Abgeschlossen: "Blackout Island", Björnsdottir
Eine auf Island angesiedelte Dystopie, die sich mit der Frage beschäftigt, was passiert (oder passieren könnte), wenn das ja eh schon ziemlich separierte Island durch eine globale Katastrophe jeglichen Kontakt zur Restwelt verliert.
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Anhand einer Ministerin, eines Journalisten und einer Musikerin + deren Kinder beleuchtet die Autorin die unterschiedlichen Auswirkungen der Isolation Islands auf Regierung und Bevölkerung. Während die Politik recht reibungslos (und für mich persönlich unglaubwürdig) in Nationalismus und Rassismus abgleitet, versuchen die nationalen Medien noch eine Weile, die Berichterstattung über Hungersnöte, Anschläge und marodierende Gruppen euphemistisch auszuschmücken.
Angesichts der eskalierenden Gewalt gegen Andersdenkende und Ausländer, zieht der Journalist Hjalti irgendwann seine moralische Notbremse.
Das Buch ist nett und flüssig wegzulesen.
Die Protagonisten bleiben leider flach, soziale und ökonomische Fragen werden gestreift, aber nie wirklich ausgeführt.
Das Buch wirkt skizzenhaft und vage.
An vielen Stellen hätte ich mir eine eingehendere und tiefere Auseinandersetzung mit dem (spannenden) Konflikt gewünscht, der hier entworfen wird.
Durch diese fehlende Tiefe erscheint einiges im Roman (politische und persönliche Beweggründe va) unbeholfen geschildert und wenig nachvollziehbar.
Trotzdem, wie gesagt, gut wegzulesen mit einer sehr spannenden Grundidee.