Beiträge von Phantomaus

    Dein Mutter weiß ja, wie das Leben mit Hund ist. Wir können also davon ausgehen, dass sie einen triftigen Grund hat, dagegen zu sein. Im Alltag ist es ja auch meist so, dass an den Müttern ein Großteil der Arbeit hängen bleibt. Sie wird wissen, dass erwachsene Kinder über kurz oder lang ausziehen und wird ihre Pappenheimer schon kennen...

    Die Tatsache, dass Dein Vater während seiner Tagesbetreuung mit dem Hund einen Großteil der Zeit schlafen würde, sehe ich allerdings nicht als problematisch an. Meinem Hund wäre es nämlich auch egal, ob ich tagsüber am Schreibtisch sitze oder schlafe. Ich bin halt da und atme, das reicht schon.

    Für seine Eltern bleibt man immer 12 Jahre alt:

    Ich war schon deutlich über 30 und mit meinem Dad in der Stadt unterwegs. Ich wollte in einen knallvollen Laden nicht mit rein und bin mit dem Hund draußen geblieben. Nach wenigen Augenblicken stand mein Dad mitsamt Einkauf wieder vor mir. Ich so: "Hä, war da jetzt doch keine Schlange an der Kasse?"

    Er: "Ich habe gesagt, mein Kind wartet draußen - da haben mich die Frauen alle vorgelassen!"

    Weil man ja dann die Pfeife echt immer immer immer dabei haben muss

    Wenn Du die Pfeife mal vergisst, ist das nicht so wild. Du pfeifst ja sowieso fast nie ;-)

    Im Zweifel hast Du ja immer noch den normalen Rückruf, der zu - sagen wir mal - 90 Prozent funktionieren sollte. Und wenn Du dann doch mal mitten durch den Wildwechsel läufst, muss der Hund halt an die Leine.

    Du solltest nur, wenn Du die Pfeife dabei hast, immer, immer auch eine Belohnung mitnehmen!

    Ich kann Dir dieses Buch ans Herz legen:

    "When pigs fly: Training success with impossible dogs" von Jane Killion

    Es gibt das Buch nur auf englisch, aber bei amazon kannst Du mal einen Blick rein werfen, ob das was für Dich ist.

    Die Autorin gibt Tipps zum Clickern und Instrumentalisieren von selbstbelohnendem Verhalten. Keine ganz neue Idee, aber wirklich supercool geschrieben. Man hat seinen unmöglichen Hund direkt noch einen Tacken mehr lieb.

    Ich empfehle es vor allem deshalb, weil sich die Autorin hauptsächlich auf die scheinbar recht unterhaltsame Erziehung von Bullterriern bezieht ;-)

    Ich habe meinen ultimativen Rückruf etwas anders aufgebaut als Maus1970. Natürlich auch mit langsamer Steigerung der Ablenkung und - ganz wichtig - so, dass es keine Fehler gibt. Aber ich habe die Superbelohnung von Anfang an zu einem seltenen Geschenk gemacht. Mehrere Durchgänge gab es nie - es gibt nur eine! einmalige! Chance, diese spezielle Beute zu bekommen.

    Und ich nutze eine Pfeife - wenn mein Hund erstmal rennt, könnte ich gar nicht laut genug rufen, dass sie ein Spezialwort noch hören würde. Ich glaube außerdem, dass der Pfeifton besser im Hundehirn ankommt - habe ich hier ja schon mal geschrieben.

    Mein Hund hatte den Pfeifton ratzfatz mit der Belohnung verknüpft, trotzdem habe ich mir viel Zeit gelassen mit der Steigerung der Ablenkung. Nur zwei, drei Mal die Woche gepfiffen - und erst nach ca. 4 Monaten mal, als sie einem Hasen hinterherwollte. Wenn's irgendwie geht, darf sie nach dem Verputzen ihres Snacks auch direkt wieder losrennen.

    Zur Absicherung pfeife auch ich gelegentlich in harmlosen Situationen - aber immer schön selten und immer mit Wahnsinns-Belohnung: Hier Katzenfutter-Alutütchen, die kann man wochenlang in der Tasche auf Standby haben.

    (Von variabler Belohnung hält mein Hund nichts. Die Pfeife garantiert ihr eine Premium-Futterportion. Katzenfutter oder einen großen! Batzen anderer Köstlichkeiten. Mit einzelnen Hühnerherzchen im Traininghätte ich sie wahrscheinlich nicht dazu gebracht, sich aus voller Hatz herumreißen lassen und zu mir zurückzurasen.)

    Aber natürlich kann es hart sein, von seinem eigenen, bereits versteuerten Einkommen dann noch einen Hundetrainer mit all seinen Nebenkosten zu bezahlen. Die Kosten kann man ja noch nichtmal bei der Steuer absetzen…

    Wenn jemand 8,50 die Stunde brutto verdient, muss der etliche Stunden arbeiten, um sich eine 50 EUR-Einzelstunde leisten zu können.

    Aber man muss auch ganz genauso lange arbeiten, um 50 EUR für einen Friseurbesuch auszugeben… Nur mal so zur Verdeutlichung.

    Macht das einer nebenberuflich - schaut die Rechnung wieder anders aus.

    Viele können es nur nebenberuflich machen, weil es so schwierig ist, davon leben zu können! Oder sie haben einen Partner, der sie mit durchzieht.

    Wenn jemand eine Vollzeitstelle hat und nur Samstags 3 Kurse mit jeweils 8 Leuten anbietet, ist das natürlich ein feiner Nebenverdienst - auch, weil ich unterstelle, dass das Finanzamt da nicht immer über jeden Euro informiert wird.

    Aber ich kenne auch Trainer, die einen gering qualifizierten Aushilfsjob neben der Hundetrainerei machen - die gehen dann noch taxifahren oder callcentern oder sowas, damit es reicht. Und da sehe ich eher den anderen Job als Nebenverdienst bzw. als Fangnetz für die Krankenversicherung, Wintermonate und auftragsschwache Zeiten.

    War kein Hundehalter, aber trotzdem super:
    Im Café hat ein Junge im Grundschulalter gefragt, ob er Jil mal streicheln dürfte. Ich hab's erlaubt und daraufhin hat er sich erstmal erkundigt, wo der Hund denn besonders gerne gestreichelt wird. Entzückendes Kerlchen!

    Er fand es erst etwas schade, dass der Hund "nicht schnurrt". Ich habe ihn dann auf den Wedelschwanz hingewiesen und der Junge konnte den Erfolg seiner Charme-Offensive daraufhin auch klar erkennen...