Du wirst es wahrscheinlich selbst auch noch schaffen, dem Hund Unarten anzugewöhnen. Und es wird Dir egal sein, weil er so süß dabei aussieht.
Ich habe meinem hier eine komplexe Bettelshow antrainiert, weil ich dachte, ich bestärke mal ein "Freiwilliges Platz". Jetzt läuft es so, dass sie sich hampelig und demonstrativ unbequem hinlegt, wenn ich esse – und dabei schnauft und grunzt, damit auch alle mitkriegen, dass da ein Hund ist, der sich Mühe gibt.
Wenn ich das nicht belohne, steht sie wieder auf, stupst mich an und hampelt sich nochmal 10 cm näher dran in die Waagerechte. Dabei tatzt sie mit den Vorderpfoten auf den Boden und versucht sich an die einzig richtige Position zu robben, in der es was geben könnte. Niemand weiß, wo diese Position heute ist, denn der Zeitpunkt variiert, an dem ich aufgebe und ihr Bemühen honoriere...
Es ist wesentlich weniger nervig, ihr alle paar Minuten was abzugeben, wenn sie ruhig daliegt und einen anstarrt, als einen hungrigen, enttäuschten und frustrierten Hund bei der Suche nach der richtigen Belohnungsposition zu beobachten. Es ist auch einfacher, direkt am Tisch zu füttern, als alle paar Minuten aufzustehen, um einem unglücklichen Hund, der Körbchen verbannt wurde, eine Kompensation zukommen zu lassen.
Mein Freund hingegen macht ungefähr alles falsch, was man falschmachen kann, und hält sich an nix, was wir hundetechnisch abgesprochen haben. Der hat sogar ein anderes Wirt für Sitz: "Hünnsötzen!" und er zeigt dabei mit dem Finger runter statt rauf. Bei dem bettelt sie so übrigens nicht. Sie wird einen anderen Weg gefunden haben, ihm Futter aus dem Kreuz zu leiern, da bin ich sicher.