Nachts, 2:30 Uhr:
Seltsame Geräusche.
Licht in der Küche.
Ein Hund gurrt um Hilfe. Es klingt nicht panisch, eher etwas ratlos - und optional:
"Wenn gerade zufällig jemand wach ist, wäre JETZT der geeignete Zeitpunkt, um mal kurz nach mir zu schauen.
Nur, wenn es keine Umstände macht!"
Aufwachen, Beine durchzählen und sortieren, die üblichen Fragen klären ("Wer bin ich? Wo bin ich? Wie spät ist es?") geht unter diesen Umständen schnell.
Nelly klemmt UNTER der offenen Kühlschranktür.
"Klemmen" ist hier vielleicht nicht das passende Wort. Besser wäre :
Nelly hat sich gründlich und sorgfältig UNTER der offenen Kühlschranktür verkantet.
Das kalte Licht aus dem Schrank macht die Szene noch etwas dramatischer.
Nellys Blick ist herzzerreißend. Sie gurrt vor sich hin.
Der Mann muss kommen und den verkanteten Hund vorsichtig unter der Tür hervorziehen. Nelly klemmt.
Während ich beruhigend auf den Hund einrede und ihr Köpfchen kraule, entkantet Jan Stück für Stück.
Nelly ist sehr tapfer.
In dem Moment, in dem sie sich wieder frei bewegen kann, springt sie auf, schüttelt sich und wechselt nahtlos von "armer Hund" in "hungriger Hund".
Sie bekommt eine Hand voll Leckerlies und wir versichern ihr, dass sie die feinste, mutigste Nelly aller Zeiten ist.
Trotzdem bleiben gewisse Fragen offen.
Egal, wie ich es auch drehe und wende: Ich komme nicht darauf, wie der Hund das geschafft hat.
Zu Nellys Gunsten gehe ich davon aus, dass sie harmlos vor dem Kühlschrank schlief, als die (an sich gut schließende) Tür plötzlich aufsprang, sich durch einen Windstoß (woher der kam, muss ich noch rausfinden) über Nelly schob, verkantete und.......ja. So wird es gewesen sein.
Tapfere, tapfere Nelly!!