Beiträge von Phantomaus

    Letztlich ist es einfach Geschmackssache, ob man einem Welpen vom Züchter oder einem Second-Hand-Hund ein Zuhause geben möchte. Diese ganzen Einzelfallbespiele verdeutlichen nämlich hauptsächlich eins: Hunde haben individuelle Charaktere.

    Genauso, wie es Geschmackssache ist, ob man einen Rüden oder eine Hündin haben möchte. Keiner ist besser oder einfacher als der andere, trotzdem werden charakterliche Unterschiede gern dem Geschlecht zugeschrieben.

    Bei der Rassewahl gibt es ebenfalls keine "offiziell richtige Entscheidung": Egal, welche Rasse Du in Betracht ziehst, es werden immer Leute aufzeigen und sagen: "Ich hab so einen, und der ist ganz anders, als Du glaubst!"

    Naja, ich sehe die anderen Leute im Winter nicht und die sehen mich nicht, ne?

    Obwohl ich bei jedem Wetter mindestens eine Stunde draußen bin, treffen wir im Winter nur selten jemanden. Es ist aber auch meistens dunkel und gut möglich, dass die anderen Leute

    a) woanders langgehen (höre von vielen, dass sie sich allein auf dem Feld im Dunkeln gruseln)
    b) zu anderen Zeiten gehen (viele sind in ihrem Tagesablauf flexibler als ich)
    c) einfach nur 10 Minuten vor oder nach mir losgegangen sind.

    Neulich im Feld: Jil kramt auf ihre übliche vielbeschäftigte Art in der Gegend rum, neben mir bremst ein Fahrrad:

    Frau: "Ist das Ihr Hund?"
    Ich: "Ähm, ja? *schon mal tief Luft geholt, um Hund ranzurufen, wegen was auch immer*
    Frau weiter: "Mist. Unserer sieht auch so aus, der ist vorhin abgehauen. Sie haben den nicht zufällig gesehen?"

    (Jetzt ist es ja nicht so, dass ich blonde Labbis auf Entfernung sicher auseinanderhalten könnte. Aber wenn ich mich fragen würde, ob das da vorn mein Hund ist, würde ich doch den Hund ansprechen und nicht irgendwelche Leute auf der Straße???)

    Bei den Showlinien ist es tatsächlich wahrscheinlicher, dass der Jagdtrieb nicht so ausgeprägt ist. Arbeiten kannst Du mit denen trotzdem ganz wunderbar, ist ja nicht so, dass die nix mehr können. Aber sie sind meist nicht so reizoffen wie die Leistungszuchten - das macht im Umgang vieles einfacher und das macht sie auch zu besseren Familienhunden.

    Radfahren und Joggen sollten ebenfalls überhaupt kein Problem sein. HD-Anfälligkeit heißt nicht, dass die Hunde sich nicht bewegen dürfen - im Gegenteil. Gute Muskeln stützen das Skelett. Natürlich erst damit anfangen, wenn der Hund ausgewachsen ist, aber das ist ja klar.

    Was ich nicht unbedingt mit einem Hund in dieser Größe und Statur machen würde, wären Agility mit Turnierambitionen, Frisbeefangen und andere sprung- und kehrtwendenintensive Sachen. Mal über einen Baumstamm oder einen Graben hopsen ist natürlich kein Problem!

    Achso, eine Frage habe ich noch übersehen: Für Deine Anforderungen sind beide Rassen meines Erachtens gleich gut geeignet - da gibt's keine großen Unterschiede. Intelligenz ist zwar so eine Sache, die ohnehin nicht gleichmäßig verteilt ist, aber Du kannst beim Tricks lernen davon ausgehen, dass Labbis und Goldes zumindest versuchen, ihr Bestes zu geben, wenn ein Leckerchen in Aussicht gestellt wird.

    Philos: Ich habe die Situation ehrlich gesagt erst geschnallt, als der Wanderer plötzlich loslachte. Und dann hat er noch den Hund geknuddelt und sich anspringen lassen, so dass sie für ihre Frechheit gleich mehrfach belohnt worden ist. Ich habe dem Herrn dann noch mein Notfall-Snickers angeboten, aber so hungrig war er offenbar doch nicht.

    Ich nutze beim Wandern in Karnickelgefilden oder nahe an Straßen auch eine 5m Biothane-Schlepp - mit Handschlaufe. Ich finde es völlig unproblematisch, beim Gehen das Ende in der Hand zu halten. Auf Waldwegen oder grasbewachsenen Pfaden verhakt sich auch nix. In den Bergen und auf felsigen Strecken mag das anders aussehen…

    Mein Hund läuft sowieso meistens vor, daher wird auch niemand von der Schlepp gefesselt oder umgemäht. Und wenn ich doch mal durch Blaubeergestrüpp durchmuss, nehme ich die Leine halt auf…

    Natürlich hat man zwangsläufig dreckige Hände mit der Schleppleine, aber ich glaube, dass man eine Handschlaufe immer noch entspannter halten (oder sich auch mal an den Ellenbogen/Gürtel hängen) kann, kann als den großen Kasten von der Flexi.

    Jil hat mal einem älteren Herrn das Butterbrot geklaut. Der war zwar selber schuld, aber trotzdem:

    Hund läuft frei und guckt sich aus höflicher Distanz einen Wanderer beim Pause machen an. Der guckt freundlich zurück und sagt noch: Der interessiert sich wohl für mein Essen, was? Na, was bist Du denn für einer?"
    Mann streckt brotlose Hand aus, um Kontakt zum Hund aufzunehmen. Hund kommt beinahe zutraulich näher, duckt sich unter der Streichelhand durch und holt sich mit einem Haps das Brot aus der anderen Hand.