Beiträge von lilactime

    Vielleicht habe ich dich da aber auch missinterpretiert. Das ist absolut möglich und dann tut mir das natürlich leid.

    Das muss dir nicht leid tun, das passiert, wenn unterschiedliche Menschen unterschiedliches denken und schreiben.

    Beim ersten Zitat geht der Satz ja weiter, da steht, worum es mir ging.

    Beim zweiten Zitat ist es einfach meine aktuelle Wahrnehmung: Bruin wird für einige Tage DER Aufreger sein, viel richtiges, aber auch viel doppelmoralisches wird dazu geschrieben werden. Kurz darauf wird es sein, wie es immer in SM ist: heiß gekocht, abgekühlt, vergessen, nächster Skandal. Das beinhaltet gar keine Wertung, nur eine Feststellung.

    Selbstverständlich ist das BIS für diesen Hund ein schlechter Witz.

    Und genau dieser Stempel steht nun mal auf so gut wie jeder Webseite von Züchtern, die diesem System unterstellt sind. Dieser Stempel soll ein Qualitätssiegel sein, etwas, worauf man sich als normaler Hundekäufer verlassen kann. Jetzt kann man natürlich verlangen, dass sich jede kleine Beate und jeder Klaus-Gerald vor dem Hundekauf einmal komplett durch die Strukturen der Rassehundezucht arbeitet, versteht, wie FCI, nationale Vereine und Zuchtordnungen zusammenhängen und dann noch differenziert einordnet, dass der FCI-Stempel zwar wichtig ist und man darauf achten soll… aber gleichzeitig bitte auch nicht zu viel Vertrauen hineinlegen darf, weil solche Dinge offenbar trotzdem passieren können.

    Für jemanden, der einfach nur einen Hund sucht, ist diese Erwartungshaltung ehrlich gesagt ziemlich absurd.

    Und mir persönlich fällt es unter solchen Umständen inzwischen immer schwerer, jemandem wirklich glaubwürdig zu erklären, warum er seinen Hund unbedingt von einem Züchter holen soll, der in einem Verein organisiert ist, der dem VDH und damit letztlich auch dem FCI unterstellt ist.

    Also, ich kenne niemanden, der explizit mit "Ich brauche einen Hund mit FCI Papieren, aber der Tamas hat diesen britischen Clumber auf den Thron gehievt - das bringt mich in eine kognitive Dissonanz" den Hundekauf angeht.

    Ich kenne Leute, die (beispielsweise) einen kleineren Begleithund wollen, der wenig haart. Oder einen Retriever, Golden oder Labrador. Oder einen Beagle. Oder whatever.

    Zwischen dem und der FCI stände der VDH, der Rassezuchtverband (bzw mehrere zur Auswahl), ein oder mehrere Züchter mit speziell veranlagten Hunden, einer, bei dem man dann Kontakt herstellen und ein Gespräch führen könnte (...)

    Wer fängt denn bitte bei 300+ Rassen zur Auswahl erstmal beim Weltverband an? DAS scheint mir absurd bei jemandem, der "einfach nur einen Hund will".

    Die Gründe, warum jemand beispielsweise seinen Golden aus dem DRC oder GRC beziehen sollte, sind so vielfältig wie klar. Das lässt sich wirklich super erklären. Aber da fängst du doch nicht damit an, erstmal die Integrität des FCI beim Thema Offenes unteres Augenlid runterzudozieren.

    Um nicht missverstanden zu werden: Ich finde den Clumber in seiner Verfassung und als Aushängeschild furchtbar - ganz unabhängig davon, was sein Halter mal ekliges in der Vergangenheit getan hat. Der Clumber ist auch so schrecklich.

    Interessiert sich aber jemand für einen Hund, dann wird er das Feld wohl nicht aus der Richtung FCI aufrollen.

    Die Verantwortung des Einzelnen ist auch mMn nicht der Punkt um den es hier geht.
    die letztendliche Verantwortung kann man immer auf den Einzelnen runterbrechen

    Vom ganzen Meinungsballast befreit ist aber nunmal genau das der Punkt: Der Käufer. Der Endabnehmer.

    Aber gut, die Diskussion ist nicht absolut zu führen.

    Das sehe ich auch so, die Masse an Einflüssen und Perspektiven, aus denen man beleuchten könnte, ist gigantisch

    Wer jetzt aufgrund eines Crufts BIS aus allen Wolken fällt und Rückschlüsse bis in den letzten Winkel der Rassehundezucht zieht, dessen grundlegende Fähigkeit zur Differenzierung und Informationsgewinnung scheint auch eher schwach ausgeprägt

    Es ist doch aber nicht nur einer. Solche Sachen kommen immer wieder mal vor.

    Klar, bestreitet doch keiner. Darum ging es in meinem Text aber nicht.

    Da wir im Crufts Thread sind und das die hochaktuelle Sau ist, die durch die sozialen Medien getrieben wird, schien mir die Erwähnung nicht so abseitig.

    Die Verantwortung, ins Verhältnis zu setzen, sich eigenständig zu informieren, ein Grundwissen auszuformen und kritisch zu sein ist ja niemandem mit einem Clubsiegel aus den Händen gerissen worden.

    Wer jetzt aufgrund eines Crufts BIS aus allen Wolken fällt und Rückschlüsse bis in den letzten Winkel der Rassehundezucht zieht, dessen grundlegende Fähigkeit zur Differenzierung und Informationsgewinnung scheint auch eher schwach ausgeprägt. Mich nervt, dass an diesem Defizit auf der Stelle ein kompletter Verband die Schuld trägt und kaum einer mal seine Eigenverantwortung beim Hundekauf hinterfragt.

    Bericht zum dreitägigen Dummyseminar im Sauerland

    Vorab: Es hat unglaublich viel Spaß gemacht, Bosco hat gemessen an seinem Alter wirklich klasse gearbeitet. Er hat zum ersten Mal überhaupt in einer Gruppe und aus der Line gearbeitet, hatte viel Wartezeit mit fremden Hunden rundherum, fremdes Gelände, fremde Menschen. Ich bin so stolz auf ihn.

    Das Training war geschickt organisiert, so dass Einzel- Doppel- und Gruppenübungen sich abwechselten und trotzdem immer der Stand des individuellen Hundes im Blick behalten wurde.

    Wir arbeiteten an den drei Tagen viele Kombinationen aus Markierungen und Halfblinds (bei Bosco noch mit Vertrauenspunkt), schickten nacheinander aus der Line in ein Suchengebiet, wechselten zwischen einem Suchenfeld und Markierungen hin und her (fies!), absolvierten ein Walk up, bei dem vorne die Markierungen flogen, wir aber jeweils danach nach hinten auf ausgelegte Dummys einwiesen, Bosco bekam ein paar spezielle Steadiness Herausforderungen etc.

    Ich möchte die einzelnen Übungen gar nicht bis ins letzte Detail herunterrattern. Das Training hat uns gut gefordert, am letzten Tag war ich gegen Nachmittag bereits ganz schön matschig im Kopf und habe in der letzten Übung ständig verpeilt, mich mit der Line zusammen wieder umzudrehen. Stand da dann falschrum herum und habs nicht gemerkt. :ops: Bosco allerdings war auch ordentlich platt, Fußarbeit war nicht mehr drin, das war ok für mich. Sitzen habe ich auch nicht durchgehend verlangt, weil es ihn wortwörtlich vor Spannung aus dem Sitz gerissen hat, wenn da eine Markierung flog und ich unser beider Energie schonen wollte. Er stand dann zeitweise halt im Fuß statt zu sitzen.

    Was bei Bosco so cool ist: Er gibt nicht auf, er WILL diesen Job erledigen und es käme ihm nie in den Sinn, etwas anderes als 100 Prozent zu geben. Er WILL Dummys reinbringen. Dementsprechend geht er super raus, markiert und sucht hervorragend, kommt schnell und mega zuverlässig wieder rein. Er hat eine gute Steadiness, auch wenn er teilweise am ganzen Körper vibriert vor Spannung.

    Ich durfte mir viel positives Feedback zu ihm abholen.

    Wir werden in den nächsten Wochen an einer ruhigeren Abgabe arbeiten und nochmal trocken Wendungen und Winkel am Fuß in Angriff nehmen, dazu nehme ich wahrscheinlich einfach den guten alten Elefantentrick her, den kann er schon.

    Ich bin gespannt, wo die Reise hingeht und hab so Bock drauf, weiterzumachen...

    Der Inhalt kann nicht angezeigt werden, da du keine Berechtigung hast, diesen Inhalt zu sehen. Der Inhalt kann nicht angezeigt werden, da du keine Berechtigung hast, diesen Inhalt zu sehen.

    Ich habe immer das Gefühl, dass es mehr "zusammen" gibt, je mehr man die genetische Veranlagung für die Beschäftigung nutzt. Aber generell ist es in meinen Augen sehr wichtig, dass der Mensch auch Spaß an der Beschätigungsvariante hat, sonst ist das nix.

    Genau das ist auch mein Eindruck. Gut, es ist schwer zu trennen zwischen "es läuft, weil Hund für das was er tut gemacht ist und dafür brennt" und "es läuft, weil ich Anlagen zu nutzen weiß, die meinem Hund in höchstem Maße entgegenkommen", aber im Ergebnis ist es wurscht.

    Wir haben heute den dritten und letzten Tag unseres Dummy Seminars, gleich gehts ins Gelände.

    Ich liebe diesen Hund für seine ruhige Souveränität und seinen Drive und die Fähigkeit, trotz so zarten Alters problemlos dazwischen switchen zu können. Er ist mit Abstand der Jüngste hier in der Runde (8 Teams) und ich bin einfach glücklich mit dem, was er abliefert. An meiner eigenen Performance muss ich mit Sicherheit mehr arbeiten, Bosco versteht sein Handwerk.