Meiner Erfahrung nach haben Jäger wirklich eine sehr große Lobby. Viele Leute im höheren Amt betreiben Jagd auch als Hobby und ich kenne Leute in meinem Umfeld, die massive Probleme mit Jägern hatten (alkoholisiert im Wald angegangen worden, Hund in Panik auf die Autobahn gerannt und überfahren worden, Hund tot, Unfall auf der Autobahn). Joah, Konsequenzen gab es keine.
Oder der Sheltie einer befreundeten Züchterin, der bei einer Jagd von einer Beaglemeute überrascht wurde und einfach so totgebissen wurde. Konsequenzen? Keine. Nicht mal ein Wort der Entschuldigung. Eine Kennzeichnung für Treibjagd hat es dort nicht gegeben.
Wie auch immer, ich glaube, je nachdem in welchem Kreis man lebt und wer da gewisse Ämter innehat, kann sowas wirklich einfach im Sande verlaufen.
Ich kenne sehr viele Jäger und definitiv auch beide Seiten. Die "normalen, netten Jäger" und die Sorte A-Loch, die glauben der ganze Wald gehört ihnen. Ich wurde mal von einem Jäger aus einem fahrenden Auto angepöbelt, dass die Hunde an die Leine gehören, sei schließlich alles "Jagdgebiet". Aha. Wir befanden uns auf einem ganz normalen landwirtschaftlichen Nutzweg außerhalb geschlossener Ortschaften, wo es definitiv keine Leinenpflicht gibt und alle Hunde haben brav am Rand abgesessen. Ich habe nicht angeleint. Was denkt der sich?!
In Treibjagden bin ich leider auch schon gelaufen. Die letzte war hier direkt am Ortsrand - da war es aber zumindest so, dass gut sichtbar gekleidete "Flanker" den Bereich markiert haben und nett durchgewunken haben, sodass man nicht gleich Schiss bekommen hat, dass die einen ausversehen abschießen oder den Sheltie doch noch mit nem Fuchs verwechseln (kommt ja scheinbar öfter vor).
Ich habe schon mehrmals Gassigänge abgebrochen, weil ich Jäger in Gruppen auf irgendwelchen Feldern gesehen habe. Mich persönlich stört das einfach, weil man die Lage nie einschätzen kann und die Gesinnung dieser Leute ja auch nicht wirklich kennt. Und vielleicht bin ich ein Weichei, aber ich fühle mich einfach unwohl wenn mir Leute mit Waffen entgegen kommen und oft hat man das Gefühl, die benehmen sich dann auch noch extra arschig und genießen ihre "Machtposition". Ich hab auch echt Schiss um meine Hunde, da bin ich ganz ehrlich. Ich hab da schon so viel Mist erlebt und gehört.
Bzgl. Treibjagd - ich frage mich einfach, ob das noch zeitgemäß ist. Und ob sowas in einem so dicht besiedelten Land wie Deutschland wirklich sein muss. Vom tierschützerischen Aspekt mal abgesehen, aber auch in punkto Sicherheit für die normale Bevölkerung. Es ist doch wirklich verrückt, dass man bewaffnet durch einen Wald laufen darf, wildscharfe Hunde dabei hat, die nicht unter Kontrolle stehen und das Ganze noch nicht mal verpflichtend irgendwie gekennzeichnet sein muss.
Man kann doch nicht von jedem Bürger erwarten, dass er die Jagdgepflogenheiten kennt und versteht.
Ich versuche wirklich Verständnis für das Hobby Jagd aufzubringen und habe wie gesagt auch viele Jäger in meinem Freundes- und Kollegenkreis. Ich kann verstehen, dass die Jagd eine gewisse Faszination ausstrahlt. Aber so richtig logisch erscheint mir das alles nicht.