Ich kenne das Gefühl der Überforderung nur zu gut - und auch den Gedanken, dass der Hund und ich nicht zusammen passen (ich kannte vorher auch nur das Foto). Zwar habe ich meine Hündin als Welpe bekommen, aber die ersten Tage waren der blanke Horror für mich. Ich hab Rotz und Wasser geheult, stand kurz vorm Nervenzusammenbruch und konnte nachts nicht schlafen, weil ich nur herumgegrübelt habe, ob sie woanders nicht besser aufgehoben wäre und ob wir wohl irgendwann doch zusammenwachsen könnten. Gleichzeitig hatte ich sie schon sehr lieb, wollte nur ihr Bestes und habe mich in Grund und Boden geschämt, weil der Gedanke an eine Rückgabe immer präsent war. Die Zeit war scheusslich
Nach 2, spätestens 3 Wochen sah die Welt aber schon ganz anders aus. Die Bindung baute sich langsam auf, wir haben uns eingespielt, sie hat langsam gelernt, was sie darf/soll und was nicht. Heute bin ich gottfroh, dass ich durchgehalten habe. Sie ist das Beste, was mir je passiet ist :)
Ich kann dir nur raten, nicht zu schnell aufzugeben. Setze dir eine bestimmte Zeit (2 oder 3 Wochen) und entscheide dann, ob du sie behalten kannst oder nicht. Aber geb sie jetzt nicht überstürzt weg, obwohl sie noch nicht einmal Zeit hat, richtig anzukommen.
Was die Ängstlichkeit betrifft: meine Hündin ist auch sehr ängstlich, immer noch. Bei uns hilft es, "Angstobjekten" ganz ruhig zu begegnen und ihr Zeit zu geben, sich daran zu gewöhnen. Wir bleiben dann meistens stehen, ich lasse sie gucken und lege dabei den Arm um sie (das beruhigt sie - kennt dein Hund das nicht, würde ich sie nicht anfassen, sondern einfach beobachten lassen). Manchmal dauert es gut und gerne 15min, in denen sie mit eingeklemmtem Schwanz angespannt neben mir steht und zittert, aber iiirgendwann löst sich die Spannung dann und wir können weitergehen. Klar ist das teilweise nervig (man kommt nicht wirklich von der Stelle
), aber es hilft und inzwischen ist sie an die normalen Umweltreize hier in der Stadt soweit gewöhnt, dass sie gut damit umgehen kann. Neues und Unbekanntes ist aber immer problematisch. Man braucht auf jeden Fall sehr viel Geduld und Ruhe, bis der Hund seine Ängste überwindet.
Such dir einen guten Trainer und lass dir im Umgang mit dem Hund helfen! Gerade als Anfänger finde ich es wichtig, sich kompetente Hilfe zu suchen, damit die Weichen von Anfang an möglichst richtig gestellt werden - gerade bei einem Hund, der schon im Flegelalter ist und einige Baustellen mitbringt. Mir hat das damals auf jeden Fall viel Sicherheit und Selbstvertrauen gegeben.
Ich wünsche dir starke Nerven und hoffe, du triffst für dich und die kleine Maja die richtige Entscheidung :)