Im Moment ist das ja voll der Kulturschock bei Euch für den Hund. Alles ist neu, alles ist anders, als sie es kennt. Ganz normal, dass sie da ängstlich ist. Das wird eine Weile dauern, bis sie sich daran gewöhnt hat und einschätzen kann, wie die Dinge bei Euch laufen. Das würde ihr auch in jeder anderen Familie so gehen, also nimm es nicht persönlich! Das hat nichts damit zu tun, dass sie Euch nicht mag: Das liegt daran, dass sie Euch noch nicht so gut kennt.
Das Alter ist ein bisschen schwierig. Die Prägephase ist gerade vorbei und im Shelter hat sie nicht so viel kennengelernt. Ein Junghund geht nicht mehr so arglos an die Dinge heran wie ein Welpe es tun würde. Der braucht oft etwas länger, um festzustellen, wem er trauen kann und wo er sicher ist. Und oft können solche Hunde ihre Erkenntnisse auch nicht gut verallgemeinern - wenn ein Fahrrad okay ist, ist ein Tretroller das noch lange nicht. Das macht die Eingewöhnung etwas langwieriger.
Ich habe selbst so einen Hund, der mit 5 Monaten und ganz viel Angst zu mir kam. Inzwischen merkt man davon fast nichts mehr, aber es hat ein ganzes Weilchen gedauert.
Die ersten Fortschritte siehst Du nach ein paar Wochen, aber gib dem Hund Zeit. Viel Zeit. Zwischen "Der Hund schnuppert sich entspannt durch den Wald" und "Der Hund kann mit mir in einer Großstadt Bahn fahren" liegen viele, viele Zwischenschritte.
Die gute Nachricht: Man merkt bei so einem Hund jeden kleinen Fortschritt und kann sich darüber freuen. Und man wächst sehr, sehr eng zusammen mit einem Hund, dessen Vertrauen man sich erstmal verdienen musste.
Mein Tipp für die nächsten paar Wochen:
Geht am Besten draußen erstmal immer nur die selbe kleine Runde, auf der möglichst wenig schiefgehen kann. Wenn sie sich draußen besser auskennt und entspannt ihre sichere Standard-Runde laufen kann, wird das auch sofort mit der Stubenreinheit besser. Und dann geht's in kleinen Schritten weiter raus in die Welt.