrer geworden ist. Oder der Geschichte von dem Typen, wo das Gerät plötzlich auf höchster Stufe stand und wo der Hund dann panisch geflüchtet und unters Auto gekommen ist...

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    PS ich weiß, optimal wäre eine Frau aber so einen Quatsch fangen wir bitte gar nicht erst an

    Hihi.

    Bis Du eine schlagkräftige Frau als Bodyguard gefunden hast, ist ein Hund an sich schon eine ganz ordentliche Abschreckung für Gelegenheitsdiebe. Den muss man nicht mal dafür abrichten, böse gucken und laut bellen können die meisten auch so. Das heißt nicht, dass die auch gnadenlos zupacken würden, aber für den interessierten Laien sieht ein Hund, der sich aufregt, durchaus gefährlich aus.

    Dein Lebensstil an sich ist kein Problem für einen Hund - der bindet sich an seinen Menschen und nicht an einen Ort.

    Die Frage ist eher: Wie lange bist Du jeweils im Casino – wie lange müsste der Hund alleine im Wagen sein? Wenn's nur abends für drei, vier Stunden ist, könnte ein Hund (nach einer mehrmonatigen Gewöhnungsphase) so lange im Auto auf Dich warten.

    Aber, und ganz wichtig: Bei Temperaturen deutlich über 20 Grad darf der Hund auf keinen Fall im Auto eingesperrt sein, wenn man nicht mindestens vorhat, die Scheiben offen zu lassen. Daran wird Dein Plan also vermutlich scheitern - die berühmtesten Casinos dieser Welt sind ja doch eher in warmen Gegenden, oder?