Ich staune im Alltag eher darüber, wie wenig an Erziehung Leute von Hunden erwarten:
Ich bekomme häufig ein Lob, dass mein Hund wahrhaftig Sitz machen kann, wenn ein Fahrrad kommt (und ich "Sitz" sage. Von alleine macht sie das nicht).
Andere Hundehalter finden meinen Hund superbrav, weil sie nicht bellt, wenn uns ein anderer Hund entgegenkommt. Dass sie ihre (ohnehin etwas zweifelhafte) Leinenführigkeit dabei komplett vergisst, hat noch nie jemand erwähnt.
Unser Superkunststück: Sie kann Sitz machen und unangeleint 3m von mir entfernt sitzen bleiben, während ich mir ein Brötchen kaufe. Alle Angestellten beim Bäcker bewundern mich für diesen tadellos erzogenen Hund.
Mit "Sitz" und "kein Theater machen" macht so ein Hund hier eigentlich immer schon einen ganz guten Eindruck.
Mein Hund würde bei jeder Unterordnungsprüfung durchfallen, aber für den Alltag reichts, um gut auszusehen.
Ich hingegen bin einigermaßen stolz drauf, dass mein Hund kommt, wenn ich rufe. Das wird aber von Beobachtern oft ziemlich abfällig kommentiert: Weil ich mit Futter belohne. Das hält man allgemein für eine Erziehungsschwäche. Leute sind komisch.