Echt, warum findest Du das problematisch?
Weil ich zum Beispiel bei meiner alten Stute damit Nachts bedeutend besser hätte schlafen können. Multimorbide, schwierig im Verhalten, aber mit entsprechendem finanziellen und zeitlichen Aufwand noch ein schönes Leben möglich.
Trotzdem gab es sehr lange Phasen in denen ich immer Angst hatte, dass irgendwas passiert und ich das nicht mehr leisten kann, weil Plan B bis Z gibt es für so ein Tier irgendwann nicht mehr. Da war die Aussicht zuzuschauen bis sie so desolat dasteht, dass sie mir ein Tierarzt einschläfert. Ich fand allein den Gedanken schrecklich.
Und bei genau diesem Pferd hatte ich auch immer Angst, dass die Zähne aufgeben. Mit Brei ernähren, bei einem Pferd, was sich nicht separieren lässt, was mäkelig frisst und was 30km entfernt lebt, weil nähere Ställe nicht zu den anderen gesundheitlich bedingten Bedürfnissen passt, unmöglich.
Ja in dem Fall fände ich Schlachten statt verhungern auf Raten bis es nicht mehr geht, bedeutend besser.
Und gerade das Heucobsproblem ist typisch für alte Pferde. Im Winter gefrieren sie, im Sommer vergären sie, selbst mit Geld findet sich nicht oft genug jemand der füttert und man selbst kann nur in den seltensten Fällen allzeit passend füttern, Pampe macht nicht so satt wie Strukturfutter, was zu Hunger, schlechter Laune und mit Pech Magengeschwüren führt, usw.
Mir wäre da bei vielen Pferden "vorsorgliches" schlachten lieber. Und dabei freue ich mich über jedes Rentnerlein das damit noch einige schöne Jahre hat. Meiner alten Stute konnte ich das auch ermöglichen, die stand aber zu Hause, hatte kein Problem mit alleine bleiben und lief meistens einfach frei rum und jeder der da war hat ihr auf Wunsch einen Eimer kredenzt. Ein Glücksfall, die Ausnahme.
Mein aktuelles Pferd ist Frührentner, an sich fit, braucht auch keine besondere Pflege, sie darf gerne noch 20 Jahre fröhlich und geliebt ihr Leben leben, aber ich kann nicht wirklich garantieren, dass ich das auf jeden Fall und immer leisten kann.
Und auch wenn es gemein ist, lieber geschlachtet als irgendwo vor sich hinvegetiert und nur leidlich versorgt. Wir schlachten so viele Tiere, aber da ziehen wir eine künstliche Grenze.