Beiträge von Phantomaus

    Interessante Überlegung mit dem Jagdverhalten von Hund und Katze!

    Wahrscheinlich liegt die unterschiedliche Wahrnehmung auch daran, dass eine Katze Fleisch und nur Fleisch frisst, während ein Hund auch mal ein Käsebrot essen würde – der ist so zivilisiert, dass er es nicht nötig hat, zu jagen :headbash: .

    Schlimm finde ich hauptsächlich, dass der Hund beim Jagen unkontrolliert unterwegs ist, auf Straßen laufen und sich und andere in Lebensgefahr bringen kann. Gaaah! Das ist bei Katzen allerdings auch so - als Freilaufkatzenhalter lebt man offenbar mit der Gefahr. Ich kann mir gar nicht vorstellen, wie man selber ruhig schlafen kann, während das Haustier alleine draußen Unfug macht. Aber das gehört zur artgerechten Katzenhaltung offenbar dazu. Wäre nix für mich!

    Die Hinterlassenschaften von Katzen finde ich auch ganz schrecklich - die stinken schlimmer als Hundekacke und die Hunde fressen es auch noch. Allerdings muss man den Katzen lassen, dass sie bevorzugt an Stellen kacken, wo keiner reintritt. Zum Beispiel in mein Kräuterbeet.

    Pferdeäppel finde ich dagegen nicht so widerlich - Pflanzenfresserkot riecht nicht so schlimm und die Mengen sind groß genug und mittig genug, dass man nicht versehentlich reintritt. Und man sieht sie rechtzeitig, um den Hund vom Fressen abzuhalten. Aber ich glaube, dass ein Pferdehalter grundsätzlich auch angehalten ist, hinterherzuräumen.

    Es gibt zwar ein paar kleinerer "hach, das wär auch mal schön"-Unternehmungen, die mir mit (diesem) Hund zu kompliziert sind oder die ich nicht so gerne ohne den Hund machen würde. Aber ich denke eigentlich immer, dass ich könnte, wenn ich wollte. Und wenn ich nicht will – tja, dann ist es ja wohl auch nicht so wichtig!

    Allerdings: Ich habe mein sexy Zweisitzer-Cabrio wegen des Hundes aufgegeben. Nach langem Zögern. Der Beifahrer-Fußraum war einfach für einen Labrador nicht besonders geeignet. Erst recht nicht, wenn da noch Beifahrer-Beine dazukamen. Es ist mir schwergefallen und die Karre fehlt mir immer noch, aber ich konnte es vor mir selber nicht rechtfertigen, zwei Autos zu besitzen. Erst recht nicht, als ich überlegt habe, wo ich denn wohl bei schönem Wetter mit dem Cabrio und ohne den Hund überhaupt hinfahren würde. Da fiel mir nicht mehr viel ein :p. Also hat mich letztlich mein Geiz das Cabrio gekostet. Und nicht der Hund.

    Beagle sind süß und charmant, haben eine gute Größe, einen hübschen Körperbau und schönes Fell. Insofern kann ich gut verstehen, dass man da schnell denkt "der wär doch was".

    Versuch Dir die Kehrseite aber nicht schönzureden. Entweder kann man damit leben, dass der Hund dauernd an der Leine sein muss oder nicht. Egal, wie viel Mühe Du Dir gibst, dieser Hund wird das Jagen nicht aufgeben. Du kannst nie mit einem frei laufenden Beagle entspannt spazierentrödeln. Das Einzige, was Du Dir erhoffen kannst, ist, das Du irgendwann die zillionstel Sekunde abpassen lernst, in der Du den Hund noch abrufen kannst. Das muss einem ganz klar sein.

    Ich habe auch einen Hund mit ordentlich Jagdtrieb, den ich trotzdem meist frei laufen lassen kann, aber bei Jagdhundrassen, die weniger eigenständig und weniger nasengesteuert unterwegs sind, ist das viel einfacher. Bei meinem Labrador konnte ich das Ganze durch Spiel und Spaß sowie mit massiven Futterbelohnungen beim Rückruf gut in den Griff kriegen. Aber ich würde mir nicht sehenden Auges einen jagdtriebigen Beagle ins Haus holen. Die ganze Grundeinstellung zum Jagen ist bei Beagles nämlich ganz anders ausgeprägt.

    Mein Labrador denkt: "Uh! Da rennt ein Karnickel! Ich krieg es, ich krieg es, ich krieg es - oh, wo isses denn hin?"

    Ein Beagle denkt: "Eine Kaninchenspur, hier geht eine Kaninchenspur lang, diese Kaninchenspur ist mein Weg zum Glück, ich muss diese Spur verfolgen, auf diese Spur habe ich mein Leben lang gewartet, das ist die beste Spur aller Zeiten und sie geht immer weiter und weiter und am Ende der Spur ist ein Topf voll Gold vergraben, aber darum geht's gar nicht, denn alles, was zählt, bin ich und diese Spur, diese wunderbare Spur!"

    Ich habe außerdem immer ein eigenes Handtuch für den Hund dabei, weil ich keine Hotelhandtücher wegen des Dreckschweins ruinieren will.

    Was ich immer vergesse, was aber praktisch wäre: Ein stinknormaler Gummihandschuh, mit dem man super Hundehaare von textilen Flächen abbekommt!

    Wenn er sich aus Aggression so aufführen würde, hätte Lightning wahrscheinlich recht und mein Vorschlag könnte sich tatsächlich ungünstig auswirken. Aber wenn man das Falsche bestärkt, merkt man das normalerweise recht schnell: Wenn es schlimmer wird, hat man was falsch gemacht. Und das merkt man nach wenigen Wiederholungen.

    Ich selber habe ja auch einen unsicheren Labbi, der sich in Stresssituationen oft auffällig verhält. Daher lag für mich der Verdacht nahe, dass dieser Hund hier von seiner Situation gerade etwas überfordert ist. Gerade weil der Knabe erst seit 5 Tagen in der neuen Familie ist, ist das nicht ganz unwahrscheinlich.

    Ein aggressiver Hund würde meiner Erfahrung nach erstmal kleinere Brötchen backen, wenn ihm in einer komplett neuen Umwelt etwas komisch vorkommt. Dass er seine Halter beschützen will, kann ich mir nach so kurzer Zeit auch nicht vorstellen. Und bei richtiger Angst hält ein Hund auch eher die Klappe.

    Aber was jetzt genau in diesem Hund vorgeht, kann hier keiner mit Sicherheit sagen. Ein guter Trainer wäre nicht verkehrt, aber den muss man auch erstmal finden.

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    Viel schlimmer finde ich aber das an der Leine ziehen und knurren, wenn ihm Leute vor unserer Wohnung begegnen. Es sind vermehrt ältere Leute, und die sollen sich von ihm nicht eingeschüchtert fühlen müssen bzw. Angst bekommen müssen. Selbst von der anderen Straßenseite schielt er rüber und wird aufmerksam, wenn da jemand ist. Habt ihr da vielleicht auch eine Idee, was man tun kann?

    Ansprechen ("Guck mal") und wenn er sich zu Dir umdreht: Leckerchen rein. Das muss man ggf. vorher etwas üben – von alleine weiß der Hund ja nicht, was "Guck mal" heißt. Das lernen die aber schnell. So lange er es noch nicht kann, das Leckerchen einfach vor ihm fallenlassen. Er wird die Leute Leute sein lassen und das Leckerchen aufpicken. Bevor er sich dran erinnert, dass er eigentlich bellen wollte, wieder "Guckstu" und Keks.

    Hat den Vorteil, dass er
    a) die anderen Leute nicht durch Bellerei einschüchtert
    b) sich zu Dir umorientiert
    c) er die Situation positiv erlebt.

    Zitat

    Es gibt übrigens Hunde mit gewissem Eigengeruch, die auch mit vernünftigen Futter riechen. Und dann?

    Ach, da gewöhnt man sich dran und merkt es ziemlich bald nicht mehr ;-)

    Aber an Deinem Einwand und auch an den Texten von Emanuela ist natürlich viel dran. Dinge laufen nicht nach Plan und manches in der Hundehaltung ist immer schwieriger oder unangenehmer als gedacht und man braucht etwas Liebe, um darüber hinwegzusehen. Diese Petitessen schrecken einen Hundemenschen nicht ab, aber der ganze Schmutz, die Sorgen, die Probleme und die Pupse gehören natürlich auch dazu.
    Da ist es auf jeden Fall besser, einen toleranten Partner zu haben, als einen, der im Ernstfall zähneknirschend nachverhandeln will.

    An pflegeleichte, nicht haarende, nicht pupsende Hunde mit viel Will-to-please sollte man also nicht glauben. Eher an Charakterhunde, die ihre Macken haben, aber die trotzdem liebenswert sind - genau wie der menschliche Partner auch.

    Jemanden zur Hundehaltung überreden oder erpressen sollte man jedenfalls nicht. Und Kompromisse ("Ich kriege meinen Hund und Du Deinen Oldtimer") gelten auch nicht - ein Hund ist ein Familienmitglied und keine Verhandlungsbasis. Wenn jemand allerdings zum Dank ein Hundeleben lang den Staubsauger nicht mehr anfassen muss, finde ich das völlig okay ;-)

    Ob es da bei Euch eine Chance auf ein harmonisches Zusammenleben aller Beteiligten gibt, kannst nur Du selber einschätzen. Ich kenne ein paar Paare, wo der Hund explizit der Frau gehört und der Mann sich nicht zuständig fühlt. Diese Konstellation scheint wunderbar zu klappen, aber auf Gleichgültigkeit kann man natürlich besser aufbauen als auf ernsthafter Ablehnung.

    Wie zementiert sind also die Argumente Deines Mannes? Dass er Hunde "doof" findet, klingt ja recht harmlos - dann sind sie halt doof. Dass sie stinken und nerven, ist eine Typfrage - das trifft nicht auf jeden Hund zu und dagegen kann man sich wappnen. Ausnahmen gibt's natürlich immer, und die sollten stressfrei hingenommen werden können: Zum Beispiel eine aufgeregte Begrüßung oder ein regennasser Hund.

    Wenn Dein Mann z.B. keinen Hund im Schlafzimmer will, kann man das akzeptieren. Wenn er keinen Hund auf dem Sofa will, ist das völlig okay. Wenn Dein Mann aber keinen Hund in seiner Nähe erträgt und z.B. der Hund gar nicht ins Wohnzimmer dürfte, dann solltest Du keinen Hund haben.

    Schwierig wird's auch, wenn Dein Mann eifersüchtig wird auf die Zeit, die Du mit dem Hund verbringst - das sind am Tag ca. 2 Stunden, in denen Du mit Erziehung, Gassi und sonstigem Kram beschäftigt bist.

    Wenn er aber nur keinen Bock hat, selber täglich zwei Stunden seiner Freizeit zu opfern, dann findest Du sicher eine Argumentationsgrundlage!