Komplexe Fragestellung 
Für mich ist mein soziales Umfeld erstmal am Wertvollsten und Wichtigsten. Und zwar in der Reihenfolge Familie - Freunde - Tiere. Müsste ich mich zwischen meinem Hund und einem fremden Menschen entscheiden, hätte mein Hund ganz klar und kompromisslos Priorität für mich, einfach weil er zu meiner sozialen Lebenswirklichkeit gehört. Ich denke, das ist einfach eine Frage der emotionalen Beziehung zu einem Lebewesen.
Aber:stelle ich mir den umgekehrten Fall vor und jemand würde das Leben seines Hundes dem Leben eines meiner Angehörigen vorziehen, könnte ich das höchstwahrscheinlich absolut nicht gut akzeptieren oder gar nachvollziehen. Bei Anderen ist gleiches Verhalten eben doch immer nochmal was anderes, auch wenn es unfair ist.
Grundsätzlich hängt die Wertigkeit von Leben für mich rein von meiner gefühlsmäßigen Bindung zu einem Lebewesen ab, nicht von der Art, der es angehört. Ich bemühe mich, fremden Lebewesen (Mensch wie Tier gleichermaßen) freundlich zu begegnen, zu helfen wo ich kann und kein unnötiges Leid zu verursachen, allerdings erschlage ich durchaus Mücken und Fliegen ohne schlechtes Gewissen und esse in Maßen Fleisch und Fisch. Wie das vereinbar ist? Ich denke, die Antwort liegt irgendwo darin verborgen, dass man in seiner Selbstwahrnehmung immer und automatisch für sich selbst die höchste Wertigkeit besitzt. Und wenn mein Bedürfnis ist, mich ausgewogen zu ernähren und mich nachts nicht von Mücken zerstechen zu lassen, dann komme ich dem nach mit der Intention, mein Wohlbefinden in irgendeiner Art zu steigern. - Legitimiert durch meinen Selbsterhaltungstrieb (im Falle der Ernährung) und ein gewisses Maß an Egoismus, das wohl jedem Lebewesen zu eigen ist. Wichtig ist für mich persönlich, eine bestimmte (subjektiv festgelegte) Verhältnissmäßigkeit zu wahren, die für mich gleichzeitig meine größtmögliche Rücksichtnahme auf andere Lebewesen widerspiegelt (z.B. keinen Massenfleischkonsum, möglichst auf das Töten von Lebewesen verzichten, möglichst umweltbewusstes Verhalten, etc.).