Beiträge von Deliara

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    Hat der Jagdtrieb bei euch eine große Rolle gespielt bei der Wahl des Hundes? In Zusammenhang mit dem Wohnort, dem Wildaufkommen, wie der Hund jagt/worauf er reagiert? Würdet ihr wieder so einen Hund aufnehmen?


    Ich bin ja etwas unbedarft an die Hundehaltung herangegangen und eher per Ausschlussverfahren bei den Jagdhunden gelandet :ops: Hunde mit Schutz- oder Wachtrieb wollte ich nicht haben, ebenfalls keinen Hütehund, und die Begleithunde erschienen mir zu "langweilig". Zudem hatte ich überall nur Gutes über das Wesen und Sozialverhalten von Jagdhunden gehört/gelesen. Zum Jagdtrieb selbst hieß es an allen Ecken, das sei reine Erziehungssache. Naja, und optisch gefielen mir die Jagdhundrassen auch noch am besten. So kam es dann eben dazu, dass Leni hier einzog. Mir ist aber erst Wochen und Monate nach ihrem Einzug so richtig bewusst geworden, was ich mir da eigentlich ins Haus geholt habe :D Wobei ich ja glücklicherweise sagen kann, dass sie bisher kein allzu extremer Jäger ist und ich ihr in entsprechenden Gebieten genügend Freilauf ermöglichen kann. Mit einem dauerhaft nicht ableinbaren Hund würde ich wahrscheinlich auch nicht allzu glücklich werden.
    Und ja, ich würde nochmal einen Jagdhund nehmen. Aber erst, wenn ich nicht mehr in der Stadt wohne, sondern etwas ländlicher :)


    So, ich brauche mal Meinungen. Wir sind heute morgen auf der Pipirunde um eine Ecke gebogen und auf der Wiese unmittelbar dahinter saßen 8 dicke Hasen in etwa 4 Metern Entfernung von uns. Hundi blieb sofort wie angewurzelt stehen und zitterte am ganzen Körper. Ich hab mich dann neben sie gekniet und sie absitzen lassen, was auch funktionierte. Alles andere funktionierte allerdings nicht, sie war 0 ansprechbar, hat keine Leckerchen genommen, nix. Nun machten diese dummen Hasen keinerlei Anstalten, mal wegzuhoppeln, also saßen wir bestimmt 5min am Wegrand und haben sie beobachtet. Mein Hintergedanke ist dabei immer, dass es nicht schlecht sein kann, wenn sie lernt, Hasen in unmittelbarer Umgebung sitzend zu ertragen... im Ernstfall verschafft mir das Zeit, um sie rechtzeitig anzuleinen, bevor sie durchstartet. Ich habe aber ernsthafte Probleme, aus dieser Situation dann wieder rauszukommen... wie reagiert man richtig, wenn die Hasen keine Anstalten machen im Gebüsch zu verschwinden und der Hund nicht ansprechbar/ablenkbar ist? :???: Im Endeffekt habe ich ein Stöckchen in Richtung der Hasen geworfen, damit sie endlich mal die Wiese räumen. War aber insofern keine gute Idee, als dass die plötzliche Bewegung der Tiere natürlich den Hetztrieb ausgelöst hat und Leni mir in die Leine gesprungen ist. Ich hab sie dann wieder absitzen lassen und zur Belohnung ein kleines Rennspiel mit ihr gespielt, damit sie den Stress über ein bisschen über Bewegung abbauen kann. Ganz optimal fand ich meine Reaktion in der Situation aber nicht und da wir hier ständig Hasen treffen und angucken, würde mich mal interessieren, wie ihr so eine Situation handhabt?

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    Kann es sein, dass ein HUnd nur daran interessiert ist der Spur zu folgen ? Ihn das "Ende" (z.B. ein Wildschwein) also gar nicht juckt? :smile:


    Kann ich nicht sagen, meine ist ein absoluter Sichtjäger. Sie schnüffelt zwar auch, geht aber keiner Spur mehr als ein paar Meter nach. Rein laienhaft kann ich mir aber nicht vorstellen, dass ein Jagdhund ziellos einfach irgendwo hinterher geht und damit zufrieden ist, kein "Ergebnis" zu haben.

    Ich hab auch seit einem Jahr die Kunststoffleine und finde sie nach wie vor super. Fluscht überall gut durch, man schleppt keinen ganzen Wald im Anhang mit und zum Säubern reicht ein Taschentuch :gut:
    Was die Griffigkeit angeht: ich hab am Ende eh zwei Knoten drin, um sie notfalls besser halten zu können, aber es geht auch ohne. Draufsteigen klappt auch gut, bei mir ist bisher nichts unterm Schuh weggeflutscht (noch nichtmals bei profillosen Sandalen). Aufgeribbelt o.ä. ist bisher auch nichts.

    Man muss nur aufpassen, dass die Leine nicht an nackten Beinen entlangflutscht. Ich hab einen dick eingebrannten Striemen am Fuß, das ist mir bei anderen Leinen so heftig noch nicht passiert.

    Ich glaube, Füchse verwechselt Leni mit Katzen und Katzen wiederum hält sich für komisch aussehende Hunde :D Jedenfalls zeigt sie das gleiche Verhalten bei Hundebegegnungen und Katzen- oder Fuchsbegegnungen (sie legt sich platt auf den Boden und mag nicht weitergehen, bis das Gegenüber signalisiert, dass es harmlos ist und Kontakt mit ihr aufnimmt - oder eben abdreht).

    Mir ist eben noch eingefallen, dass sie auch Angst vor Wildschweinen zeigt. Die haben wir zwar in freier Wildbahn zum Glück noch nicht getroffen, aber am Wildgehege hält sie lieber Abstand zu den Viechern und traut sich nicht in Zaunnähe.
    Und beim Federwild hat sie zumindest Angst vor Enten. Die werden, wenn sie unmittelbar am Ufer sitzen, gerne mal ins Wasser gescheucht (wo sie wiederum nicht reingeht, sie schwimmt nicht), aber wehe, die Enten sitzen mal weiter entfernt vom Wasser in der Nähe unseres Weges - da werden dann alle 4 Beine vehement in den Boden gestemmt und es gibt kein Vorbeigehen :D
    Irgendwie ist der Hund komisch.

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    Wie kommst du darauf bzw. woran hast du das gemerkt und welches Wild fällt unter "usw."?

    Ich kann mir gar nicht vorstellen, dass ein Hund der nicht nur stöbert, sondern auch gerne hetzt, ein Reh freiwillig ziehen lässt :???:


    Wir haben bisher erst 3x Rehe getroffen.
    Beim ersten Mal habe ich das Reh gar nicht bemerkt, aber Leni blieb plötzlich stehen (kein Vorstehen, sondern normales Stehen mit eingekniffenem Schwanz) und wollte keinen Meter mehr vorwärts gehen. Ich bin 20m weitergelatscht und dachte mir "die wird schon kommen" (dachte, das wäre mal wieder irgendeine Paranoia, wie sie sie auch manchmal vor Mülleimern usw. hat, an denen sie an manchen Tagen auch nicht vorbei will), daraufhin tänzelte sie dann ab einer gewissen Entfernung aufgeregt wie auf einer imaginären Linie vom linken zum rechten Wegrand (immer noch mit eingekniffenem Schwanz) und hat mich aufgeregt angebellt, kam aber keinen Millimeter näher. Für mich sah das irgendwie nach "Warnung" aus und als ich mich dann genauer umgeguckt habe, habe ich das Reh entdeckt. Ich dachte, okay, ich spiel das Spiel mit :D und bin vorsichtig rückwärts zu ihr zurückgeschlichen. Als ich sie erreicht habe, ist sie 20m in die entgegengesetzte Richtung gsprintet und erst als ich dort dann angekommen bin, hat sie sich langsam beruhigt und aufgehört zu zittern.
    Bei der zweiten Rehsichtung waren wir mit ihrer Beaglefreundin spazieren. Dieses Mal hab ich die Rehe zum Glück zuerst gesehen und konnte sie rechtzeitig ranrufen und anleinen, während der Beagle sofort über alle Berge war und die Rehe mehrmals an uns vorbei gehetzt hat. Leni hing schreiend in der Leine und wollte mitmachen :roll: Es dauerte ca. 20min, bis der Beagle endlich wieder eingefangen war und sie hat die kompletten 20min durchgeschrien. Ich war fest davon überzeugt, dass sie nun sicher fest verankert hat, dass Rehe zum Jagen da sind.
    Dann kam die 3. Rehsichtung (ca. 1 Monat später), dieses Mal waren wir wieder alleine. Leni war an der Schleppleine und wir haben das Reh etwa gleichzeitig entdeckt. Reaktion ich: riesen Sprung in Richtung Schleppleine gemacht und knapp verfehlt :D Reaktion Hund: Kehrtwende auf dem Absatz und mit Lichtgeschwindigkeit 50m den Weg zurückgelaufen. Dort konnte ich sie dann wieder mit eingekniffenem Schwanz abholen.

    Ich muss dazu sagen, dass die Rehe in Situation 1 und 3 nicht weggerannt sind, sondern einfach still standen. Wenn ein Reh vor uns weglaufen würde, könnte ich mir vorstellen, dass das schon durchaus den Hetztrieb in ihr auslöst. Aber ein stehendes Reh findet sie definitiv gruselig :D


    Mit "usw." meinte ich alles, was sonst noch so im Wald rumläuft und uns bisher begegnet ist.... Füchse zum Beispiel. Sie ist ziemlich scharf auf Federwild (was es aber auf unseren Strecken eher weniger gibt), Haarwild ist abgesehen von den Hasen bisher kein Problem.

    Wir spazieren morgens und abends im Park hier vor der Haustür. Da wimmelt es allerdings nur so von Häschen... allein auf der Wiese ganz am Anfang hab ich heute morgen 12 gezählt. Ist für uns beide ziemlich stressig, da Leni auf nichts so stark reagiert wie auf Hasen :roll: Aber woanders kann man hier halt nicht gehen.
    Nachmittags fahre ich für die größere Runde an den Rhein oder irgendwo in den Wald. Komischerweise läuft sie im Wald super ohne Leine, da scheint die Kaninchendichte nicht so hoch zu sein :D Und vor Rehen usw. hat sie ja sowieso Angst.

    Bogenreinheit... was es nicht alles gibt ;)

    Ich hab bei der Verlorenensuche auch nichts groß trainiert. Dummy irgendwo abgelegt, Hund losgeschickt und fertig. Sie hat von Anfang an sehr systematisch gesucht (zieht erst einmal rund um mich herum große, ovale Kreise, und wird dann immer engmaschiger) und findet den Dummy auch ratzfatz, da muss ich gar nichts groß einweisen. Entfernt sie sich zu weit in die falsche Richtung, reicht ein einfaches "zurück".

    Maanu
    Ist das am Anfang des Videos ein Pfiff oder ein Schrei? Weil was auch immer es war, mein Hund kam im Schweinsgalopp aus dem Nachbarzimmer angestürmt - vielleicht sollten wir es auch mal so probieren :D

    naijra
    Nee, eben. Dass Schema F nicht funktioniert, habe ich auch schon gemerkt. Ist nur blöd, wenn man nicht ohne Aufwand in Gebiete kommt, in denen Freilauf funktioniert. Aber da muss ich eben durch :)

    naijra
    Nee, eine längere Schleppleine habe ich noch nicht probiert. Ehrlich gesagt "umgehe" ich das Problem momentan ein bisschen, indem ich eben in Gebiete fahre, in denen sie sowieso freilaufen kann. Das ist für uns beide stressfreier ;) Die SL brauche ich nur für die recht kurze Runde morgens im Park hier, denn dort kann sie nicht freilaufen... längere Leinen wären hier aber auch eher unpraktisch, weil es recht kurvig und uneinsichtig ist und ich immer Angst habe, dass ein Fahrrad in die Leine brettert und sich der Fahrer lang legt. Mit 10m ist das noch gut zu kontrollieren.

    Verlorenensuche mit Futterdummy klappt bei uns übrigens zu 99% immer und aus jeder Situation. Sogar wenn sie Hasen fixiert und nicht abrufbar ist, bewirkt ein "such Dummy", dass sie sofort ablässt und lossprintet, um den Dummy zu suchen. Das ist aber auch die ausnahmslos einzige Aktivität, für die sie immer empfänglich ist. Als Belohnung für Aufmerksamkeit hab ich den Dummy noch nie benutzt, aber das wäre auf jeden Fall auch mal einen Versuch wert :)

    In den Hund reinlaufen... ja, mache ich auch öfters. Aber sie steht halt, wo sie steht... ich kann dann mit den Schienenbeinen ihren Hintern wegschieben und sie steht immer noch. Laufe ich eher gegen den vorderen Körperteil, schlägt sie schnell einen Haken um mich herum und schnüffelt sich wieder an der gleichen Stelle fest. Mein Hauptproblem ist eben, dass sie einfach völlig unbeeindruckt ist (jedenfalls von mir - vor allem anderen ist sie die Schissbuchse vor dem Herrn). Einmal hab ich vor lauter Wut (weil mal wieder nichts klappte :roll: ) den Schlüsselbund direkt neben sie geschleudert... Ergebnis: ein millisekundendauernder Seitenblick gen Schlüssel und das war's, die Nase ging nichtmals ansatzweise vom Boden :headbash:
    Naja, wahrscheinlich muss ich einfach noch ein bisschen rumprobieren, was sie wirklich interessiert und womit ich sie motivieren kann, Kontakt zu halten.

    Mich wundert halt nur, dass sie in einem größeren Radius von ganz alleine nach mir guckt, sich super orientiert und insgesamt viel aufnahmefähiger ist. Ich kann mir das nur so erklären, dass sie im kleinen Radius keine Notwendigkeit sieht, in irgendeiner Form Kontakt zu halten. Nun ist eben die Frage, ob man das trainiert oder aber weiterhin so verfährt, dass man eben vorwiegend dort Gassi geht, wo sie frei laufen kann und das Aufhalten im engen Radius gar nicht zwingend nötig ist.