Beiträge von lilactime

    Frage an euch:

    Nelly (15) bekommt seit Anfang des Jahres Metacam als feste, tägliche Medikation.

    Sie hat eine hochgradige Spondylose.

    Nun habe ich den Eindruck, das Schmerzmittel reicht nicht mehr aus.

    Zwar hat sich an ihrer grundsätzlichen Ausdauer nichts verändert, aber sie hechelt enorm viel auf den Gassigängen.

    Spreche es Anfang nächster Woche beim TA an.

    Hat jemand von euch Erfahrungen zu einer wirsameren Schmerzmedikation bei Spondylose?

    Also, entweder ergänzend zum Metacam oder aber Mittel mit einem anderen Wirkmechanismus?

    Im Training hilft es höchstens, Kunden bei der Stange zu halten.

    Was schwammig gehalten wird, wenn es zu fehlen scheint ("Oh oh, schlechte/keine/schwache Bindung"), bleibt dann eben auch im Ermessen des Trainers, wenn es "auftrainiert" wurde.

    Eine prima Endlosschleife.

    Bindung (für mich) ist das Resultat von Vertrauen.

    Vertrauen ergibt sich aus Zuverlässigkeit, Berechenbarkeit und einer Atmosphäre, die nicht durch Angst vorm Gegenüber geprägt ist.

    Unter Zuverlässigkeit fällt dabei auch die Erfüllung grundlegender Bedürfnisse.

    Das wäre jetzt die Angelegenheit vonseiten des Hundes betrachtet.

    Bindung ist somit weder trainier- noch erzwingbar.

    Sie ist quasi das Resultat eines erfolgreichen Zusammenlebens.

    Habe Wolfgang Herrndorffs Blog "Arbeit und Struktur" (der auch als Buch veröffentlicht wurde, posthum)

    beendet.

    Unglaublich traurig, häufig trotzdem sehr lustig, am Ende dann aber doch einfach nur erschütternd und plättend.

    Ein großartiger Schriftsteller.

    Wolfgang Herrndorff führte den Blog während des Verlaufs seiner Krebserkrankung.

    Er nahm sich im August 2013 das Leben, bevor sein Hirntumor ihm den letzten Rest Selbstbestimmung nehmen konnte.

    Benedikt Wells "Vom Ende der Einsamkeit" abgeschlossen:

    War nichts für mich, überladen und unglaubwürdig.

    Es kam der Eindruck auf, die diversen Schicksalsschläge von oben, unten, rechts und links, welche den Protagonisten laufend widerfahren, waren absolut notwendig, um eine möglichst melancholische und tiefsinnige Atmosphäre das komplette Buch über aufrecht zu erhalten.

    Diese Atmosphäre entspann sich also nicht von selbst im Kopf des Lesers, sondern musste ununterbrochen vom Autor weiter befeuert werden. Somit nervte sie eigentlich nur.

    Man kam auf dem Seufzen nicht heraus - und wenn doch mal kurz ein Hoffnungsschimmer blitzte, wurde er schnell mit der nächsten Lebenskatastrophe wieder verspachtelt.

    Ein für mich enttäuschendes Buch.

    Morgen beginne ich mit der Abernterei der grünen Tomaten im Folienhaus.

    Knapp 100 Kilo Tomaten hat die Saison bisher ergeben - noch etwa 20 Kilo hängen unreif.

    Aufgrund akuter Erkrankung Nellys war ich jetzt seit einer Woche nicht mehr im Folienhaus - beim letzten Mal hatte die Botrytis/Grauschimmel Fuß gefasst...jetzt hab ich Angst, dass ich morgen nur noch die Reste eines Pilzmassakers vorfinde. Wetter war durchgehend der feuchte Traum (haha) einer jeden Pilzinfektion.

    Abgeschlossen:

    Stefan Zweig - Ungeduld des Herzens:

    Wundervoller Roman in einer blumigen, kunstvollen Sprache.

    Ein Großteil der Geschichte ist Introspektive des Erzählers, die trotzdem nie langatmig und nie belanglos wird.

    Sinn und Tiefe des Buches ergibt sich sogar ausschließlich durch diese Erläuterungen.

    Daniel Kehlmann - Ruhm:

    Ein Roman in neun Erzählungen, die miteinander verwoben sind.

    Wie schon bei "Tyll" hinterlässt das Buch bei mir einen schalen Nachgeschmack, es wirkt alles so unrund und halbgar.

    Murakami - Mr Aufziehvogel:

    Ewigkeiten habe ich mich durch das Buch gequält.

    Eine absolute Zeitverschwendung, die Verweigerung einer Auflösung der zig geheimnisumwitterten Erzählstränge macht mich fassungslos.

    Ich hätte auch gut mit der Möglichkeit leben können, das Ding einfach nur nicht kapiert zu haben - scheinbar ging es bei der Lektüre aber auch dem Großteil der Kritik wie mir.

    Wolfgang Herrndorff - Bilder deiner großen Liebe:

    Ein nicht vollendeter Roman, der trotzdem so großartig und anrührend in seiner Melancholie und Unaufgeblasenheit ist, dass ich hätte heulen können - hätte ich mich nicht noch weiterhin über den bescheuerten Murakami-Roman ärgern müssen. Eins nach dem anderen.

    Jetzt bin ich bei Schnitzlers "Traumnovelle", welche die Vorlage zum Film "Eyes wide shut" lieferte.