Beiträge von Bonadea

    Bei den Ibuprofen-Leuten bin ich auch gerade vom Hocker gekippt. Rimadyl war alle, also haben wir dem Hund Ibuprofen gegeben. Hä?! Jo klar, ich hau da einfach mal irgendwas rein, wird schon passen. Manchmal werde ich da echt neidisch. Meine Hunde werden ganz von selbst mit 5/6 Jahren totkrank und bei anderen Leuten wird der Hund 14 und dann vergiften die den aus Dummheit selber.


    Das passiert öfter als man denkt.

    Mitten in der Nacht anrufen, weil der Hund sich kratzt, aber ohne Nachfrage oder Google einfach mal irgendwelche Medis und Pillen reinschmeißen ist keine Seltenheit. Manchmal kann man es nicht so ganz verstehen :P

    Sind aber nicht so viele Rasse nur noch auf Aussehen gezüchtet? Das betrifft ja jetzt nicht nur den DSH.


    Darum geht es doch gar nicht. Es geht auch nicht darum Rassen ständig miteinander zu vergleichen und aufzuwiegeln "wer nun schlimmer dran ist".

    Vielmehr geht es doch darum einzelne Merkmale bei den unterschiedlichen Rassen zu erkennen und diese dann kritisch zu hinterfragen - ob das angestrebte Zuchtideal unter tierschutzrelevanten Gesichtspunkten vertretbar ist.

    Und genau hier sind wir wieder am Anfang der Diskussion und dem was Marula bereits schrieb. Die Gefahr der Übertypisierung und den Rasseeigenschaften, die am Ende einfach nur noch bizarr sind und über kurz oder lang eben zu gesundheitlichen Nachteilen führen.

    Und ich finde da braucht man sich eigentlich gar nicht groß drüber streiten. Ein zu lockerer Bandapparat mit viel Gelenkspielraum und Instabilität führt zu Verschleißerscheinungen und Verletzungsanfälligkeit.

    Eine zu kurze Nase zu Atmenot.

    Zu viel Haut zu Entzündungen und Probleme mit den Augen.

    Zu viel Fell zu einer gestörten Thermoregulation.

    Und so weiter und so fort ....

    Molosser haben einen unnatürlichen Gang, wenn man ihn mit Wölfen vergleicht. Pudel, Windhunde, kleine Spaniel, niederläufige Hunde, Bulldoggen. All sie laufen anders als Wölfe. Sind es daher auch alles Qualzuchten? Alles Krüppel?

    Sind alle Hunde, die nicht dem Wolfsbild entsprechen, Bewegungstechnisch Krüppel?

    Auch zu viel Masse wie bei einigen Molossern finde ich definitiv diskussionswürdig! Definitiv auch etwas was ins Thema "Trend zur Qualzucht" passt.

    Und über den Körperbau von Englischen Bulldoggen brauchen wir eigentlich auch kaum diskutieren. Einfach schlimm.

    Interessant finde ich ja in diesem Zusammenhang die Definition von "Leistung" und der damit verbundenen Schlussfolgerung man könne daran jetzt ableiten wie gesund etwas ist.

    Natürlich und ohne jede Frage ist es eine "Leistung" dem Hund dieses Gangbild anzutrainieren und dies auf einer Show zu zeigen und sicherlich muss ein Hund dafür schon ein gewisses Trainingslevel mitbringen. Aber man darf ja auch nicht aus den Augen verlieren, dass es das einzige Ziel ist den Hund in diesem Showtrab zu zeigen und dass diese "spezialisierte Gangart" für nix gut ist ... sondern eben "nur" nach irgendwas aussehen soll.

    Das macht diese Hunde aber doch noch lange nicht "gesund" oder "leistungsfähig" - zumindest nicht in einem übergeordnetem Bezug, wo wir eben auch über Funktionalität sprechen. Und wenn ich hier lese, dass das ja sozusagen die "Elite" ist, die es überhaupt mal bis dahin schafft und dafür bemuskelt sein muss etc. pp. ... und ich dann sehe, wie lose und locker die da teilweise stehen und watscheln ... tut mir leid, ohne da jetzt jemanden ans Bein pinkeln zu wollen ... aber wie sieht dann bitte der Rest aus?

    Und ich weiß jetzt auch nicht, was das für eine Leistung sein soll stupide im Kreis zu rennen ... und ob das jetzt bei 10 oder 20 Grad ist, ist doch auch total unerheblich. Ein fitter, normal trainierter Hund sollte das locker schaffen.

    Für mich ist das eine sehr fragwürdige Entwicklung. Und wie schon erwähnt sind DSH aus HZ jetzt für mich keine Qualzucht. Aber zu behaupten, dass deren Gangwerk und Anatomie nicht bedenklich ist, finde ich dann auch irgendwie eher befremdlich. Und ein Hund, der ne halbe Stunde im Kreis rennen kann ist für mich jetzt nicht grade der "Beweis" für Leisungsfähigkeit oder langfristige Härte und Belastbarkeit.

    Wie gesagt, will da jetzt niemanden was persönlich.

    Wenn das das Ziel der Zucht ist, dann wundere ich mich, dass DSH -Liebhaber das verteidigen. Ist wie beim Dackel: Ich hätte Angst um meine Rasse.


    Gibt ja zum Glück auch Leistungszucht ;-) Die sehen deutlich besser aus.


    Was aber nunmal einfach nicht stimmt ist das speziell die Zuchtgruppe in dem Video nicht laufen und stehen kann oder dergleichen - laufen und stehen und quasi deren Kernkompetenz :ugly:


    Ich stimme dir ja bei allem zu .... aber STEHEN? Ich finde die stehen absolut gruselig. Da sieht man ja, das "stehen" und "stehen" je nach Defintion auch was komplett anderes bedeuten kann ...

    Ich finde diese Hunde im Stand sogar schlimmer als in Bewegung.

    Der Unterschied zwischen den HZ-DSH im Video und Bulli, Mops und Co. ist aber ja nunmal, dass die DSH keine "Qualen" haben.

    Sie leiden nicht durchgängig an Atemnot, fallen nicht bewusstlos um oder Erbrechen bei Aufregung. Sie können sich normal fortbewegen (20km am Rad, auch wenn sie danach "tot ab" sind). Der SV schreibt sehr viel vor, auch was HZ angeht. Es wird nicht mit kranken Hunden weiter gezüchtet, die Hunde müssen gesund sein.

    @bordy und auch ich finden HZ nicht schön, mögen die Auswüchse der Rasse in die Richtung nicht. Aber alle gezeigten Hunde im Video sind so gesund, dass sie nicht dauerhaft Qualen leiden.

    Die Frage ist, wie laufen die wenn die 10 Jahre alt sind. Gerade bei den Hochzuchten habe ich oft das Gefühl, dass die auffallend durchtrittig werden und massive Probleme mit der Stabilität haben.

    Auch die Gelenke sind für so viel "Spielraum" nicht konzipiert und verschleißen natürlich schneller, als bei einem "festen Bandapparat".

    Für mich definitiv auch noch keine "Qualzuchtrasse", aber ein sehr sehr schönes Beispiel dafür, wie Übertypisierung bei Hunden zu funktionalen Einschränkungen führt.

    Mir gefällt das Video der DSH auch überhaupt nicht. Die Anatomie ist wirklich grenzwertig und im spätestens im Stand sieht man wie irre instabil die da alle rumschlackern. Dass es Leute gibt, die dafür viel Geld ausgeben glaube ich gern, - was daran in irgendeiner Wiese schön, funktionell oder erstrebenswert sein soll, verstehe ich trotzdem nicht.


    By the way - gerade bei den Sport(dressur)pferden gibt es ein ganz erhebliches Problem mit Instabilität und verfrühten Verschleißerscheinungen. Zum Beispiel durch lange und extrem weiche Fesselungen (wodurch beim Traben natürlich optisch mehr Raumgriff suggeriert wird) und dem entsprechenden losen Bandapparat, der nicht in der Lage ist diese Belastung auf lange Sicht auszuhalten.

    "Halten" tun doch auch da nur noch die wenigsten Pferde und für den großen Sport reicht es am Ende nur noch für eine handvoll. Der Rest bleibt halt irgendwo auf der Strecke. Und da sind ja auch schnell 6stellige Summen für vielversprechende Nachwuchspferde über den Tisch gegangen.

    Was soll man da raten?

    Niemand wird dir sagen können, was da an Tierarztkosten auf dich zukommen wird. Man sollte sich halt WIRKLICH gut überlegen, ob man sich das "antun" will. Und die Frage musst du dir ganz alleine beantworten.

    Denk nur dran, dass mit 14 Monaten sein "Endzustand" was die Atmung angeht noch nicht erreicht ist. Und über alles andere weißt du praktisch auch nix.

    Natürlich wäre es schön dem kleinen Knirps ein Zuhause zu geben. Man sollte aber wirklich ehrlich zu sich selbst sein, ob man bereit - und noch viel wichtiger: realistisch in der Lage ist mal eben schnell viel Geld locker machen zu können.