Beiträge von Deliara

    ich bin am Gymnasium mit Englisch und Erdkunde. Ich kann mir absolut gar nicht vorstellen, wie ich mit Hund ohne HuTa klarkommen sollte. Wir haben bis maximal 15h Unterricht, und das trifft auf mich zur Zeit auch nur an 2 Tagen zu, aber selbst wenn ich nur bis 12.55h Unterricht habe, wäre Hund gute 6,5 Stunden alleine. Selbst wenn sie alleine bleiben könnte (was sie nicht kann), wäre mir das viel zu lange und ich hätte in der Schule keine ruhige Minute, glaube ich. Wie drehen dann nachmittags noch eine große Runde von ca. 1,5 Stunden, aber mehr wäre bei mir im Alltag nach der Schule auch sowieso nicht drin. Ich bin also froh, dass sie vormittags gut Beschäftigung hat und mit nur einer Runde am Tag dann auch troztdem gut zurecht kommt.

    Ob ich sie mitnehmen dürfte, weiß ich nicht, ich habe noch nie danach gefragt. Toll wäre das für Konferenzen oder ähnliche Veranstaltungen, dann müsste ich dafür nicht auch noch extra zur HuTa.

    Ich hab im vorletzten Sommer eine Wohnung in Münster gesucht. Keine Chance mit Hund, jedenfalls nicht da, wo ich wohne ich wohnen wollte, also sind wir im Umland gelandet.

    Dann (leider) Jobwechsel nach Oberhausen und die Einsicht, dass das mistig zu pendeln ist. Ich habe dann in Oberhausen, Mülheim und Essen gesucht, allerdings nur in sehr ausgewählten Stadtteilen. Sehr schwierig! Ich erlebe das Ruhrgebiet allgemein nicht als sehr hundefreundlich (habe in Essen studiert und dort auch die ersten 3 Jahre mit Hund gewohnt, allerdings in Altenessen - da war es kein Problem eine Wohnung mit Haltungserlaubnis zu bekommen, aber da will man halt auch nicht länger als unbedingt nötig wohnen). Mein persönliches Fazit: überall, wo es im Pott halbwegs nett ist, ist es mit Hund wirklich kniffelig eine Wohnung zu finden, und die Nachbarschaft ist in diesen Gegenden meistens auch sehr spießig und intolerant. Hab noch nirgends anders so viele nervige Kommentare zum unerlaubten Ableinen bekommen wie im Ruhrgebiet.

    Ich bin letztlich übrigens zurück nach Düsseldorf gezogen, wo ich ursprünglich herkomme. Schön am Stadtrand im Grünen, alles schick. In der Innenstadt und in Szenevierteln sieht die Sache aber sicher auch wieder anders aus.
    Ich denke, man muss mit Hund in manchen Gegenden einfach ein wenig weiträumiger suchen und flexibler sein - sowohl in seinen Ansprüchen als auch in der Mietpreisspanne und der Wohnlage.

    Es gab doch mal eine Studie zum Problemlösen (ich meine, es ging darum, an ein Stück Futter in einer verschlossenen Box zu kommen), bei der Welpen deutlich besser abgeschnitten haben als adulte Hunde, die sich - statt es selbst zu probieren - an den Menschen gewandt haben und "hilf mir" signalisiert haben. Ich kriegs leider nicht mehr ganz exakt zusammen, aber vielleicht hat das ja noch jemand gelesen. Ich denke, diesen Punkt darf man auch nicht außer acht lassen - inwiefern ist ein Hund in eine Art konditionierte Abhängigkeit erzogen worden, in der er gar nicht mehr auf die Idee kommt, selbst Dinge auszuprobieren.

    Letztlich finde ich die Frage, ob und wie ein Hund mit mir zusammenarbeitet und wie schnell er begreift, was ich von ihm möchte, gar nicht aussagekräftig, denn die große Unbekannte bleibt für uns, inwiefern beim Hund überhaupt Motivation dazu vorliegt. Ich finde daher interessanter zu beobachten, wie sich ein Hund anstellt, um zu erreichen, was ihn intrinsisch motiviert und wofür er keine Hilfestellung vom Menschen bekommt. Aber auch hier bleibt natürlich zu beachten, dass manche Hunde vielleicht weniger neugierig sind als andere und möglicherweise gar keinen Antrieb haben, überall die Nase reinzustecken und Dinge auszuprobieren. Im Prinzip ist es bei all den unbekannten Variablen daher wahrscheinlich gar nicht möglich, Intelligenz bei Hunden zu erfassen und zu vergleichen.

    Leni ist auf ihre Weise durchaus clever. Sie konnte mit 16 Wochen Türen und Schubladen öffnen, wusste, dass sie nur von außen das Licht ausknipsen muss, wenn sie mich aus dem Bad holen wollte, und wenn sie später als Junghund auf ihrer Decke bleiben sollte und da keine Lust zu hatte, hat sie auch schonmal die Decke mit durch die ganze Wohnung geschleppt und sich ihren Platz damit selbst gesucht :hust: Also auf den Kopf gefallen ist sie nicht, wenn sie irgendwas möchte.

    Mit Kunststückchen oder klickern und freiem Shapen oder sowas braucht man ihr allerdings nicht kommen, das rafft sie nicht bzw. dreht dabei so sehr auf, dass sie vor lauter Stress nicht mehr denken kann und nur hektisch im Kreis rennt statt mal auszuprobieren. Und außerdem macht sie auch generell nichts, wo sie für sich keinen Sinn drin sieht.

    Bei wirklich wirklich jagdtriebigen Hunden wird im Freilauf meiner Meinung nach immer ein Restrisiko bleiben. Leni hat auch sehr ambitionierte Ansätze gezeigt als Junghund, wir haben die ersten 2 Lebensjahre viel mit der Schleppleine gearbeitet und heute läuft sie fast überall frei und ich vertraue ihr (bzw. im Zweifel auch mir, nämlich zu erkennen, wann besser die Leine dran muss). Es ist auch nie was passiert, auch wenn es einige Situationen gab, in denen sie hätte zupacken können. Aber mir ist dennoch durchaus bewusst, dass es die letzte Sicherheit nicht gibt und ich halte es für durchaus denkbar, dass sie mal irgendwann etwas so triggert, dass sie durchtitscht. Die bloße vage Möglichkeit im Hinterkopf ist für mich aber definitiv kein Grund, den grundsätzlich kontrollierten Hund nur noch angeleint zu führen.

    Das hört sich doch gut an!

    Ich werde jetzt einfach entspannt weitermachen.. jeden Tag irgendwas zwischen 20 und 40 Minuten alleine lassen und wenn sie mehrere Tage huntereinander entspannt scheint, ein wenig steigern. Irgendwie sowas. Wir haben ja keinen Zeitdruck, sie muss es njcht unbedingt noch lernen.. ist mittlerweile ein "nice to have", weil unser Lebensrythmus eh so abgestellt ist, dass sie es nicht kann :D

    ricci, wollt ihr auch erst weiter steigern, wenn er entspannter wirkt bei der Stunde?

    Nein, du verwechselst mich nicht, das bin ich :smile: Zum Glück hat es sich mit der Tagesbetreuung inzwischen geregelt. Bedeutet natürlich mehr Fahrtzeit und Umwege, aber letztlich bin ich einfach froh, sie gut und zuverlässig untergebracht zu wissen. Auch wenn sie vielleicht doch noch das Alleinsein für kurze Zeiträume lernen sollte, wird sie ja vermutlich trotzdem immer Betreuung für meine Arbeitszeiten brauchen. Und ich muss sagen, gerade in stressigen Phasen mit vielen Korrekturen bin ich auch froh, dass sie dann gut bespielt und ausgelastet wieder mit nach Hause kommt und ich nachmittags/abends nicht mehr viel machen muss :ops:

    Sie schläft gerade und ich muss noch zu Media Markt. Überlege die ganze Zeit, ob ich es einfach mal wage. Abee das dauert sicherlich locker eine Stunde und man will ja nicht übermütig werden :roll:

    Dann würde ich schonmal anfangen, nach einer professionellen Ganztagsbetreuung zu suchen.


    Ich bin vor ein paar Wochen umgezogen (zog sich über mehrere Tage) und seitdem zeigen sich auf wundersame Weise plötzlich Fortschritte. Im Umzugschaos ging es natürlich ständig und ganz "uninszeniert" rein und raus aus der Wohnung .. Wohnungstür stand dabei anfangs oft offen und Leni ist teilweise mitgelaufen, aber das wurde ihr zunehmend sichtlich zu blöd und schließlich ist sie im Körbchen liegen geblieben. Irgendwann wurde die Tür einfach mal von irgendjemandem zu gemacht. Und was soll ich sagen... kein Gebell, kein Gemecker, nichts. Ich habs dann gewagt, zuerst mal alleine in den Keller und nach ein paar Tagen abends mal zum Supermarkt nebenan zu gehen - und es klappte! Seitdem verschwinde ich jeden Tag mal für 15-30 Minuten und habe nach 6 Jahren zum ersten Mal das Gefühl, dass sie tatsächlich doch noch was lernen könnte. Die Videos zeigen, dass sie nichtmals zur Haustür läuft, sondern direkt aufs Sofa hopst und sich hinlegt. Zwar in Warteposition, aber nicht übermäßig angespannt und an manchen Tagen fallen sogar die Augen zu. 30 Minuten klingen natürlich lächerlich wenig, aber die Freiheit, einfach mal alleine kurz einkaufen zu gehen oder ein Paket bei der Post abzuholen, ohne sie mitnehmen und ins Auto setzen zu müssen, ist sooooooo viel mehr, als ich jemals hatte, dass ich mich momentan einfach total freue =)

    Da ich dem Braten aber nicht so recht traue, werde ich mit dem Steigern von Zeiten extrem vorsichtig sein. Bisher wurde in der neuen Umgebung noch nicht ein einziges Mal gebellt und geheult und ich hoffe so so so sehr, dass das anhält und nicht wieder irgendwann kippen wird :smile:

    Für mich ist das Leben mit Hund sehr viel komplizierter geworden, als ich es erwartet hatte. Das liegt aber auch daran, dass Leni keine 15 min alleine bleiben kann. Und das erste Lebensjahr war für mich als Hundeanfänger mit so einem Aktivrassenmix auch ziemlich turbulent :D
    Trotzdem kann ich mir nichts anderes mehr vorstellen und möchte niemals wieder ohne Hund leben müssen. Sie macht die ganzen Eindschränkungen mehr als wett.