Beiträge von lilactime

    "Respekt" im geläufigen Sinne funktioniert auf Hunde übertragen nicht.

    Der Respekt, den ein Mensch einem anderen entgegenbringt, beruht auf Konstrukten wie sozialer Stellung, erbrachten Leistungen, Alterunterschied (...) oder einfach auf einer persönlichen Überzeugung, die Respekt vor anderen Menschen als Grundsatz in der eigenen Wertevorstellung verankert.

    Respektiert ein Hund Grenzen des Gegenüber, sind ethische Werte oder komplexe gesellschaftliche "Ranghoheit" komplett egal.

    Es bleibt beim Hund Erlerntes, was sich an (in der Vergangenheit) erfolgten Konsequenzen orientiert.

    Respektiert ein Hund, dass Mensch auf dem Sofa nicht über den Haufen getrampelt werden möchte, hat er in der Vergangenheit halt gelernt, dass dieses Verhalten unerwünscht ist.

    (Methodik mal außen vor)

    Eigentlich ist es also kein Respekt, sondern einfach ein Lernerfolg.

    Alles natürlich immer in Abhängigkeit vom Strickmuster des individuellen Hundes wie auch des Menschen.

    Gestern habe ich "Menschenkind" von Toni Morrison begonnen.

    Ein Buch, bei dem man sich den Einstieg erkämpfen muss, das Auseinandersetzung mit einer ungewohnten Erzählweise fordert.

    Meine Erfahrung bei solchen Büchern ist, dass sie im Nachhinein oft einen ganz besonderen Stellenwert bekommen. Sie bleiben haften und bieten eine Horizonterweiterung.

    Freue mich aufs Weiterlesen!

    Endspurt dagegen bei "Anus Mundi" von Wieslaw Kielar.

    Ein Bericht über 5 Jahre Auschwitz/Birkenau mit Schwerpunkt auf Beschreibungen der komplexen Hierarchien und Mechanismen, die sich im Lager herausbildeten.

    Es ist ein reiner Bericht, Wertungen und "Innenansichten" bleiben zum Großteil außen vor.

    Habe lange dran gesessen, die Nüchternheit der Beschreibungen zwang mich zu Pausen. Schwer zu verarbeiten.

    Auf meinem Stapel liegen momentan 30 Bücher, damit sollte ich ein Vierteljahr hinkommen.

    In der Zeit pflege ich meine Wunschliste, die ist gefährlich geschrumpft.

    Abgeschlossen:

    Noam Shpancer - Der glücklose Therapeut

    --> Sehr gutes, kluges Buch

    Erzählt wird die Geschichte eines Psychotherapeuten, der nicht nur an einem mysteriösen Patienten, sondern parallel auch an seinen privaten Angelegenheiten scheitert

    Julian Barnes - Vom Ende einer Geschichte

    -->nachdem ich "Der Lärm der Zeit" (Empfehlung Empfehlung!!) von Barnes extrem gut fand, war ich von diesem Buch eher enttäuscht.

    Könnte auch daran liegen, dass ich den Clou der Geschichte einfach nicht kapiere.

    Auch nicht mit Hilfe von Google.

    Hat jemand das Buch gelesen und kann mir helfen?

    Der Protagonist der Geschichte, der eindeutig als ambivalenter "Held" angelegt war, kam bei mir auf keinen grünen Zweig. Ich fand ihn durchgehend nervtötend.


    In Arbeit befindet sich momentan "Saturns Schatten" von Andrew Solomon (eher Sachbuch, Thema Depression) und ein Erzählband von Anton Cechov. (Wer die russische Literatur des 19. Jahrhunderts mag, dem kann ich Cechov wärmstens empfehlen)

    Bei Seethaler kann man sicher geteilter Meinung sein.

    Meinung ist nicht gleichbedeutend mit unumstößlichen Fakten, das kennzeichnen die meisten bei ihren Beurteilungen ja auch entsprechend.

    Was ich als kitschig oder eindimensional empfinde ist kein Gesetz, auch wenn ich es aus meiner Leserperspektive begründen kann.

    Vielleicht gibt's du uns eine Rückmeldung zum Buch?

    Finde ich immer spannend, das Aufeinandertreffen von Blickwinkeln.

    Ich habe "Die Glut" von Sandor Marai abgeschlossen.

    Inhalt:

    Das Aufeinandertreffen (und die geplante Aussprache) zweier Freunde nach über 40 Jahren fehlenden Kontakts.

    Eine Wahrheit soll ergründet werden, die zum Bruch der beiden geführt hatte.

    Generell fand ich das Buch sehr gut, besonders die Spannungskurve ist gekonnt konstruiert. Ich konnte mich schwer losreißen.

    Ein Negativpunkt war für mich der teilweise unangenehme Pathos, der sich in Allgemeinplätzen äußerte und dabei wahnsinnig unkonkret blieb.

    Wendungen wie "Die Menschen sind (Weisheit einfügen)", "Das Leben ist (Weisheit)", "Nichts ist wichtiger/schwieriger/quälender als (Weisheit)" haben mich ernsthaft gestört.

    Ansonsten aber durchaus empfehlenswert!