Beiträge von Phantomaus

    Die hochfrequenten Pfeifen werden von jüngeren Menschen durchaus noch gehört. Erst das Gehör von "Erwachsenen" bzw. älteren Menschen kann diese hohen Töne nicht mehr wahrnehmen. Ich könnte mir also vorstellen, dass das Geräusch auch für das Baby unangenehm ist - sogar, wenn Du selber nichts davon hörst. Und wenn es im Tragetuch sitzt, pfeifst Du ihm ja außerdem noch fast direkt in die Öhrchen...

    Vizlas gelten doch als sehr sensibel, oder? Labradore nun nicht gerade, aber da ich hier einen ultrasensiblen Labrador aus zweiter Hand habe, kommt mir einiges aus Euren Beschreibungen bekannt vor.

    Mit hat das Tierheim damals auch gesagt, dass mein Hund viel bellt. Ich hatte das fast vergessen, weil sie in der ersten Zeit bei mir fast gar nichts gesagt hat. Aber später dann aus Unsicherheit... So ein gelegentliches Bellen ist ja nun nichts, was einen belasten würde, aber Unsicherheit und Freude werden ja oft verwechselt. Nur mal so als Gedankenanstoß.

    Auch das Leineziehen kenne ich bestens und habe es nach 5 Jahren immer noch nicht richtig raus. Wenn mein Hund mit einer Situation überfordert ist, zieht sie. Das ist am Halsband viel schlimmer als am Geschirr, weil der Zug den Hund natürlich auch stört und sie teilweise massiv dagegen anrennt.

    Bei der Knabberei habe ich Glück gehabt und mein Hund hat noch nie irgendwas von meinen Sachen zerstört. Aber wenn ihr alles zu viel wird, muss sie was zerbeißen - das ist auch gar nicht schlimm, denn Kauen baut Stress ab. Dafür liegt hier immer ein Knotentau für sie rum, das anfangs wöchentlich ersetzt werden musste.


    Kann sein, dass ich mit meiner Einschätzung total daneben liege und es kann auch einen Menge anderer Ursachen haben, dass dieser Hund sich so "wild" darstellt. Vielleicht ist er auch einfach unerzogen und unausgelastet, gut möglich. Aber es kann auch gut sein, dass andere Ursachen dahinterstecken - und die sind manchmal etwas langwieriger in der Behandlung als "Ungezogenheit".

    ...wenn Du mindestens einmal am Abend extra aufstehst, um die Decke im Hundekörbchen wieder glattzuziehen. Weil Dein Hund nicht in der Lage ist, auf einer verknüllten Decke zu liegen und jedesmal unglücklich und hilfesuchend zu Dir kommt, wenn sie in ihrem Körbchen rumscharren musste und die Decke dabei verrutscht ist.

    ...wenn Du Dich wie ein ganz, ganz schlechter Mensch fühlst, wenn Du Deinen Hund für 3 Stunden alleine gelassen hast, wiederkommst und Du siehst, dass sie in der Zwischenzeit die doofe Decke verknüllt hat. Weil der arme Hund ohne Deinen helfenden Beistand das Körbchen nicht wieder in einen nutzbaren Zustand versetzen kann und deshalb unbequem auf dem harten Teppich liegen musste.

    ... und das weiß ich, weil ich tatsächlich das Körbchen UND den schrecklich ungemütlichen Teppich abgetastet habe, um festzustellen, WO sie denn gelegen hat.

    Ich habe auch so einen Zaun und nutze ihn bei Bedarf in meinem eigenen Garten. Der Hund akzeptiert die sporadische Begrenzung problemlos - obwohl der Zaun da nicht immer steht und sie sonst auch gelegentlich zu den Nachbarn rüber darf (unsere Gärten gehen ineinander über).

    Auch wenn so eine Zaunlösung natürlich nicht hundertprozentig sicher ist, kann man sie doch gut nutzen, so lange keine akute Gefährdung besteht, falls doch einmal ein Hund drüberhopst - aus welcher Motivation auch immer. Und da denke ich, läuft es bei Euch im Urlaub doch genau wie in meinem Garten: Der Hund ist nur draußen, wenn ich auch draußen bin. Es ist keine vierspurige Straße auf der anderen Seite des Zauns und es sind keine akuten Dramen zu erwarten, wenn der Hund auf einmal doch glaubt, dass das Gras auf der anderen Seite grüner ist.

    Wenn man selber rauswill: Die letzte "Zaunlatte" fungiert hier als Törchen. Einfach rausziehen, zur Seite legen und der Weg ist frei.

    Versicherungen sind meines Erachtens dafür da, den Härtefall abzusichern, der einen selber ruinieren würde. Wie zum Beispiel die Haftpflichtversicherung. Bei Hunden sehr wichtig, bei Freilauf-Katzen wahrscheinlich auch.

    Dann gibt es noch die unvorhergesehenen (hohen) Kosten einer Krankheit oder OP - auch dagegen kann man sich versichern, klar.
    Manche Tiere nehmen ja jedes Pech mit und eine entsprechende Versicherung würde sich rentieren. Und es gibt welche, die nie ernsthaft krank sind. Man weiß es vorher nicht. Bei 5 Tieren würde ich jedoch drauf setzen, dass man nicht 5 Pechvögel erwischt. Und - wie schon jemand sagte: Jeden Monat selbst Geld zurücklegen für Notfälle, damit es einen nicht kalt erwischt.

    Denn eine Sache bleibt oft unbedacht:
    Falls Du doch 5 Pechvögel hast UND versichert bist, würde die Versicherung übrigens auch die Notbremse ziehen und Dir nach dem x-ten Schadensfall kündigen. Das dürfen die nämlich und das ist halt das Fiese an Versicherungen.

    ...wenn Du fast ein bisschen beleidigt bist wegen folgender Kommunikation:

    Freund kommt mit Hund vom Morgenspaziergang wieder, Hund geht drei Schritte auf mich zu, überlegt es sich dann anders und dreht ab.

    Ich also ganz beiläufig: "Pfff, was hat die denn"?

    Doofer Freund: "Die mag dich nicht mehr. Ich habe ihr erzählt, dass du ihr immer das Futter wegfrisst und sie von Dir nie ihre ganze Portion kriegt."

    Eine Freundin von mir ist mal im Büro über ihren Hund gestolpert und hat sich doof die Hand verknackst. Als der Arzt sie gefragt hat, wie das passiert ist, meinte der sofort: "Im Büro! Dann ist das ein Arbeitsunfall!" Und das wurde dann auch tatsächlich versicherungstechnisch so behandelt. Wenn man im Büro über seine eigene Handtasche fallen würde, wäre das nämlich offenbar auch ein Arbeitsunfall.

    Zur Kaubeschäftigung: Kauen baut Stress ab, das ist im Moment vielleicht gar nicht so verkehrt.

    Mein Hund hat dazu immer ein Knotentau rumliegen - das holt sie sich selbst, wenn ihr mal wieder alles zuviel wird und beißt dann eine Runde drauf rum. Früher habe ich jede Woche ein neues kaufen müssen (die Dinger sind nicht teuer). Inzwischen hält es monatelang und liegt meistens ungenutzt rum.

    Die Kompromisse habe ich bei der Akuratesse geschlossen:
    Ein Sitz in Grundstellung kriegt mein Hund nicht hin. Wenn man anfängt, sie zu korrigieren, wird sie unsicher und macht irgendwann ganz zu. Sie sitzt also in einem 45-Grad Winkel vor mir. Irgendwann war mir das recht genug und ich positioniere mich selbst beim Geben des Kommandos so, dass der Hundehintern da landet, wo er sein soll - z.B. 45 Grad schräg vor mir auf dem Grünstreifen.

    Richtig Fuß laufen kann sie nicht. Ist ihr scheinbar zu eng. Läuft sie halt einen halben Meter neben mir, geht auch.

    Platz geht gar nicht in ungewohnter Umgebung, aber damit bin ich scheinbar nicht allein. Verlange ich also nicht als Kommando.

    Eine ruhiges Vorsitzen nach dem Apport ist nicht drin. Also hampelt und rudert sie so lange mit einer Vorderpfote, bis ich ihr das sperrige 80g-Dummy aus der Schnute nehme. Für den Alltag reicht's.

    Beim aller-aller-wichtigsten Kommando ist alles erlaubt, so lange sie der Grundidee gehorcht: Hier! Sie kommt wunderbar angeflitzt und springt mich dann an oder kracht mir in die Kniekehlen. Ich freu mir 'nen Ast und lasse das so. Brauche nicht unbedingt ein Vorsitz, das ihr den Spaß vermiesen könnte.