Beiträge von Phantomaus

    Edit, weil mein vorheriger Beitrag missverständlich sein könnte: Homöopathika fallen zwar unter das Arzneimittelgesetz und müssen die Qualitätsanforderungen für Arzneimittel erfüllen, können aber die Wirksamkeitsnachweise nicht erbringen, die für krankheitsbezogene Aussagen verpflichtend sind.

    Zitat

    ...und warum steht eben auf den Fläschchen eben nicht wofür die Globulis angewendet werden sollen....das muss doch einen Grund haben oder nicht?

    Das liegt daran, dass die Präparate keine Zulassung als Arzneimittel haben. Und wenn es keine solche Zulassung gibt, darf keine krankheitsbezogene Aussage auf der Packung stehen.

    Zum Placebo-Effekt:
    Zumindest beim Menschen hat der Heilungserfolg auch was mit betüddelt-und-verstanden-werden zu tun. Und damit, dass die Heilpraktiker was vom Menschen an sich verstehen und Krankheitsbilder ganzheitlich betrachten. Da werden zusätzlich auch heiße Bäder oder lange Spaziergänge verordnet, wenn es dem Problem hilft. Die Heilpraktiker bauen also beileibe nicht nur auf Hokuspokus.

    Davon abgesehen müssen einige Präparate stündlich eingenommen werden, andere dreimal täglich - schon wird man alle naselang daran erinnert, dass man sich nun auf dem Weg der Besserung befindet.

    Bei Tieren sollte das auch funktionieren. Es wird geschont und verwöhnt und bekommt regelmäßig heilungsfördernde Leckerchen. Dazu einen Menschen, der sich ruhig und vertrauensvoll auf die unterstützende und wenig belastende Wirkung der Arzneien verlässt. Und zumeist gehen die Beschwerden, die die Homoöpathie am Besten heilt, sowieso schnell wieder weg.

    Gelegentlich mögen auch die in den Präparaten enthaltenen Hilfsstoffe, z.B. Alkohol, dazu beitragen, dass eine entspannende Wirkung eintritt. Manch einer gibt deshalb ja auch dem Hund ein Likörchen zu Silvester.

    Und der Alkohol ist auch so ziemlich das einzige Gift, dass in homöopathischen und bachblütigen Arzneimitteln in relevanter Dosierung enthalten sein kann. Alles andere ist per definitionem bis zur Unkenntlichkeit verdünnt.

    Wenn man also nicht an die Wirksamkeit solcher Arzneien glaubt, kann man damit weder sich noch sein Tier vergiften. Einige Hasardeure haben das sogar bewiesen, indem sie bei öffentlichen Aktionen große Mengen hochpotenter Homöopathika schluckten.

    Wenn man allerdings an alternative Heilmethoden glaubt, tut man gut daran, bei Beschwerden nicht einfach irgendwas zu nehmen. Denn das Ganze ist ein hochkomplexes System, in dem alles mit allem reagiert. Da bedarf es der Expertise eines Fachmenschen, um das richtige Präparat herauszufinden.

    Wie Chris schon sagte, muss man durchaus unterscheiden zwischen Homöopathie und Bachblüten.

    Ganz knapp formuliert:
    Die Homöopathie hat ein System, das in der Grundidee auf medizinischen Wirkprinzipien der Ausgangsstoffe basiert. Und dann wird es auf rituelle Art massiv verdünnt.

    Die Bachblüten hingegen hat Herr Bach vor knapp 100 Jahren persönlich "intuitiv" ausgewählt und eine eigene Theorie von behandlungswürdigen "Seelenzuständen" drum herum entwickelt. Und dann hat er das Ganze nochmal kräftig verdünnt.

    Es ist mir völlig schleierhaft, wie Bachblüten es mit diesem Hintergrund als Therapieform so weit bringen konnten. Kein Mensch hinterfragt alternative Heilversprechen, aber fast alle Tierbesitzer glauben "irgendwie ein bisschen" dran und haben Rescue-Tropfen im Schrank, auch wenn sie selber zugeben, dass die nichts nützen.

    Zitat

    Hat noch jemand von euch so einen paranoiden Hund?

    Bloß, weil der Hund paranoid ist, heißt das nicht, dass da draußen nichts ist! :D
    Igel oder Maus, würde ich tippen. Vor allem Igel kann der Hund auch durchs geschlossene Fenster locker hören.

    Stichwort Paranoia: Meine Nachbarin berichtete mir neulich, dass der Hund in meiner Abwesenheit so laut gebellt hätte, dass sie Angst gehabt hätte, dass ein Einbrecher im Haus wäre. Der musste ich auch erstmal einschärfen, dass sie als erstes an eine Katze und als zweites an einen Igel denken sollte, wenn sie den Hund abends mal bellen hört...

    Mein Hund ist beim Tierarzt nervös und hektisch. Aber dafür, dass sie sonst so ein Angsthase ist, wirkt sie dort sogar halbwegs normal. Sie knurrt nicht, sie beißt nicht, sie kreischt nicht. Ihre Strategie ist: "Raus, runter oder rückwärts!"

    Die anderen Viecher im Wartezimmer? Egal. Andere Hunde werden - ganz untypisch - genau wie Katzen und Meerschweine ignoriert. Sie sitzt nervös vor meinem Stuhl, frisst mechanisch Kekse und schielt zwischendurch zur Tür.

    Wenn wir dran sind, geht's im Galopp ins Behandlungszimmer. Hauptsache raus aus dem Wartezimmer. Doof wird's, sobald sie auf den Tisch gehoben wird. Da wird gezappelt und gerudert, was das Zeug hält.

    Einmal habe ich versucht, sie selbst auf den Tisch hopsen zu lassen, weil sie das Hochheben so furchtbar findet. Mache ich nicht nochmal. Sie ist hektisch volle Kanne über den Tisch drüber gesprungen und mit Schwung am anderen Ende wieder runtergekracht.

    Die Dinge, die etwas wehtun könnten (Blut abnehmen, Impfung kriegen) merkt sie gar nicht. Da zuckt sie nichtmal. Aber wenn ihr jemand in die Schnute oder in die Ohren gucken will, ogottogott. Dann versucht sie sofort wieder, sich vom Tisch zu stürzen.

    Leckerchen nach der Behandlung nimmt sie. Natürlich, warum sollte sie die verfallen lassen? Aber hinsetzen und wedeln und um mehr betteln? Nee, dafür hat sie dann echt keinen Nerv!

    … wenn das Kind Deiner Freundin beschlossen hat, dass sie "Patentante" für Deinen Hund sein will.
    Und Dein Hund deshalb neuerdings selbstgebasteltes Gebammel mitgebracht und ans Halsband gehängt bekommt.

    … dieses Kind bei der Gassirunde aber auch unbedingt "Hund" spielen will. Und Du deshalb Kind und Hund nebeneinander Sitz machen lässt und Dummies wirfst, die Kind und Hund abwechselnd holen dürfen. Und Du Dich freust, dass das eine spitzenmäßige Übung in Impulskontrolle für Deinen Hund ist.

    (Dummerweise habe ich dem Kind beim ersten Mal "zum Spaß" ein Minzbonbon für den Apport gegeben, weil ich zufällig welche dabei hatte. Ich hätte allerdings nicht gedacht, dass sie das Spiel über etliche Wiederholungen durchhält. Ich hätte auch nicht gedacht, dass sie mich so gut beobachtet, dass sie weiß, für welche sonstigen Aktionen mein Hund ein Leckerchen kriegt. Die hat sich echt zurückfallen und rufen lassen, hat sich am Wegrand hingesetzt, wenn ein Fahrrad kam… und hat mir so in relativ kurzer Zeit die ganze Dose Mints leergefressen. Notiz für mich: Beim nächsten Besuch Fleischwurst auf die Runde mitnehmen, dann muss ich nicht mit zwei Sorten "Leckerchen" rumhampeln.)

    Mein Hund sucht bei ihren Aufgaben kein Futter, sondern Dummies oder anderen Kram. Das Futter gibt's dann häppchenweise von mir im Tausch für den Apport oder sonstiges belohnenswertes Verhalten. Da kann ich auch gut mal eine Tupperdose mit Fleischbrocken dabei haben, ohne die vorher mit Löchern präparieren zu müssen (sowas muss meiner Meinung nach eh nicht sein, die Hundenase ist fein genug). Außerdem würde mein Hund solche Dosen früher oder später aufbeißen – und sei es aus Versehen...