Gerade bin ich wieder in einer Schwärmerei-Phase von Benn.
Uh, den find ich schwierig.
Schwanke immer zwischen abgestoßen sein und Faszination.
Gerade bin ich wieder in einer Schwärmerei-Phase von Benn.
Uh, den find ich schwierig.
Schwanke immer zwischen abgestoßen sein und Faszination.
Ich bin großer Lyrik-Freund - Fr. Glück sagt mir aber gar nichts.
Habe mir einige Gedichte von ihr angeschaut (englisch), scheint nicht mein Fall zu sein.
Glaube, ich kann es nicht begreiflich machen.
Es geht nicht darum, dass ich gerne wieder Hesse-Fangirl wäre - sondern dass ich den Effekt vermisse, den Bücher mal auf mich gehabt haben. Was ich unter anderem auf die gestiegenen Ansprüche zurückführe, also auf vermehrt kritisches Lesen aufgrund großer Leseerfahrung.
Ist ja auch egal jetzt, mir ist das nur negativ aufgefallen. Ich bin mäkelig geworden. ![]()
Finde ich genau andersherum- nämlich wohltuend, dass man kritischer wird
Vielleicht ist es so eindeutiger:
Der kritische Blick nimmt mir auch die totale Begeisterung, die ich mal für bestimmte Werke aufbringen konnte.
Nach "Unterm Rad" konnte ich mich gar nicht wieder einkriegen. Ok, da war ich 15 - aber egal.
Jetzt finde ich ein Buch zwar auch noch sehr gut, es haut mich aber nicht aus den Socken und eröffnet ganz neue Leseperspektiven oä.
Das ist das, was ich schade finde.
Eben.
Ich lese nie ein Buch zweimal.
Bzw gibt es genau vier Werke, die ich mehrfach gelesen habe.
"Krabat"
"Im Westen nichts Neues"
"Unterm Rad"
"Die Wand"
Inzwischen würde ich auch Bücher, die mich beeindruckt und begeistert haben, nicht zum zweiten Mal lesen.
Die bleiben dann lediglich im Regal, während der Rest weiterwandert.
Mein Freund liest gute Bücher grundsätzlich mehrfach und wir diskutieren das dann aus. Ich kanns nicht nachvollziehen.
Was ich irgendwie traurig finde ist, dass mein Anspruch an ein Buch, parallel zu der Menge an gelesenen Büchern, immer weiter gewachsen ist.
Ich lese viel kritischer und versaue mir somit zum Teil Bücher, die ich mit 20 vermutlich grandios gefunden hätte.
Das ist frustrierend, ich hätte es gern anders - kanns aber nicht ändern.
Antiquarisch, ich behalte immer nur die Bücher, die mich wirklich überzeugt haben. Der Rest wandert in Tauschschränke, zu Freunden/Bekannten etc
Neue Lektüre musste her:
Christian Kracht - Imperium
Franz Werfel - Eine blassblaue Frauenschrift
Franz Werfel - Der Abituriententag
Wolfgang Koeppen - Tauben im Gras
Wolfgang Herrndorf - In Plüschgewittern
Georg Büchner - Woyzeck
Imre Kertesz - Roman eines Schicksallosen
Cormac McCarthy - Verlorene
Mariana Leky - Was man von hier aus sehen kann
Thomas Meyer - Wolkenbruchs wunderliche Reise in die Arme einer Schickse
Juan Rulfo - Pedro Paramo
Gabriel Tallent - Mein Ein und Alles
Joseph Roth - Die Erzählungen
Naomi Alderman - Die Gabe
E. T. A. Hoffmann - Der Sandmann
Einige Titel stammen aus Empfehlungen in diesem Thread. :)
Finde den Jungen im gestreiften Pyjama als Annäherung ans gegebene Thema sehr empfehlenswert.
.....WENN diese Annäherung denn auch gewünscht ist.
Die Erzählung funktioniert anhand einer weniger Protagonisten und beleuchtet ein Einzelschicksal. Das macht es nicht weniger erschütternd, aber es ist definitiv ein behutsameres Herangehen als es zB die Beschäftigung mit den Vernichtungs- und Lagermechanismen auf breiter Ebene wäre.
Überlegt habe ich noch, ob ich Licht von T.C. Boyle kaufen soll. Boyle lese ich sowieso gerne. Hat das Buch schon jemand gelesen und kann was dazu sagen?
Ganz schwacher Boyle, meiner Meinung nach.
Ziellos plätschernde Story, versiegt plötzlich - Ende.
Eloquenter bekomm ichs grad nicht hin - passt aber zum Buch.
Ich lese gerade "Schwabenkinder", auf Empfehlung hin.
Mit historischen Romanen habe ich so meine Probleme. Oft entsteht der Eindruck, eine lauwarme Story soll einfach durch die Fremdartigkeit einer vergangenen Epoche an der Qualität gewinnen, die dem nackten Handlungsrahmen ansonsten abginge.
("Die Charaktere sind zwar platt und die Handlung vorhersehbar - aber schaut mal her, hier werden Verbrecher noch aufs Rad geflochten...")
Bei besagtem Roman fasziniert mich bisher allerdings die akkurate Recherche und Verbildlichung der Lebensumstände in österreichischen Bergdörfern zu Beginn des 19.Jhd.
Sehr weit bin ich noch nicht gekommen - das aber ist schon ein gewaltiger Pluspunkt.
"Die grauen Seelen" fand ich sehr gut.
Das wandert dann somit auch auf meine Liste, danke!