Beiträge von Phantomaus

    Das würde ich auf keinen Fall tun! Das ist wie ein Schuldeingeständnis und man riskiert damit seinen Versicherungsschutz.(Hat mir damals unser Versicherungsvertreter so erklärt).
    Der Schaden wurde der Versicherung gemeldet und damit bist du jetzt raus. Alles andere regelt die Versicherung.

    Ich kann mir beim besten Willen nicht vorstellen, dass ein "Sorry und gute Besserung" hier gegen mich verwendet werden würde. Die Tatsache, dass mein Hund ihr in die Kniekehlen gekracht ist, kann und will ich ja gar nicht leugnen. Und die Schuldfrage wird ja nicht dadurch geklärt, dass man guckt, wer am zerknirschtesten wirkt.

    Das sieht vielleicht bei einem Autounfall anders aus, da ist man ja quasi drauf programmiert worden, erstmal gar nichts zuzugeben und die Schuld immer bei den anderen zu suchen.

    Ja klar, das war meine erste Reaktion! Nachdem ich gehört hatte, dass sie ein paar Tage krankgeschrieben ist, habe ich erstmal ein Entschuldigungskärtchen und einen Gutschein vom schicken örtlichen Hundeladen vorbeigebracht.

    Sie hat die Unfallmeldung und den Anwalt auch erst ein paar Tage später eingeschaltet, als sie erfahren hat, dass es nicht nur eine fiese Prellung, sondern was Ernsteres ist. Ich glaube auch nicht, dass die Frau mir auf Teufel komm raus einen reinwürgen will, sondern dass sie da nachträglich entsprechend beraten wurde, was man in solchen Fällen machen muss - vom Arzt oder vom Arbeitgeber, was weiß ich...

    Mein Hund war ja sogar angeleint, aber an 7 Metern Schlepp...

    Das Blöde ist, ich weiß gar nicht so genau, was meine Versicherungsbedingungen im Detail sind - ich habe da irgendwie nix kleingedrucktes bekommen. Die Hundehaftpflicht hängt an meiner Privathaftpflicht mit dran, die wiederum an meiner Betriebshaftpflicht mit dran hängt. Ich hatte, als der Hund neu war, sogar drum gebeten, mir Infos zur Hundeversicherung zuzuschicken und habe dann nur ein Schreiben bekommen, in dem im Grunde nur stand, "klar, ihr Hund ist versichert, dieses Schreiben können Sie auch den Behörden vorlegen." Lässt man dann so stehen und denkt, wird schon passen...

    Ich habe den Versicherungsmenschen auch nochmal gebeten, mir wenigstens jetzt doch mal das Kleingedruckte zuzuschicken, damit ich mal weiß, was ich eigentlich genau versichert habe. Der sah aber in dem ganzen Vorfall gar kein Problem und sagte mir auch, dass das die Fachabteilungen der Versicherungen schon untereinander regeln und dass ich selber da gar keinen Papierkrieg haben würde. Aber man hörte schon raus, dass er persönlich insgeheim dachte, "wie bekloppt kann man sein, dass man mit einem ganzen Trupp Hunde durch den Wald latscht, selber schuld."

    Ich habe halt zum Einen nicht das ganz große Vertrauen in Versicherungen, denke aber zum anderen auch, dass so ein Unfall doch eine andere Kategorie sein müsste als "Hund hat Weinglas umgewedelt, jetzt will jemand neuen Teppich für umsonst."

    Ich habe noch ein paar medikamentenfreie Maßnahmen für die mittelschweren Fälle beizusteuern - die lesen hier ja wahrscheinlich auch mit, daher möchte ich das teilen:

    Es gibt ja eine gesetzliche Regelung, ab welchem Tag Silvesterfeuerwerk verkauft werden darf. Dieses Jahr ist das der 29.12.

    Ab dem Tag fange ich immer an, mit dem Auto zum Gassi in die Pampa rauszufahren, damit uns unterwegs keine Böller in Wohngebieten überraschen. Mein Hund reagiert bei sowas draußen extrem panisch – auch wenn 5 Straßen weiter was in die Luft fliegt und ich selber das eigentlich kaum hören kann. Je weniger Feuerwerkskörper mein Hund im Vorfeld der Sivesternacht hört und riecht, desto besser verpackt sie das Mitternachtsspektakel.

    Ich achte auch darauf, dass die Fenster und Türen während der akuten Phase komplett geschlossen bleiben, um den Feuerwerksgeruch möglichst draußen zu halten. Auch der spielt für meinen Hund nämlich eine Rolle. Kaminholz reinholen, Müll rausbringen,lüften oder nachts Raketen gucken ist bei mir am 31. ab mittags tabu. Letztes Gassi am frühen Nachmittag, danach hat's sowieso keinen Zweck mehr.

    Ich habe aber das Glück, dass mein Hund in der Wohnung einigermaßen ansprechbar bleibt, wenn es draußen gelegentlich mal knallt und sich ihre Angst um Mitternacht hauptsächlich dadurch äußert, dass sie unglücklich und verstört rumsteht. Damit kann man leben. Ich weiß, dass andere Hunde da extremer sind und dass man bei denen mit meiner Methode auch nichts mehr retten kann. Aber mit meinem Hund komme ich so einigermaßen gut über die Runden.

    Meinen Gassitourismus außerhalb der Wohngebiete ziehe ich immer durch, bis die Weihnachtsferien vorbei sind. Ich habe es zwar noch nie geschafft, dass sie draußen GAR keinen Böller mitkriegt und GAR keine Krise kriegt. Aber bislang ist es wenigstens nicht jedes Jahr schlimmer geworden wie bei vielen anderen.

    Ja, sie hat sich was gebrochen, insofern ist die Sachlage wohl eindeutig... Ihr Hund lief auch mit, klar. Ich will jetzt aber nicht behaupten, dass der unbedingt involviert war, ich kann das so genau gar nicht sagen - wir waren zu mehreren und die einzelnen Hunde interagieren ja auch mal auf Distanz miteinander.
    Ich kann echt nicht sagen, was genau meinen Hund dazu bewogen hat, nicht nach vorn zu gucken und mit Schmackes die Kniekehlen der anderen Frau zu knallen. Aber wenn man nicht damit rechnet, zieht einem ein 25 Kilo schweres Geschoss auf Kniehöhe ja einfach die Beine unterm Körper weg...


    Arbeitsausfallzeit/geld wird von ihrer Firma gestellt, wenn die Wert darauf legen.

    Gaaah, das hatte ich ja noch gar nicht auf dem Schirm! Ich dachte nur so weit, dass es ja nur 6 Wochen Lohnfortzahlung gibt und danach ja irgendwie nur noch ein Teil des Gehaltes von anderswo (Krankenkasse? Rentenversicherung? Weiß ich grade nicht.) kommt. Und dass die Differenz der verletzten Person dann natürlich fehlt.

    Anwalt wegen Schmerzensgeld habe ich mir auch schon gedacht. Das sind halt so Sachen, die man wahrscheinlich versucht mitzunehmen, wenn man davon ausgeht, dass es eine Versicherung zahlt...

    Ich frage mich vor allem, wie lange das wohl dauert, bis man bei dem ganzen Hickhack weiß, woran man ist. Wie schnell entscheiden das Versicherungen und Co. wohl? Dauert das Wochen oder Monate?