Beiträge von Bonadea

    Und bezüglich der Nichtigkeit solcher Klauseln. "Meine" Züchterin hat in ihren Verträgen auch eine Klausel, die so mancher nicht unterschreiben mag oder meint, das wäre nichtig. Die Klausel besagt, dass der verkaufte Welpe nur im Verein X zur Zucht eingesetzt werden darf, so er denn eine ZZL erhält. Da gab es in Fins Wurf eine Rüdenkäuferin, die das nichtig fand und ihren Rüden zum Decken in den Kleinanzeigen anbot. Das ging vor Gericht und die Züchterin hat das Verfahren auch gewonnen.


    Von solchen Fällen (bzgl. vertraglich verbotener Zuchteinsätze für einen verkauften Hund etc.), in denen der Züchter dann doch recht bekommen hat, habe ich jetzt auch schon öfter gehört. Wenn der Vertrag vernünftig aufgesetzt ist und Vetragsstrafen vereinbart sind, scheint so manches vor Gericht doch Gewicht zu haben ...

    Nochmal zum Röntgen - natürlich KANN man eine Hüfte auch ohne Narkose röntgen. Aber die Lagerung wird einfach kacke sein und das ist dann für ein OFFIZIELLES GUTACHTEN nun mal einfach für die Tonne - weil man so ein Bild nicht auswerten kann.

    Wenn ich einen Unfallpatienten oder irgendeine andere Indikation habe, wo es mir z.B. darum geht eine Luxation oder eine Fraktur auszuschließen, kann MANCHMAL (je nach Schmerzhaftigkeit des Patienten) ohne Narkose eine Art "Übersichtsröntgen" gemacht werden (in Rückenlagerung und mit etwas gestreckten Beinen, aber eben nicht mit der richtigen HD-Lagerung zu vergleichen) - da hab ich dann die Hüfte und die wichtigsten Strukturen drauf, aber eben kacke gelagert. Da kann man dann schon mal erste Schlüsse ziehen, aber das hat eben nichts mit einer vernünftigen HD-Auswertung zutun.

    HD-Röntgen ohne Narkose GEHT NICHT. Punkt. Da kann man so viel "medical training" machen wie man will, um ein vernünftiges Röntgenbild für eine gutachterliche Beurteilung zu erstellen, muss der Hund optimal gelagert sein (und bei manchen Hunden ist dies sogar mit einer ordnungsgemäßen Narkose nicht direkt beim ersten Versuch erfolgreich und man merkt man muss vielleicht doch nochmal mehr ziehen/drehen).

    Es ist doch auch für den Hund scheiße - liegt auf dem Rücken, zwei Leute ziehen und drehen an dir herum. Nicht gerade nett.

    Das ist aber leider nur in den seltensten Fällen so selbstverständlich. Und wir reden hier schon im DF, wo viele Personen sehr hundeaffin sind und bereit sind mehr Geld auszugeben und sich mehr zu informieren und darüber zu sprechen. Das sieht nochmal "da draußen" ganz anders aus. Und wenn Röntgen vor dem Sport kein Argument mehr ist, sehen viele gar keinen Sinn mehr drin.

    Das ist leider so.

    Meine Züchterin meines ersten Shelties beklagte sich mal darüber, dass sehr viele Welpenkäufer beim Erwerb noch euphorisch oder zumindest nüchtern zugestimmt hatten, den Hund später mal röntgen zu lassen, dass von 5-6 Würfen aber nur 2-3 Welpen tatsächlich geröngt wurden - und das waren dann auch immer Leute, die sportlich ambitioniert waren. Wer den Hund nur als Familienhund angeschafft hat, sah darin wohl später gar keinen Sinn mehr.

    An die Sheltiebesitzer: ich meine mich zu erinnern, das Shelties sowieso nicht geröntgt werden? Es gibt ja ein paar Rassen, wo es sowieso nie gemacht wird, dann macht eine vertragliche Regelung diesbezüglich keinen Sinn.

    Natürlich werden Shelties HD geröngt - sie brauchen das sogar für die Zuchtzulassung.


    Ich habe diese Klausel nicht in meinen Verträgen. Meine Welpen sind aber alle in den Sport gegangen und in meinen Kreisen ist es üblich, dass der Hund mit ca. 12-18 Monaten vor dem Turniereinsatz auf die gängigen Gelenksgeschichten untersucht wird. Von fünf Welpen sind alle fünf geröngt und vier offiziell mit Gutachter ausgewertet.
    Ich kommuniziere das auch ganz klar mit meinen Welpenkäufern und für alle war glasklar, dass der Hund untersucht wird, wenn er das entsprechende Alter hat. Keiner ist auf die Idee gekommen mir das als Züchter "in Rechnung" zu stellen.

    Generell finde ich es echt schade, wenn Welpenkäufer sich da komplett aus der Verwantwortung ziehen. Alle wollen gesunde Hunde, aber einen kleinen Beitrag dafür zu leisten, das wollen sie dann nicht. Das System kann aber nur funktionieren, wenn möglichst viele Daten offiziell gesammelt und ausgewertet werden.

    Was bringt dem Züchter eine durchdachte Wurfplanung, wenn er null Informationen über seine Nachzucht bekommt?