Beiträge von lilactime

    "Guten Morgen Schatz, du siehst heute aus wie ein Slum von oben"

    ist eben ein qualitativer Unterschied zu

    "Guten Morgen Schatz, wie kann ich dir heute helfen damit du deine gewohnte Frühlingswiesen-Optik wiedererlangst?
    Mit Kaffee?
    Würde Kaffee helfen?
    Ich koch mal Kaffee..."

    Ich verstehe ehrlich gesagt eh nicht so recht, was daran so schlimm ist. Wenn mein Freund mir mal sagen würde, ich hätte zugenommen, dann wär's halt so - ist doch dann nicht böse gemeint, sondern einfach Fakt. Ich hör ja lieber die Wahrheit mit Fehlern als Lügen, kann man ja auch nett verpacken. Sagt er mir mal, ich sei perfekt, würde mich das nerven, sagt er mir aber, ich spinne und genau deshalb mag er mich, würde ich das viel lieber hören. :ka:
    Wenn man halt nicht die Schlankeste ist, oder auch der, würde ich mir vollkommen verarscht vorkommen, würde man was anderes sagen :???:

    Ich denke, das war eher der Punkt hier: Die Verpackung - und nicht, dass man angelogen werden möchte.

    :lol: :lol:

    Das ist wirklich ein Phänomen...

    Hatte den Mann auch mal gefragt ob ihm denn überhaupt nichts an mir auffällt (Haare geschnitten).
    Er guckt und sagt: Wow, du hast dich geschminkt! Sieht klasse aus, mach das doch öfter!

    Dabei war ich genauso ungeschminkt wie sonst auch.

    Der Mann kam gestern mit den beiden Hunden vom Gassi zurück. Da Nelly nunmal ab und an gerne Kot frisst und momentan Knieprobleme hat, fragte ich ihn, wie es mit ihr war auf der Runde.
    Er:
    "Super! Sie lief rund und hatte lediglich eine einzige Nahkoterfahrung."

    Ich fands klasse :lol:

    @Stinkelilly :

    Die Todesfuge gehört für mich auch mit zum Gewaltigsten, was ich an Lyrik kenne.
    Neulich erst hatte ich einen Artikel dazu gelesen: Celan hat einige Metaphern 1:1 aus einem in seiner Form traditionell gehaltenen Gedicht eines Schriftstellerkollegen übernommen.
    Name des Mannes sowie Titel dieses Gedichtes weiß ich leider nicht mehr.
    Die Beachtung hat letztendlich Celan erhalten, es gab aber wohl keine Dispute zwischen den beiden Autoren deswegen.
    Diese Tatsache war mir komplett neu.

    Von Else Lasker-Schüler hallt mir schon seit Jahren das Zitat "es pocht eine Sehnsucht an die Welt an der wir sterben müssen" nach, ich weiß den Titel des Gedichts nichtmal mehr.

    Wenn es um Celan geht, schlägt sich leicht ein Bogen zu Ingeborg Bachmann.
    Deren Werk ist mir sehr nah und wichtig, vor allem ihre Lyrik.

    Ein "Wir übergeben den Flammen..." - Buch eines isländischen Autors, das ich dieses Jahr gelesen habe :

    Halldor Laxness - Sein eigener Herr

    Der Stein des Anstoßes (in die Flammen) war wohl die Tatsache, dass das Buch ganz massiv aus der Reihe der verklärten Agrar-Romantik tanzt.
    Es ist ein "Bauernroman", hat aber nichts mit dem Kitsch der eigenen Scholle und dem glücklichen (weil einfach und naturverbunden) Leben durch ehrliche Arbeit zu tun.
    Das Buch hat einen faszinierenden, ungeschliffenen, bockigen Sprachstil und führt den Bauern-Pathos mit beißender Ironie ins Absurde.
    Ich hatte wirklich zu kämpfen mit dem Ding.
    Letztendlich hat es sich mehr als gelohnt, eine völlig neue, hochinteressante Leseerfahrung.

    Die Bücher-Scheiterhaufen haben letztendlich geadelt statt zu vernichten.
    Bin gespannt auf weitere Tipps aus der Ecke!

    die geschichte der bienen betreffend- also spaß- nee.ich habs gerne gelesen, aber mir ist vor allem die warnung darin- längst vor der realität eingeholt- erinnerlich


    Die Thematik meinte ich damit auch eher nicht. Es ging ums Kapitel verschlingen, weil man Freude daran hat, ein bestimmtes Buch zu lesen. Der "Flow" quasi. ;)