Beiträge von Bonadea

    Ich kenne eine Hündin, die ist über 10 Jahre alt und da wurde nun letztens nur aufgrund erhöhter Gallensäuren der Shunt entdeckt, der ihre lange Krankengeschichte leider erklärt.

    Es gibt ja viele unterschiedliche Shunts, nicht alle sind so hgr, dass sie einem direkt ins Auge srpingen.
    Ammoniak ist in der Diagnostik ja auch manchmal ein schwieriger Wert.

    Es muss ja gar kein Shunt sein, ich kenne deinen Hund nicht, die Vorgeschichte auch nicht - aber ich denke ich würde auf jeden Fall in diese Richtung nochmal schauen. Nur als Anmerkung ;-)

    Grad in Kombination mit Krampfgeschehen und erhöhten Gallensäuren sollte immer auch an einen Lebershunt beim Hund gedacht werden! Den kann man teilweise im Ultraschall darstellen, manchmal benötigt man CT oder Angiographie.


    In der Regel machen wir bei Gallensäuren auch immer nochmal einen Gallensäurenstimulationstest. (Blutabnahme nüchtern und einige Stunden später nach Fütterung).

    Aber auch bei anderen Erkrankgungen des Leber/Gallesystems können Gallensäuren mal erhöht sein. Erhöhte Gallensäuren wären für mich immer ein Grund zur weiteren Diagnostik.

    Über eine Deckzahlbeschränkung wurde glaube ich immer mal wieder diskutiert, bisher aber nichts beschlossen. Ich bin erst seit kurzem Mitglied im CfBrH, kann daher noch nicht so viel dazu sagen, ob sowas nochmal auf den Tisch kommt.

    Ich glaub bei manchen Rassen gibt es das schon?

    Ich kenne ehrlich gesagt wirklich keinen Welpenkäufer, dem die Titel der Eltern irgendwie wichtig sind. Ok, das heißt nicht, dass es das nicht gibt aber ich glaube gar nicht, dass die sich so viel besser verkaufen lassen.
    Ich denke das ist einfach reine Bequemlichkeit. Rüden, die oft eingesetzt wurden, decken sehr sicher, man weiß in etwa was er vererbt und das ist attraktiv für viele Züchter. In Zeiten, in denen die Erwartungen an einen Rassehund riesig sind und im Zweifel mit dem Anwalt gedroht wird vielleicht gar nicht so unverständlich :ka:


    Das glaube ich auch.
    Den Welpenkäufern ist das ziemlich egal. Den Züchtern aber nicht - aus oben genannten und teilweise sehr verständlichen Gründen.

    Ändert ja aber leider trotzdem nix am popular sire :(

    Naja ... die Kluft zwischen Showstandard und "normalen Typ" wird bei sehr vielen Rassen immer größer. Und auch wenn jetzt wieder alle schreien ... natürlich wird sowas in gewissem Maß durch Ausstellung gefördert. Argumenteiert wird nur zu gern mit dem Standard.

    Wenn man alleine mal guckt wie sich BCs in den letzten Jahren unter Showleuten entwickelt haben ... Stell einen aus Leistungslinie daneben und du denkst das seien zwei Rassen. Das lustige ... für "Showleute" sind die klapprigen Leistungsborder keine "richtigen" BCs, aber würdest du mal einen der Showborder an die Schafe lassen, ist es doch ein paradoxes Tauerspiel, dass sie ihre ursprüngliche Aufgabe eigentlich gar nicht mehr bewerkstelligen können. Wie sind die dahin gekommen? Durch einen Standard und durch den Ehrgeiz einiger Leuten einen optisch "perfekten" Hund zu züchten. Die Funktionalität ist dabei leider auf der Strecke geblieben. Nun macht viel Fell, Behäbigkeit und Fett einen BC noch nicht zur Qualzucht, aber im Prinzip sind das die gleichen Mechanismen, die bei anderen Rassen zu Qualzuchtmerkmalen führen.

    Und ein Hund der vielfach prämiert ist, von dem muss man wohl eigentlich ausgehen, dass er dem Ideal der Rasse sehr nah kommt oder nicht? ;-)

    Ich sage nicht, dass der Standard das Problem ist. Aber das Verständnis für sinnvoll geplante Zucht geht für meine Begriffe weit über die Kenntnis des eigenen Rassestandards hinaus.

    Und ich denke es würde evtl. Sinn machen, die Züchter für diese Dinge etwas zu sensibilisieren und zu öffnen.

    Und das finde ich immer wieder in den Diskussionen.
    Ich kenne keinen Hund, der 100% am Standard ist und die wenigsten Züchter, die mir untergekommen sind, betreiben reine Champion Zucht.
    Glaube bei meinen Rassen kenne ich da gerade mal vier oder fünf, die auf der "nur V und Championhunde bzw. VA Hunde dollten in die Zucht" Welle schwimmen. Bei allen anderen finden sich auch die SG und G Hunde mit Fehlern in der Zucht.

    Und die Zucht auf den möglichst homogenen Typ, suche ich auch in weiten Teilen vergebens. Mag sein, dass das Thema stärker in den Vordergrund tritt bei Rassen bei denen man den Gerbrauchshintergrund vollkommen aus den Augen verloren hat.

    Das ist der Grund, warum ich mir bei meiner Rasse eben auch einen "Gebrauchshintergrund" wünsche ... bei den Gebrauchshunderassen gibt es sicherlich ein viel viel größeres Lager, wo die Leistung noch mehr zählt, als das bloße Aussehen.

    Aber zurück zum Thema - was ist denn dann daran verkehrt? Mir geht es prinzipiell einfach um ein umfassenderes Verständnis von Genetik, Populationsgröße und Fitness.

    Auf einer Veranstaltung sagte doch mal eine langjährige Züchterin zu mir "Früher brauchten wir ja noch viel mehr Inzucht, weil es einfach noch nicht so viele Hunde gab, heute ist die Population ja viel größer, daher können wir jetzt wieder weniger Liniezucht betreiben." - finde den Fehler!!!!!!

    Verstehst du worum es mir im Kern geht?

    Mir ist noch kein Standard untergekommen der ein Problem wäre.Das Ideal das dort beschrieben wird ist eigentlich ein gesunder, funktionaler Hund. Aber ich kenne auch bei weitem nicht jeden Standard.
    Nur die Farbensache bei einigen Rassen sind überholt, aber sonst?

    Und wer überprüft vorher die Tierärzte, die diese Vorträge halten?
    Denn nur weil jemand Tierarzt ist heißt das ja auch nicht das da mehr Ahnung vom Thema da ist.
    Man müsste alle Parteien an einen Tisch bringen. Austausch über Zuchtwissen und Genetik und nicht nur von "Lehrer zu Schüler" Vorträge. Ich denke das könnte für beide Seiten interessant sein.

    Schade, dass du gar nicht auf die eigentliche Frage geantwortet hast.

    Mir geht es nicht um den Standard, sondern um das ZUCHTZIEL. Und das Zuchtziel der meisten Züchter ist es eine Rasse "so nah wie irgendmöglich an den Standard" zu bringen. Dadurch sind sicherlich durch Konkurrenzdenken und Ausstellungen langfristig Übertypisierung und teilweise andere unschöne Dinge entstanden. Jetzt komplett zu bestreiten, dass dies nicht zur Entstehung von Qualzucht beigetragen hat, wäre einfach dumm.

    In meiner Vorstellung von Zucht gehören auch Tiere in die Zucht, die nicht zu hundert dem Stadnard entsprechen, aber dennoch klar einer Rasse zugehörig sind. In den Köpfen steckt aber so fest, dass nur "mit perfekten Tieren" gezüchtet werden soll, dass einfach langfristig kein Gewinn, sondern eher eine genetische Einschränkung der Rasse zu erwarten ist. Man sage nur Popular sire syndrom und Linienzucht zur Erhaltung eines "möglichst homogenen Typs über Generationen". Diese Denkweise ist einfach nicht mehr zeitgemäß.

    Ich habe auch nicht gesagt, dass irgendein Dorftierarzt diese Vorträge halten soll, sondern Fachleute von Kliniken und Professoren, die sich wissenschaftlich mit der Materie auseinandersetzen. Von denen kann man wohl erwarten, dass sie wissen worüber sie referieren.

    Das "mit alle an einen Tisch bringen" hat bisher ja super funktioniert ... nämlich gar nicht. Weil die breite Masse der Züchter im Großen und Ganzen glaubt, dass ja alles gar nicht so schlimm ist. Und da befindet er sich bei seinen genauso denkenden Züchterkollegen in guter Gesellschaft. Ich glaube es wären viel mehr Züchter bereit etwas zu ändern, wenn sie auch wirklich das richtige Wissen dafür hätten. Mit qualitativen Vorträgen könnte man vielleicht dafür sorgen, dass die Basis dafür bereitet wird. Und wenn eben nicht nur eine Minderheit sich mit dem Thema befasst, sondern "alle", dann hätten alle Züchter auch einen Nenner über den man diskutieren kann und der ja evtl. ganz langsam paar Kieselsteine zum Rollen bringt.
    Zumal ich die Erfahrung gemacht habe, dass gerade gute Dozenten recht distanziert, aber knallhart Fakten auf den Tisch legen, ohne dass dabei direkt der Zeigefinger mitschwingt.

    Um mal zurück zum Thema zu kommen und meine Frage von oben nochmal aufzugreifen ...

    Welche Fortbildungsnachweise müssen Züchter in euren Vereinen erbringen? Welche und wie oft?

    Ein Gedanke meinerseits: vielleicht sollten Fortbildungsveranstaltungen für Züchter aller Rassen bindend sein, bei denen eben wirklich Tierärzte und Professoren von Universitäten fachlich fundierte Vorträge über das Problem der Inzucht, Übertypisierung und Qualzuchtmerkmalen mit Bildern und Fakten halten. So könnte man die Züchter ggf. langfrisitg "erreichen" und auch bewirken, dass sich ein gewisses Umdenken breit macht bzw. der interne Gedankenmainstream vom "vom möglichst perfekten standardgerechten Hund" mehr zur "langfristg sinnvollen und genetischen gesunden Population" entwickelt.

    Denn was ja immer wieder das Problem ist, die Züchter hängen in ihren eigenen Strukturen fest und solange Vorsitzende der Rassehundezuchtvereine den ganzen Zirkus aus Betriebsblindheit fortführen und legimitieren, so lange wird es eben sehr schwer sein bestimmte Veränderungen zu erwirken. Es gibt recht wenig Objektivität in den einzelnen Vereinen, da sich dort ja nun mal nur Rasseliebhaber sammeln und keine externen Personen.

    Sogar bei meiner Rasse exisitiert teilweise so ein fundamentales Missverständnis von genetischem Flaschenhals, Outcross und Populationsgröße ... und solange ein Spezialzuchtrichter dir bei der Körung ins Gesicht sieht und aus tiefster Inbrunst sagt "das einzige was zählt ist der STANDARD!" ... so lange zweifel ich wirklich stark an einer vernünftigen Basis für eine moderne und kynologisch sinnvolle Zucht.

    Daher wäre es vielleicht gar nicht mal schlecht, wenn die Züchter mehr dazu genötigt würden sich wirklich RICHTIGE Fachvorträge anzuhören? Wie läuft das in anderen Vereinen? Bei uns werden die von der Landesgruppe angeboten und man muss etwa 1x in 2 Jahren einen Fortbildungsnachweis erbringen. Da reichen aber streng genommen mal ein Stammtisch am Nachmittag mit kurzem Vortrag oder eine Wiederholung des Neuzüchterseminars. Wer es also nicht drauf anlegt, der lernt auch nicht unbedingt was dazu ....