Tja. Ich hatte das Buch vor einigen Tagen durch und habe auch schon ein paarmal versucht, was zu schreiben - und habe es dann gelassen... Ich hatte auch ein komisches Gefühl und weiß nicht recht, woran es liegt. Ich versuche es nochmal zu ergründen:
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Die Atmosphäre, die Figuren: Alles so beiläufig und sicher skizziert, dass man glaubt, dabei zu sein. Aber da ist ziemlich viel Unschärfe an den Rändern, die man zuerst nicht bemerkt. Erst dann, wenn es zu Brüchen kommt...
Die Charaktere sind eigenartig. Zum einen sind sie so treffend scharf gezeichnet, dass man sie gut zu kennen glaubt - und dann verhalten sie sich doch anders, als man es erwartet hätte. Das hat mich erst irritiert. Aber dann wurde mir klar, dass die Figuren dadurch mehr Tiefe gewinnen - ob mir diese zusätzliche Ebene jetzt bei jedem passt oder nicht.
Mir missfiel natürlich das Ende. Da veröffentlicht er seine Anklage mit einer gewaltfreien, subversiven Guerilla-Aktion: Wie brilliant! Und dann setzt der Idiot sich wieder in seine Trafik und lässt sich einkassieren. Er wusste doch nun wirklich aus erster Hand, dass die Nazis schon Leute für weniger drangekriegt haben: Ein unnötiger Selbstmord, ein Märtyrertum, das niemandem was nützt - da hätte ich mir gewünscht, dass der Franz seinen Widerstand einen Schritt weiter denkt. Den hielt da doch nichts, verdammt.
Aber dann fiel mir auf: Der Bengel war 18. Der hat wahrscheinlich wie alle 18-jährigen geglaubt, dass er unverwundbar ist – weil er doch Recht hat...