Beiträge von Bonadea

    Was interessant ist ... man beurteilt die Hinterhand eines Hundes im Stand in der Regel mit senkrecht stehendem Mittelfußknochen. Zieht man dann das Lot vom Sitzbeinhöcker runter zum Boden, sollte das Lot - idealerweise - knapp auf die Zehenspitzen des Hundes fallen. Macht das mal beim DSH (z.B. dem im Video) ... und dann sieht man sehr eindrucksvoll, wie stark überwinkelt die oft sind. Deswegen stehen die "im freien Stand" auch so oft mit den Beinen unter dem Körper, bzw. teilweise froschbeinig. Anders fällt es ihnen einfach sehr schwer, genügend Stabilität aufzubringen. Hinzu kommt dann der lockere Bandapparat und ein "karpfenartiger" Rücken, der das Gesamtbild eben noch unterstreicht.

    Wobei der Trend zur Überwinkelung bei einigen Rassen (auch einige Jagdhund- und Windhundtypen) gerade im Showgeschehen extrem ist. Und bzgl. abfallender Rückenlinie muss man sich auch mal manche Showboxer angucken, die sehen nicht anders aus, wobei die einfach von der Hinterhand nicht so lang und locker sind.

    Ich arbeite auch Schicht, Nachtdienste, Bereitschaft, 24 Stunden durch .... ich habe bzw. nehme mir die Zeit für mein Hobby. Und ob man das tut ist nicht nur eine Frage der Zeit, sondern eben der Prioritäten. Wenn das jemand nicht leisten will, dann ist das auch total ok. Aber so generell - wo ein Wille ist, da ist auch ein Weg.

    Wie gesagt ... für viele scheinen manche Begriffe einfach was anderes zu bedeuten. Für mich bedeutet Hausfrauengruppe einfach "Training ohne ernsthafte Ambitionen" ... hat sich so eingebürgert. Und das sind nicht die Leute, die mal "klein anfangen", sondern die, die ja gar kein Interesse an Fortschritt haben (oder noch schlimmer, Interesse am Fortschritt, aber nicht am Prozess wie man dahin kommt).

    Aber wurscht. Ich persönlich nehme mir gern die Zeit für Anfänger, sofern sie denn den Eindruck vermitteln auch "zu wollen". Die müssen ja nicht Turnier laufen, aber wenn die einfach bereit sind ernsthaft zu arbeiten und der Hund nicht schon nach dem Ableinen erstmal minutenlang eigenständig seine Kreise zieht ... dann ist man ja schon glücklich. Aber ehrenamtlich Zeit für Leute vergeuden, die einfach nur bespaßt werden wollen? Nö, kann ich verstehen, dass man darauf eben keine Lust hat.

    DAS scheint ja eh für viele unvorstellbar zu sein ... mit Ambitionen und Ehrgeiz trainieren, bedeutet nicht, dass man selbst und der Hund dabei keinen Spaß haben kann!

    Aber man traut sich ja schon gar nicht mehr zu sagen "wir machen das aus Spaß" weil das praktisch schon gleichgesetzt wird mit "larifari Training". Der Spruch "agility is fun" hat ein dermaßen negativ besetzten Kontext mittlerweile ...

    Dabei sehe ich mich selbst nicht als Profisportler, bin aber durchaus ambitioniert, laufe gern mal ein Turnier und ärgere mich auch mal über Dinge, die nicht klappen. Und trotzdem mache ich es, weil es einfach mein HOBBY ist.

    Ups, sorry ... ich benutze das Wort "Hausfrauenagility" auch gern :P
    Möchte damit auch niemanden persönlich beleidigen und hoffe damit fühlt sich niemand auf den Schlips getreten.

    Für mich sind das einfach Leute, die ohne jeglichen Leistungsgedanken ihren Hund zu eigenen Freude bespaßen, ohne dafür aber konkrete Ziele zu formulieren oder sich gar mal intensiver mit Ausbildung, Technik und Sport zu beschäftigen (aber meistens darauf bestehen "Agility zu machen"). Ich krieg bei so einem "larifari" "just for fun" Training innerlich leider echte Zustände ... deswegen könnte ich da weder Training geben, noch mich hauptsächlich in solchen "Trainingsgruppen" aufhalten und der Begriff "Hausfrauenagility" ist für mich einfach die Abgrenzung zu "echtem Agility" :P Das betrifft aber nicht nur Hausfrauen (sie sind aber ggf. etwas überrepräsentiert in dieser Gruppe).

    Bin gern für alternative Begrifflichkeiten offen ... :P "Hobbyagility" ????

    Man muss jeden Hund individuell anschauen. So pauschal würde ich das überhaupt nicht sagen. Es kommt einfach immer sehr stark auf die Anatomie des Hundes an. Was bei dem einen Hund noch "drahtig, sportlich, gut" ist, kann für einen anderen Hundetyp tatsächlich "mager" bedeuten.

    Um das Gesamtbild zu bewerten würde ich auch immer Alter, Rasse, Haarkleid (ein Hund mit glänzendem, tollen Fell wird nicht gnadenlos unterversorgt sein, nur weil ein Hüftknochen raussteht!), Aktivität und Leistungsfähigkeit mit einbeziehen.

    Diesen Knick im Rücken haben viele Rassen, wenn man mal "genauer" hinsieht. Das ist der Übergang vom Brust- zum Lendenwirbelbereich. Bei Bulldoggen kommt das nochmal besonders gut zur Geltung weil die Schulter so breit angelegt ist und die Ellbogen abstehen, dazu sind und die Hunde in der Regel hinten zusätzlich total überbaut + steile Hinterhand. Davon ab ist der Bulli auf den Fotos für meinen Geschmack zu dick.

    Anatomie-Hund-Skelett.jpg

    Aktuell vier bis fünf Hündinnen, in teilweise wechselnden Konstellationen, davon 4 intakt und 1 kastriert. Wir hatten und haben keine Probleme, im Gegenteil ...

    Bei meiner Züchterin haben sich allerdings zwei Hündinnen gegenseitig in die Klinik gebissen, sie mussten danach gut gehandelt und teilweise räumlich lebenslang getrennt werden.

    Bekannte hatten aber auch mit ihren Rüden immer mal wieder Beißereien ... ich persönlich glaube da kommen viele Faktoren ins Spiel, die am Ende entscheiden, ob eine Konstellation funktioniert oder nicht. Ich hoffe sehr, dass wir an diesen Punkt niemals kommen und jedes Mobbing oder "Austesten" untereinander wird bei uns auch rigoros unterbunden, um gar keinen Platz für "brisante Situatuonen" zu schaffen.

    @Bonadea

    Ich frag dich mal als Tierärztin.

    Wie lange überleben überhaupt Welpen im Bauch der toten Mutter? :???: Leben die tatsächlich noch 50 Minuten?


    Kann ich dir gar nicht so genau sagen, weil ich selbst keinen Fall kenne, wo das mal irgendwie Thema gewesen wäre (weil man die ja normalerweise rettet) - aber 50 Minuten kommt mir schon echt sehr lange vor und halte ich für unrealistisch, da die Welpen im Bauch ja durch den Blutkreislauf der Mutter versorgt werden und es ja sehr schnell zu einer massiven Hypoxie kommen muss - zwangsläufig. Bei Tierschutzkatzen, die teilweise unabsichtlich tragend kastriert werden, euthanasieren wir die Feten aber auch noch zusätzlich, nachdem der Uterus aus dem Tier entwickelt ist - sicher ist sicher und man möchte die ja nicht einfach "ersticken" lassen.