Ich habe eine krankheitsbedingt fast komplett unverträgliche Hündin.
5 Jahre lang war Cala ein äußerst sozialer, rundum verträglicher Hund.
Das änderte sich schlagartig, als ihre Erkrankung (Myopathie: Muskelschwund) vor etwa 6 Monaten in vollem Umfang ausbrach.
Fast schlagartig, von einem Tag auf den anderen, waren andere Hunde ein Feindbild.
Cala lief IMMER frei, war mein absoluter Verlasshund - bis sie sich aus dem Nichts auf eine kleine Terrierhündin stürzte. Glücklicherweise ist nichts passiert, die Hündin konnte sich unter ein geparktes Auto retten.
Hätte sie das nicht getan - da bin ich mir sicher - hätte Cala sie böse zerbissen.
Die Myopathie geht einher mit teilweise sehr heftigen Erschöpfungserscheinungen und Schmerzen.
Ich erkläre mir die plötzliche Unverträglichkeit mit einer Abwehrreaktion: Cala fühlt sich einem Kontakt, einer Interaktion mit einem anderen Hund nicht gewachsen und rastet prophylaktisch aus.
Wir meiden nun andere Hunde so gut es geht.
Teilweise ist es allerdings so schlimm, dass Cala nur durch Markierungen von anderen Hunden in Rage gerät (besonders an ihren schlechteren Tagen)...sie knurrt dann wirklich die Markierung an, scharrt wie bekloppt und wird fahrig und instabil.
Kennt man die "alte" Cala, ist die zu beobachtende Veränderung besonders krass. 
Ich habe mich dazu entschlossen, keine großartigen Therapieversuche zu unternehmen.
Zum einen weil Cala ihre gesamte Kraft für die kurzen Strecken braucht, die sie noch laufen kann - zum anderen, weil ich nicht wüßte, wie ich die vermutete Ursache für ihr Verhalten, die Erschöpfung und die Schmerzen, ausschalten könnte.
Die einzige Maßnahme ist ein Absitzen und Blickkontakt mit mir, wenn uns ein anderer Hund entgegenkommt.
Wirklich Horror habe ich davor, dass trotz aller Vorsichtsmaßnahmen irgendwann mal ein fremder Hund einfach in uns reinkracht.
Wie gesagt, ich meide Gebiete mit viel Gehundel - aber ausschließen kann man solche Situationen ja nie.