Beiträge von Phantomaus

    Ich kenne das Problem auch und alle Vorschreiber haben schon viel Wahres und hoffentlich Ermutigendes geschrieben.

    Es dauert einfach mit so einem Hund, bis er Vertrauen fasst. Immer, wenn irgendwas beknacktes passiert, bist Du ja dabei. Da kann im Hundehirn schon mal eine Fehlverknüpfung entstehen, wer schuld daran ist, dass dauernd etwas schiefläuft...

    Du hast in den vier Jahren ja schon UNGLAUBLICH viel geschafft. Es wird besser, und es dauert auch nicht mehr alles gar so lange wie am Anfang!

    Was bei uns extrem gut geholfen hat, sind Dinge, die auch schon andere hier erwähnt haben: Such Deinem Hund ein Hobby, bei dem er seine Stärken ausspielen kann. Etwas, wobei er nicht unter Druck steht, womit er sich auskennt und wofür Du ihn richtig feiern kannst.

    Nasenarbeit ist zum Beispiel das, was mein Hund gerne macht. Auf dem Gebiet weiß sie Bescheid, da kann sie sich richtig drauf einlassen. Suchspielchen kann man außerdem super steuern, weil man das zu Hause genausogut machen kann wie im Wald oder im Wohngebiet - je nachdem, wieviel Außenreize man dem Hund gerade zumuten kann.

    Mhm, ja, es ist irgendwie unangenehm mit geschlossenem Fenster. Ich habe es jetzt letzte Nacht so gemacht, dass ich ihn eine richtig flauschige und kuschelige Decke in seine Box gelegt habe. Fenster war auf, es war aber auch nicht wirklich kalt. Ich hoffe einfach mal, dass er sich irgendwie melden würde, wenn es ihm kühl wird :ka:

    Sein Fell kann sich halt schlecht anpassen wenn er die ganze Zeit mit in der kuscheligen Stube ist und nachts im arschkalten Schlafzimmer. Andererseits, er ist ein Collie. Er wird ja wohl hoffentlich funktionales Fell haben.

    Ich bin mir auch sicher, dass der Collie nicht friert. Sooo kalt wird es drinnen mit Fenster auf Kipp nämlich gar nicht - ich habe im knackigen Winter mal ein Thermometer im Schlafzimmer aufgestellt, weil ich das auch wissen wollte ;-)

    Uuuund: Dein Hund schläft ja offenbar in einer Box. Wenn der Winter ganz, ganz frostig werden sollte, kannst Du da außen noch eine Decke drüberwerfen und hast damit im Handumdrehen eine isolierte Hundehütte im Schlafzimmer stehen!

    Ja, diese Silikondinger habe ich auch. Kommt Babybrei mit Fleisch oder Fisch rein, das ist mir sogar lieber als die Fertigleberwurst. Das doofe ist, ich brauche die Belohnung nur ab und zu - und ich weiß nie, wie oft und wie viel. Und Babybrei wird in den selbstbefüllten Dingern so schnell schlecht...

    Gestern auf dem Spaziergang. Leberwurst war aus, deshalb habe ich ersatzweise Katzen-Flüssig-Snacks eingepackt, die ich aber nicht gern nehme, weil der Hund so gierig ist und dazu neigt, mir in die Hand zu hacken, um besser dranzukommen.

    Es kommt also eine Situation, in der der Hund speziell belohnt werden muss und ich beiße die Zähne zusammen und reiße einen Katzensnack auf.

    Mein Freund: Das Zeug ist doch total gut! Ich glaube, sie mag das sogar lieber als Leberwurst! Und sie hat Dich ja auch gar nicht schlimm gebissen!

    Gah. Wenn ich einen Hund hätte, der mich SCHLIMM beißt, würde ich mein Verhalten grundsätzlich überdenken. Aber eine vollgesabberte und mit Katzenleckerchen beschmierte Hand mit Zahnabdrücken drin finde ich auch nicht optimal. Leberwurst-Nachschub ist bestellt.

    Mein Hund sieht ja immer zu, dass sie ihre Geschäfte möglichst früh auf dem Spaziergang erledigt, damit sie danach mehr Zeit für Wichtiges hat. Im Klartext: Sie kackt meistens direkt vor unsere Einfahrt.

    Heute also. Sie dreht sich und hockt sich hin, als ein Pizzalieferdienst die Straße entlangkommt und blinkt. Und vor unserer Einfahrt stehenbleibt und blinkt. Aber da konnte er gerade nicht rein, weil davor ein Hund hockt. Der Hund blinzelt und dreht sich. So geht's nicht. So rum auch nicht. Nee, heute ist irgendwie komisch. Das Auto blinkt und blinkt. Nee, ein Stückchen weiterlaufen geht auf keinen Fall, der Hund MUSS jetzt aufs Klo.

    Pizza setzt zurück und parkt auf dem Bürgersteig. Hund seufzt und so langsam wird's was. Pizza läuft an uns vorbei und sagt in lustigem Tonfall was Dämliches zum Hund. Der Hund glaubt, einen neuen Freund gefunden zu haben, vergisst das Klo und will mit Pizza mit. Kommt nicht in Frage, wir können entweder weitergehen oder diese Klosache hier zu Ende bringen, mehr Optionen gibt's nicht. Und irgendwann hebe ich dann tatsächlich einen Haufen auf, als Pizza auf dem Rückweg wieder an uns vorbeikommt. Und ich kriege NOCHMAL so einen lausig-launigen Wortbeitrag von ihm zu hören...

    Ich sehe das auch so wie Tatuzita. Die Staubsaugerei ist ein Wettlauf, den ICH gegen meinen Hund nicht gewinnen kann.

    Ich KANN nichts besseres dabei haben als Katzenkacke. Und ich will den Gehorsam nicht so aufbauen, dass mein Hund überhaupt nicht mehr seiner Lieblingsbeschäftigung nachgehen kann. Entweder wird NIRGENDWO geschnüffelt - oder es wird alles mögliche angeschnüffelt und das Fressbare nebenbei eingeatmet. Ich glaube nichtmal, dass das ein bewusster Vorgang bei ihr ist.

    Mein Hund kann auch nicht generalisieren. Ich verbiete es regelmäßig, dass sie sich Maiskolben pflückt. Sie lässt den fraglichen Maiskolben dann los, zuckt mit den Schultern und versucht es halt mit einem anderen Kolben. Und das gleiche Spiel nochmal. Und nochmal. Auf der Basis braucht man gar nicht erst anzufangen, generell alles Fressbare mit einem Bann zu belegen...

    Einzelne Sachen kann ich über Gehorsam verbieten. Aber ich kann nicht alle Brombeeren, Kekskrümel, Haselnüsse und verlorene Leckerli rechtzeitig sehen. Und dann sind sie weg. Meistens ist es ist ja nichtmal groß genug zum Apportieren - und der Hund kaut nichtmal.

    Ich kann auch nicht den ganzen Spaziergang durch ein Actionprogramm bieten, damit sie gar nicht erst ins Schnüffeln kommt. Mal ganz abgesehen davon, dass ein Großteil meiner Beschäftigungsangebote auf ihrem Spaß am Schnüffeln aufbauen.

    Meine Erfahrung: Es gibt viel weniger Giftköder, als man glaubt. Und jede Menge weggeworfene Lebensmittel in der Botanik. Und es wachsen eine Menge essbarer Früchte in Wald und Feld.