Ich musste beim Lesen dieses Threads immer wieder an einen User denken, der hier mal sehr populär war - unter anderem, weil er gut schreiben konnte. Der hatte sich auch eine sehr spezielle Rasse als Ersthund ausgesucht und regelmäßig von seinem Alltag berichtet. Dem hätte man im Vorfeld sicher auch dringend abgeraten, aber der kam damit klar – und war scheinbar auch die Art Typ für diese Art Hund. Aber bloß, weil man hinterher unterhaltsam drüber schreiben kann, ist es ja nicht automatisch lustig, wenn es passiert. Es war saucool zu lesen und man hatte wirklich das Bedürfnis, diesen Hund mal persönlich kennenzulernen. Aber so einen selber zu Hause zu haben? Himmel, nein.
Man kann das wirklich erst einschätzen, wenn man merkt, wie anstrengend schon ein nicht funktionierender Labrador, Berner oder Havaneser sein kann. Und sogar dann tappt man schnell in die Falle, dass man denkt: "Scheu ist mein Hund auch, eigenständig und impulsiv auch. Jagdtrieb? Habe ich Erfahrung mit, erzähl mir nix. Ich weiß, wie es geht, also gib mir als nächstes einen Wolfhund – dann wird wenigstens gewürdigt, was ich leiste!"
Man findet es auch irgendwann normal, was man zu Hause hat und man gewöhnt sich an die Einschränkungen, die der Charakter des jeweiligen Hundes mit sich bringt. Aber bei einem speziellen Hund sind nicht nur die Erfolgserlebnisse intensiver (weil seltener ;-) und die Erzählungen spannender, sondern es sind auch die Einschränkungen einschneidender. Das muss man echt wissen, ob man sich das sehenden Auges an die Backe binden will.