Jaja, die Ratgeberliteratur ;-)
Hunde haben unterschiedliche Charaktere, und was bei dem einen erziehungstechnisch was bringt, läuft bei dem anderen total ins Leere. Es gibt nicht DIE erfolgreiche Erziehungsmethode, erst recht nicht bei so einem interessanten Thema wie der Leinenführigkeit. Mach Dich darauf gefasst, auch mal eine unnütze Erziehungsmethode auszuprobieren und zu verwerfen, aber wechsele nicht alle paar Tage.
Hör auf Deinen gesunden Menschenverstand und beobachte den Hund. Du wirst merken, mit welchen Argumenten man bei ihm weiterkommt und was ihn nicht interessiert.
Du wirst auch merken, dass man im Alltag ganz automatisch ein paar Rituale einbindet, die sich dann irgendwann automatisieren - oft sogar im Hundehirn. Wenn Du ihn beispielsweise an der Straße immer "Sitz" machen lässt und er ein kluger Hund ist, wird er das irgendwann automatisch machen. Wenn er nicht so schlau ist, wirst Du halt ein Hundeleben lang an jeder Bordsteinkante "Sitz" sagen. Man gewöhnt sich dran.
Natürlich ist es klug, immer stringente Signale zu geben und eindeutig zu kommunizieren. Das Menschenhirn ist aber auch keine Maschine und man sagt oft dummes Zeug oder verhält sich unlogisch. Aber der Hund achtet vor allem auf Deine Körpersprache und siebt auch viel Quatsch aus. Wenn Du mit ihm eine Straße überqueren willst, kriegt er das schon mit, egal, ob Du "okay" oder "rüber" oder "rechts ist frei" sagst. Du brauchst Dir kein Vokabelheft und keine Excel-Tabelle mit Kommandos und Wenn-Dann-Strukturen einzurichten - mehr als eine Handvoll Regeln benötigst Du für den Anfang nicht, der Rest ergibt sich im Zusammenleben.