Beiträge von Phantomaus

    Die allermeisten Hunde, die ich kenne, laufen auch einfach als Familienhund nebenbei mit. Die allermeisten von denen scheinen damit auch gut zufrieden zu sein. In einer richtigen Familie mit Kindern und allem drum und dran ist ja auch immer was los.

    Je nach Rasse oder Typ kann das allerdings dem Hund trotzdem zu wenig sein. Wenn man merkt, dass sich der Hund eigene Hobbies zulegt (z.B. jagen gehen, sinnlos herumbellen, Sachen zerstören o.ä.), ist es sinnvoll, über Hundesport als angemessene Alternativbeschäftigung nachzudenken.

    Aber auch bei unauffälligen und genügsamen Kandidaten kann es für Hund und Halter ganz nett sein, gemeinsam einer hundesportlichen Aktivität nachzugehen. Einfach nur so aus Spaß dran.

    Den Overkill sollte man jedoch in jedem Fall vermeiden. Wer 7 Tage die Woche mantrailen will, hat spätestens am 8 Tag einen Hund, der keinen Bock mehr dazu hat. Und auch sonst braucht ein Hund keinen Terminkalender, bei dem jeden Tag stundenlang Hundesport auf dem Plan steht – sonst drehen die meisten auch bald am Rad.

    Ich lebe hier in einer Stadt, die sich das Radfahrertum ganz groß auf die Fahne geschrieben hat. Als Autofahrer fallen auch mir regelmäßig Radler auf, die an ihre Nummer-Eins-Position im Straßenverkehr glauben und sich dabei für unsterblich halten. Auf den etablierten "Fahrradhighways" im Innenstadtbereich lasse ich meinen Hund auch nicht frei laufen, da sind Unfälle und Konflikte tatsächlich vorprogrammiert. Da gibt es woanders schönere Wege für uns. Und zwischen den Freizeitradfahrern und Hundespazierengehern da draußen im Gelände erlebe ich tatsächlich nicht diese Feindschaft, wie einige sie hier beschreiben. Obwohl meine Lieblings-Gassistrecke offiziell als Radwanderweg ausgeschildert ist.

    Ich gehöre auch zu den Menschen, die nur selten patzige Passanten treffen. Vielleicht liegt's dran, dass ich frei habe und gut drauf bin, wenn ich mit dem Hund draußen bin. Mich motzt nur extrem selten jemand an – viele andere Hundehalter hier in der Gegend haben nicht so viel Glück :D.

    Ich höre auch oft ein Danke von vorbeifahrenden Radfahrern - nicht jedesmal, aber bestimmt in 3 von 10 Fällen. Dem Rest muss ich auch nichts hinterherrufen. Dann haben die sich halt nicht bedankt - so what? Ich habe ja eigentlich auch nur meinen Hund aus der Gefahrenzone gebracht.

    Die Kinderwagenschieber bedanken sich übrigens auch nie dafür, dass ich meinen Hund davon abhalte, vom Kind entgegengestreckte Spielzeuge oder Brötchen anzunehmen - aber ich würde nicht auf die Idee kommen, denen das vorzuwerfen. Auf der anderen Seite hat mich auch noch nie ein Kinderwagenschieber wegen des Hundes angemotzt - die freuen sich bei unserem Anblick meist darüber, ein gemeinsames Gesprächsthema mit dem Nachwuchs gefunden zu haben.

    Wenn ein Mountainbiker oder Rennradler in einem Affenzahn angeschossen kommt, rufe ich auch schon mal "Vorsicht, Hund!" Weil es manchmal einfach keinen Sinn macht, den Hund, der 100 Meter vorgelaufen ist, ranzurufen, damit sie dann auf halber Strecke mit den Radfahrern kollidiert. Und dann höre ich zum Dank meist nur sowas wie "Alles klar!" Passt doch.

    Schräg, dass hier fast nur so schlanke Labbis vertreten sind - ich dachte immer, dass ich ein extrem untypisches Exemplar habe mit 55cm und knapp 25 kg. Hier im Thread sind das ja scheinbar die Standardmaße…

    Mir wird oft nicht geglaubt, dass sie ein reinrassiger Labbi ist, weil die in der Regel anders aussehen. Und damit meine ich nicht die fetten, sondern einfach nur die kräftig gebauten Kandidaten.

    Es wäre mal cool, Fotos von den anderen Hunden mit diesen Maßen zu sehen - ob die sich total unterscheiden oder ob die alle einen ähnlichen Körperbau haben. Ich versuche gleich mal, ob ich ein aussagekräftiges Bild machen kann!

    Da Polizeimeldungen öffentlich sind, habe ich da mal nachgeschaut:
    Das war mal eine durchaus neutral formulierte Pressemeldung. Daraus könnte man natürlich auch was reißerisches machen, wenn man einzelne Fakten weglässt. Womöglich hat das Radio die sogar neutral wiedergegeben - und das Drama findet in den Köpfen der Zuhörer statt. Aber auch das ist eine journalistische Entscheidung des Senders: Die wissen schließlich, wie sowas bei den Hörern ankommt - auch, wenn nix Schlimmes passiert ist.

    Hier zum Nachlesen:
    http://www.presseportal.de/polizeipresse/…sen?search=hund

    Wer der Polizei Bescheid gesagt hat, wird daraus (natürlich!) nicht klar. Weswegen sie ermittelt, auch nicht.

    Ein Krankenhaus darf solche Meldungen jedenfalls nicht herausgeben und normalerweise auch nicht einfach so die Polizei einschalten: Da greift die ärztliche Schweigepflicht. Da gibt's nur in absoluten Extremfällen Ausnahmeregelungen.

    Den Hund stört der Waschmittelgeruch nicht beim Suchen. Das gilt übrigens nicht nur für Futterdummies, sondern auch für neutrale Dummies. Im Grunde sucht der Hund Deinen Geruch (oder den des Futters) - und den hat das Ding, sobald Du ihn nach der Wäsche wieder in Betrieb nimmst. Mein Hund findet auch fabrikfrische Dummies, die weder nach meinem Waschmittel noch nach ihrem Futter riechen - einfach, weil ich sie in der Tasche hatte.

    Diesen "historischen Anspruch" mit der Verteidigung vor Wilddieben und Co. haben die Jäger heute normalerweise nicht mehr. Die kommen ja selber in Teufels Küche, wenn der Hund einen Waldarbeiter stellt oder einen Pilzsammler beißt. Die sind da extrem vorsichtig, weil bei einem Beißvorfall auch sofort der Waffenschein in Gefahr wäre. Die härteren Jäger beklagen sich sogar teilweise, dass die Wildschärfe gelitten habe, als man die Mannschärfe ausselektiert habe.

    Zur Zuchttauglichkeitsprüfung gehört übrigens seit 2001 auch ein Wesenstest, zu dem ich mich gerade nochmal schlau gelesen habe. Der mutet ganz schön bescheuert an, definiert aber, dass die Hunde weder ängstlich noch aggressiv reagieren dürfen, und natürliches Abwehrverhalten maximal in angemessener Situation (angebundener Hund beschützt den Rucksack des Halters mit Wild drin) zeigen dürfen. (Tun sie das nicht, ist das kein Fehler!)
    In den Prüfungserläuterungen heißt es: "Erwünscht sind Sicherheit, Furchtlosigkeit und neutrales Verhalten gegen Fremde. Unerwünscht sind jede Art von Unsicherheit, Angst (Angstbeißer) und Aggression gegen Menschen (Überschärfe)."

    Den Test hat der Weimaraner-Klub entwickelt und vorgeschrieben, leider haben sie ihn nicht auf ihrer eigenen Seite veröffentlicht. Aber hier ist ein Link von einer Züchterseite dazu:http://www.weimaraner.de/ueberdenweimar…wesenstest.html

    Kann gut sein, dass es unter den Weimaranerhaltern auch Bekloppte gibt, die gern den Hund als Waffe sehen möchten und aggressives Verhalten entsprechend fördern und provozieren. Die Mehrzahl macht das sicher nicht.

    Aber eigentlich bin ich hier im Thread sowieso falsch, denn ich halte ja selber keinen Weimaraner und habe einen Großteil meiner Infos von einer guten Freundin, die Jägerin ist. Und einer anderen Freundin, die es nicht ist.
    Ich wollte hier einfach nur die Darstellung der Weimaraner etwas ent-dämonisieren, weil sich meine Erfahrung mit den Hunden und Haltern nicht damit deckt, was viele hier geschrieben haben. Der Weimaraner ist sicher kein Schnulli und gehört nicht in die falschen Hände. Genausowenig wie andere Hunde mit Schutz- und Arbeitstrieb in der Größenordnung, wie z.B. Dobermänner oder Schäferhunde.

    Da hier alle so auf der Mannschärfe rumreiten: Die ist in der seriösen Weimaranerzucht auch nicht erwünscht. Die Tendenz ist ggf. immer noch gegeben, weil dieses kompromisslose "I kill you" am Wild (je nachdem, wie der jagdliche Einsatz ist) auch da sein soll. Aber Jäger können auch keine Hunde brauchen, die Leute anfallen. Mannschärfe heißt davon abgesehen auch nicht, dass wild um sich gebissen wird, wenn jemand das Grundstück betritt oder dem Hund gerade was nicht in den Kram passt.

    Ich würde auch einen Weimaraner definitiv nicht für eine Familie mit Kindern empfehlen. Bei Kindern und ihren kleinen Freunden kann es im Spiel halt schnell passieren, dass der Hund meint, "seinen" kleinen Fratz beschützen zu müssen. (Bin selber als Kind mehrmals von anderen Familienhunden geschnappt worden, weil der z.B. ein Kitzelspiel unter Kindern nicht witzig fand.)

    Ein Weimaraner kann gnadenlos durchgreifen, wenn es hart auf hart kommt, aber das macht ein Terrier auch. Der Weimaraner ist bloß größer, daher ist das Problem, wenn man eins hat, auch ausgeprägter.