Ich denke, man kann erst dann davon ausgehen, dass der Hund richtig alleine bleiben kann, wenn er entspannt ist, nicht meckert und sich ruhig verhält.
Zum Aufbau: wir kombinieren ganz viele Methoden (meine Hündin hat irre Probleme damit und kann es noch immer nicht richtig.. aber ich hab inzwischen die komplette Literatur zu dem Thema durch und mittlerweile einen guten Mix für unser Training gefunden, mit dem sich endlich endlich Fortschritte einstellen :) ). Was wir konkret machen:
- Aufbruchsignale abtrainieren, d.h. immer wieder einfach mal ohne die Wohnung zu verlassen Jacke und Schuhe anziehen, sich damit mal 10min aufs Sofa setzen, den Schlüssel in die Hand nehmen und rumtragen usw. bis der Hund diese Rituale irgendwann nicht mehr als Alarmsignal für eine kommende Trennung wahrnimmt und dabei entspannt bleibt.
- Nachlaufen in der Wohnung unterbinden
- einfach mal Türen hinter sich schließen, wenn man den Raum wechselt (anfangs natürlich noch nicht so lange)
- Wohnungstür immer mal wieder öffnen und schließen, damit diese spezielle Tür nicht zum Alarmsignal wird
- Distanzen innerhalb der Wohnung schaffen, d.h. den Hund einfach ab und an bei offener Tür aus dem Zimmer (hinter die Türschwelle) schicken, so dass er lernt mentale Grenzen und auch ein gewisses Maß an Frust zu tolerieren (ich hab das positiv aufgebaut, also zwischendurch Leckerchen zugerollt, wenn sie brav hinter der Schwelle blieb. Anfangs sind schon 3 Sekunden Draußenbleiben ein Erfolg, die Zeiten kann man dann langsam je nach Lernstand ausdehnen)
- Markerwörter einführen. Wenn ich sie mitnehme, sage ich z.B. "Gassi", wenn nicht "du bleibst hier". Während der Aufbauphase sagt man das "du bleibst hier" z.B. jedes Mal, wenn man auf Toilette geht oder in die Küche, so dass der Hund bald von selbst merkt, dass Hinterherlaufen nichts bringt, weil sowieso nichts Spannendes für ihn passiert. Es wird also ein Marker für etwas total Langweiliges, für das es sich nicht lohnt aufzustehen und hinterher zu gehen. Wenn das innerhalb der Wohnung gefestigt ist, kann man langsam anfangen es beim Verlassen der Wohnung zu sagen.
- innerhalb der Wohnung kurz in einem Raum alleine lassen, dabei immer darauf achten, dass man den Hund zeitmäßig nicht überfordert und das Training beendet, bevor er in Stress gerät. Erst wenn das klappt und er auch mal eine halbe Stunde oder Stunde in einem anderen Zimmer akzeptiert, sollte man das eigentliche Alleinelassen in der Wohnung üben.
- das Verlassen der Wohnung ebenfalls kleinschrittig üben und möglichst zurückkommen, bevor der Hund Stress kriegt. Anfangs sofort nach dem Schließen der Wohnungstür wieder reingehen. Klappt das, die Zeiten minutenweise langsam ausdehnen und den Abstand der Wohnungstür vergrößern.
So, das ist momentan unser Weg :) Bei Hunden, die weniger Probleme mit dem Alleinebleiben haben als meine Hündin, kann man sicher schneller vorgehen und einige Zwischenschritte weglassen. Bei uns hat es sich leider als absolut nötig erwiesen, an jedem einzelnen Punkt ausführlich und konsequent zu arbeiten, vorher haben sich leider überhaupt keine Fortschritte gezeigt.
Viel Erfolg 
edit: vom Anbinden halte ich auch nicht viel. Ich habe gelesen, abgesehen von der Tatsache, dass der Hund alleine ist, sollte sonst alles in der Wohnung und vom Bewegungsspielraum her möglichst normal für ihn sein. Soll heißen, wenn man ihn räumlich begrenzen will, dann muss man das bereits innerhalb der Wohnung gut üben, sonst wird das Anbinden oder das "Verfrachten" in den einen Raum, in dem er bleiben soll, schon zum Stressauslöser und zum Marker für das anstehende Alleinebleiben.